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Reichlich Futter für Schwarzkittel
03.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Murgtal - Beim Waldspaziergang knirscht es zuweilen unter den Füßen, in der Feldflur riecht es bisweilen leicht "mostig", weil Äpfel nicht geerntet werden und vergären - derzeit gibt es Nahrung für Wildschweine in Hülle und Fülle. Eicheln, Bucheckern, Kastanien und Obst - das Schwarzwild findet einen reich gedeckten Tisch vor, und das bereitet Probleme.

"Es prasselt im Wald", sagt Forstdirektor Markus Krebs. Das Nahrungsangebot derzeit sei "gigantisch". Die Wühlschäden auf Wiesen seien besonders ausgeprägt, "besonders schlimm ist es auf gepflegten Flächen", erläutert der für das Murgtal zuständige Forst-Bezirksleiter. Bei so einem großen Nahrungsangebot gebe es keine ausgeprägte natürliche Sterblichkeit. Wenn die Winter mild bleiben, "dann kommen alle Nachkommen durch." Wildschweine zählen ökologisch zu den R-Strategen: Das sind Arten, die bei der Fortpflanzung eine hohe Reproduktionsrate aufweisen.

Frank Schröder, Kreisjägermeister des Kreisverbands Badischer Jäger Rastatt/Baden-Baden, bestätigt: Dieses Jahr sei das vierte sogenannte "Mastjahr" in Folge mit maximaler Samenbildung und hohem Nahrungsangebot. Das stellt die Jäger vor ein Problem, denn die "Schwarzkittel" gehen nicht an die "Kirrungen", die Lockfütterungen im Wald. Die Jagd auf die schlauen Borstentiere ist deutlich erschwert. "Wir müssen auf die Wiesen und sie dort vergrämen", sagt der Kreisjägermeister. Auf den Feldern stelle sich auch das Problem der nächtlichen Jagd nicht so wie im Wald, dort herrschten meist ausreichende Lichtverhältnisse.

Hoher Jagddruck werde mit einer noch höheren Reproduktionsrate beantwortet, so Schröder. Null Schaden gebe es nur bei null Schweinen, "und das werden wir nicht schaffen." Wildschweine seien eine herrliche Tierart, die man nicht als Schädlinge ansehen sollte. "Ich verstehe den Ärger der Grundstücksbesitzer", gleichwohl plädiert er dafür, den Mitgeschöpfen Respekt entgegenzubringen.

Wenn möglich, sollten das Obst geerntet und die Felder abgeräumt werden, Mulchgut nicht liegenbleiben. Denn darunter fühlen sich Würmer, Larven, Käfer und Engerlinge wohl - begehrtes tierisches Eiweiß für die Schweine. Deshalb werden überwiegend gepflegte Grundstücke "umbrochen". Mit ihren langen Schnauzen "pflügen" sie die Grasnarbe um und sorgen in kürzester Zeit für große Schäden. Insbesondere, wenn Rotten unterwegs sind. Diese werden durch großes Futterangebot und fehlende Feinde immer größer. Der Mensch muss in Form der Jagd eingreifen.

Straßensperrungen respektieren

Für Frank Schröder ist die Zusammenarbeit der Betroffenen - Landwirte, Grundstückseigentümer und Jäger -, wichtig: "Wir brauchen die Hilfe der Eigentümer." Auch Markus Krebs berichtet von erschwerten Bedingungen für die Schwarzwildjagd. Die Tiere sind nachts unterwegs. Auf Schnee, der schwache Frischlinge dezimiert und die Bejagung der Sauen erleichtert, mussten die Jäger in den zurückliegenden Jahren weitgehend verzichten.

Eine Abhilfe sehen Krebs und Schröder in revierübergreifenden Drückjagden. Mit einem großen Aufgebot an Jägern, Treibern und Hunden geht es den Schweinen an die Schwarte. Kreisjägermeister Schröder appelliert an die Bevölkerung, bei Drückjagden die betroffenen Bereiche nicht zu betreten - "zur eigenen Sicherheit". Auch Straßensperrungen müssten sein, um die Verkehrssicherheit durch Wild und Hunde nicht zu gefährden. Für drei bis vier Stunden ein- oder zweimal im Jahr müsse der Verzicht auf das Betreten des Waldes möglich sein.

Ein weiterer Appell geht an dieVerbraucher:Der Wildabsatz sei recht mühsam, berichtet Forstdirektor Krebs. Die Jagdsaison beginnt. Essei wünschenswert, dass mehr Wildschwein fleisch gegessen wird -Bezugsquellen sind die örtlichen Jäger und Förster.

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