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"Wenn ich es schaffe, bin ich der Held"
'Wenn ich es schaffe, bin ich der Held'
10.11.2018 - 07:34 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Oliver Hintzen wird es nicht langweilig. Der neue Rektor der Weisenbacher Johann-Belzer-Schule "kämpft an vielen Fronten" für deren Erhalt. Für das kommende Schuljahr gilt es, die erforderlichen 16 Anmeldungen zu erhalten, um den Bestand zu gewährleisten. Ein Antrag auf Sondergenehmigung läuft, auch mit zehn Schülern starten zu können.

Hintergrund

Er sei gekommen, um die Schule zu retten. "Wenn ich es schaffe, bin ich der Held, wenn nicht, bekomme ich Prügel", erzählt er mit lockerem Unterton, aber der Hintergrund ist ernst. Derzeit ist eine Mischklasse 5 und 6 gebildet, dies ist eine "gelbe Karte" seitens des Schulamts.

Sollte es für das Schuljahr 2019 / 2020 nicht gelingen, die nötigen Anmeldungen zu erhalten, dann läuft die Werkrealschule nach oben aus. "Wir brauchen noch ein Jahr für die Konzeptentwicklung und die Umsetzung", verdeutlicht er die Situation. Viel Rückendeckung erhält der Rektor vom Lehrerkollegium, der Elternvertretung und der Gemeinde, aber "Qualität braucht Zeit".

Hintzen gibt sich optimistisch. Sechs feste Anfragen für die künftige Klasse fünf gibt es bereits, "das sind viele zu diesem frühen Zeitpunkt". Ein Brief an Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), in der er die Situation in Weisenbach beschreibt, habe bereits eine Reaktion hervorgerufen. Sein Amt als stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) eröffnet ihm direktere Kontaktmöglichkeiten, erläutert Hintzen. "Man hat uns in Stuttgart auf dem Schirm". Auch die Landtagsabgeordnete Sylvia Felder (CDU) unterstütze sein Anliegen.

Das Ministerium wolle die Zahl der Rückläufer aus anderen Schulen wissen und aus welchen Schulen diese kommen. Im laufenden Schuljahr sind es insgesamt neun. Derzeit werden an der Johann-Belzer-Schule 73 Kinder in der Grundschule und 70 in der Werkrealschule von 20 Lehrern unterrichtet.

Vorzüge in den



Fokus stellen

Der Anmeldetermin ist im kommenden Jahr am 13. März. Bis dahin gilt es, die Vorzüge der Werkrealschule in den Fokus zu stellen und Eltern und potenzielle Schüler von deren Angebot zu überzeugen. So wird es Info-Abende für die Eltern der derzeitigen Viertklässler in Weisenbach, Forbach und Scheuern geben. Ein Infotag zur Berufsorientierung (24. Januar 2019) sowie der Tag der offenen Tür und Workshop-Tage zu den Themen Technik und Informatik sowie Haushalt und Textil für künftige Fünftklässler sind in Vorbereitung.

Lob gibt es seitens des Rektors für die Gemeinde Weisenbach, sie stehe hinter der Schule. Zwar ist die dringend erforderliche Sanierung des Gebäudes verschoben. Er habe dafür Verständnis, dass die Gemeinde die laut einer Machbarkeitsstudie rund 6,3 Millionen Euro Gesamtkosten für eine Totalsanierung nicht stemmen könne, "wir müssen damit leben".

Der laufende Schulbetrieb werde dagegen tatkräftig unterstützt, die Gemeinde habe rund 13 000 Euro für Lehr- und Lernmittel freigegeben. So konnte beispielsweise in Maschinen, Instrumente und Calliope-Minicomputer investiert werden, mit denen Grund- und Werkrealschüler an die Grundlagen der Programmierung und Steuerung von im Unterricht erstellten Modellen herangeführt werden. Ein späterer Unterrichtbeginn (derzeit um 7.30 Uhr) ist in der Diskussion.

Kleinere Klassen mit Möglichkeiten zur individuellen Förderung oder das engagierte Lehrerkollegium mit Schulsozialarbeiter Peter Marx sind Argumente, die für die Belzerschule sprechen. Auch wurden ein Medienentwicklungsplan erstellt und die Förderung der weiterren digitalen Ausstattung der Schule beantragt. Wlan ist ein weiterer Wunsch.

Synergien mit



Realschule ausloten

Ein Ganztagesangebot, wie es dieser Tage der Baiersbronner Gemeinderat für die dortige Werkrealschule abgesegnet hat, sei in Weisenbach wegen mangelndem Bedarf kein Thema, so Hintzen. Das Ganz tagsangebot für die Grundschüler dagegen soll reaktiviert werden. Für die kommende Woche ist ein Gespräch mit Joachim Schneider, dem Rektor der Gernsbacher Realschule, vorgesehen, um mögliche Synergien auszuloten.

Alle diese Vorhaben und eingeleiteten Schritte dienen dazu, die Werkrealschule für künftige Fünftklässler als weiterbildende Einrichtung attraktiv zu machen. Viel Arbeit für den rührigen Rektor, der so "ganz nebenbei" auch noch 19 Wochenstunden Unterricht in Informatik, Naturwissenschaft und Technik in den Klassen 4, 7, 8 und 9 gibt.

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