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"Grenzwerte werden nicht erreicht"
'Grenzwerte werden nicht erreicht'
07.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger Gaggenau - Die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) will in Gaggenau keine Messung von Luftschadstoffen vornehmen. Eine entsprechende Anfrage aus dem Rathaus wurde jetzt abgelehnt. Die Behörde sieht für Gaggenau keine Gefahr einer Überschreitung von Grenzwerten bei der Belastung mit Luftschadstoffen.

Die Stadtverwaltung wertet die Antwort als gute Nachricht. Stadtrat Eric Peplau (Grüne) hatte die Messung von Luftschadstoffen angeregt. Die Stadt hatte sich daraufhin mit drei ausgewählten Standorten bei einem "Spotmessprogramm" der LUBW für 2019 beworben. Vorgeschlagen wurden:

An der B 462 zwischen Lessingstraße und Konrad-Adenauer-Straße.

An der B 462 im Bereich Siedlung Ottenau.

Schillerstraße zwischen Hauptstraße und Goethestraße.

Aus Sicht der LUBW komme keiner der Standorte in Betracht. Denn sie erfüllen die Kriterien nicht, von denen nach nachgewiesenen Erfahrungswerten eine Überschreitung zu erwarten sei. Der Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid beträgt nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz 40 µg/m³ (Mikrogramm pro Kubikmeter) als Jahresmittelwert. Die Konzentration dieses Luftschadstoffs wird in einem Straßenabschnitt hauptsächlich durch die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) und die Windgeschwindigkeit beeinflusst. Die LUBW hat den Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen und der gemessenen Stickstoffdioxidkonzentration für alle verkehrsnahen Messpunkte in Baden-Württemberg aus dem Jahr 2017 analysiert und dabei zweierlei festgestellt:

An keinem Straßenabschnitt, an dem die Verkehrsstärke weniger als 10 000 Kfz pro Tag betrug, wurde der Immissionsgrenzwert überschritten.

Zudem wurde an keinem Straßenabschnitt, an dem die mittlere Windgeschwindigkeit über 2,4 m/s (Meter pro Sekunde) lag, der Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid überschritten.

Aus diesem Grund werden neue Messpunkte von der Landesanstalt nur dann berücksichtigt, wenn die Verkehrsbelastung über 10 000 Fahrzeuge pro Tag liegt und wenn in deren Umfeld die Windgeschwindigkeiten unter 2,4 Meter pro Sekunde betragen. Drittes Kriterium ist, dass die Wohnbevölkerung von der Immissionsbelastung betroffen ist.

Deutlich habe die LUBW gegenüber der Stadt Gaggenau erklärt, dass "an Standorten, die diese Kriterien nicht erfüllen, keine Grenzwertüberschreitung im Sinne der Bundes-Immissionsschutzverordnung zu erwarten ist". Die Landesanstalt hat alle drei vorgeschlagenen Standorte in Gaggenau nach diesen Kriterien bewertet. Dabei hat sich gezeigt, dass an der B 462 in Gaggenau Mitte das Kriterium "Betroffenheit" nicht erfüllt ist, da es keine Wohnbebauung unmittelbar an der Straße gibt. Gleiches gilt für den Bereich der B 462 bei Ottenau. Betroffenheit bedeute, dass die Wohnbebauung unmittelbar am Straßenrand stehen muss.

In der Schillerstraße in Gaggenau ist das Kriterium Verkehrsbelastung nicht erfüllt. Auf Nachfrage der Stadtverwaltung wurden die drei Straßenabschnitte und ihre Ablehnungsgründe nochmals deutlich erläutert. "Mit dem Ergebnis, dass es kein Teilstück gibt, an dem tatsächlich immer alle drei Kriterien erfüllt sind", heißt es abschließend in der Pressemitteilung der Stadt Gaggenau. "Wir vertrauen auf die große Erfahrung der LUBW und freuen uns, dass wir in Gagge nau nicht mit Überschreitungen von Grenzwerten zu rechnen haben", erklärte Bürgermeister Michael Pfeiffer.

Eric Peplau sagte gestern auf BT-Anfrage: "Zunächst einmal Dank und Lob an Bürgermeister Pfeiffer, dass er sich des Themas angenommen hat. Aber wir werden an dem Thema dranbleiben." Noch vor Weihnachten wolle er gemeinsam mit dem Grünen-Ortsverband Murgtal die LUBW kontaktieren und dabei auf Messungen auch im Murgtal drängen. Denn es gebe für diese Region keine verlässlichen Daten. Peplau: "Es kann nicht sein, dass ausschließlich in Baden-Baden für die gesamte Region ein angeblich repräsentativer Wert ermittelt werden soll."

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