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Die schönsten Stämme gehen nach Japan
Die schönsten Stämme gehen nach Japan
12.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Loffenau - Mit der anhaltenden trockenen Hitze findet der Borkenkäfer überall in Deutschland optimale Brutbedingungen. So auch in Loffenau. Die Auswirkungen der Borkenkäfer-Invasion waren ein Teil der Waldsitzung des Loffenauer Gemeinderats am Freitagnachmittag. Der Schädlingsbefall im Jahr 2018 sei mit circa 830 Festmetern für den Gemeindewald viel, im Vergleich zu anderen Gebieten aber noch relativ moderat, bilanzierte Forstbezirksleiter Markus Krebs.

Revierleiter Günther Taub veranschaulichte am mittleren Axtlohweg, wie sich der Schädling durch die Rinde der Fichte bohrt und dahinter seine sogenannte Rammelkammer baut, den zentralen Teil eines Brutsystems. Bei heißem und trockenem Wetter vermehren sich die Borkenkäfer schneller: Statt der üblichen zwei Generationen pro Jahr beklagen Forstleute schon eine dritte. Über drei Generationen kann ein einziges Weibchen mehr als 100 000 Nachkommen haben, erläuterte Krebs: "Die Rahmenbedingungen für ein starkes Borkenkäferjahr 2019 sind gut." Viel hänge von Petrus ab, verwies der Forstbezirksleiter auf die Unwägbarkeiten, die sich auch im Plan für das kommende Jahr niederschlagen - nicht zuletzt deshalb, weil die Holzpreise wegen des vielen Sturm- und Käferholzes auf dem Markt derzeit im Keller sind.

Deshalb fällt die Hiebmenge 2018 auch etwas geringer aus als prognostiziert: Statt der geplanten 9 200 Festmeter werden wohl nur 8 500 eingeschlagen. Das schlägt sich im Betriebsergebnis nieder: 215 000 Euro für den Verwaltungshaushalt standen im Plan, letztlich werden es wohl 187 000 Euro sein, kündigte Krebs an. Für das kommende Jahr kalkuliert man mit einem Plus von 150 000 Euro, allerdings sei 2019 mit großen Fragezeichen versehen. In vielen Bereichen müsse man mit Annahmen hantieren, weil sich die Kundschaft aufgrund der großen Preisschwankungen aktuell nicht festlege und noch keine Verträge unterschreibe: "Es herrscht ein großes Maß an Unsicherheit", betonte Krebs.

Sicher könne man im Loffenauer Gemeindewald, der sich unter anderem durch einen stabilen und großen Tannenanteil auszeichne, sein, was die Qualität des Holzes anbelangt. Die ist sogar in Übersee gefragt: "Die schönsten Stämme gehen nach Japan", erklärten Revierleiter Taub und sein Chef bei einer schwierigen Hiebmaßnahme an der Risswasenstraße in Richtung Teufelsmühle. Für den Einschlag alter, starker Tannen in steilem, granithaltigem Gelände seien die trockenen Witterungsbedingungen optimal. Bis zu 450 Festmeter werden dort bis Ende dieser Woche geerntet.

Das Forstjahr 2018 hat laut Krebs drei markante Merkmale: Stürme (in Loffenau fielen bislang 954 Festmeter Sturmholz an, das sind mehr als zehn Prozent der Gesamteinschlagsmenge), eine "Wahnsinnsblüte"/Fruktifikation sowie Trockenheit/Hitze. "Für die Natur ist das ein Stressjahr", dessen Auswirkungen und Schäden man wohl erst in den Folgejahren sehen werde. "Klimawandel bedeutet auch Waldwandel", verwiesen die Forstexperten darauf, dass die "Risiko-Art" Fichte an Bedeutung verlieren werde, weil sie mit dem Klimawandel am wenigsten zurechtkomme. Von daher könne man in Loffenau froh sein, dass "Sie so einen hohen Tannenanteil haben".

Bürgermeister Markus Burger sagte angesichts der voraussichtlich geringeren monetären Einnahmen aus dem Wald im Jahr 2019, er habe die Rücklagen lieber in Form gesunder Bäume im Wald als in Euro auf der Bank. Er dankte den Forstleuten für die gute Arbeit.

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