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"Dabei war ich in Handarbeit früher eine Niete"
'Dabei war ich in Handarbeit früher eine Niete'
12.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Christiane Vugrin

Gaggenau - Imposante Holzarbeiten und Keramikskulpturen säumen die Treppen zum Eingang des Rathauses. Innerhalb des Foyers wird es beim ersten Stand sogleich weih nachtlich. Doch weit mehr an kunstvollen, kreativen Handwerksarbeiten gab es zu entdecken - am Wochenende beim Gaggenauer Künstlermarkt.

Um die 50 liebevoll dekorierten Stände laden zum Bummeln, Anprobieren, Ausprobieren und Verweilen ein. Die Materialien - Wolle, Steine, Holz, Papier, Porzellan, Seife, Honig, Stahl, Leder, Stoffe, Plastik - sind so vielfältig wie die Ideen zur Verarbeitung. Kurzum: Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Oder kann auf Wunsch angefertigt werden.

Auch Harry Martin hat mehr zu bieten als seine ausgestellten Arbeiten aus Stein. Gerne fertigt er individuelle Stücke auf Wunsch. "Ich habe mit Sand- und Specksteinen angefangen", erzählt der ehemalige Illustrator, der viele Jahre im Werbebereich gearbeitet hat. Initialzündung war der Absturz seines Computers, "das deutete ich als Zeichen und startete mit dem klassischen Bildhauerhandwerk". Er ist einer der Neuzugänge beim Kunsthandwerkermarkt. Wie Melanie Eckstein und Tochter Hannah, die trendige Taschen und Accessoires im "Tillastyle" anbieten. Hier trifft Kreativität auf Nähkunst und lässt vor allem Frauen beim Schlendern abbremsen. "Mir gefällt es super, eine schöne familiäre Stimmung, nette Leute und tolle Gespräche", schwärmt die Baden-Badenerin, die wohl nicht zum letzten Mal hier anzutreffen sein wird.

"Unglaublich, was alles aus Papier herzustellen ist." Der Schmuckstand von Jasmin Lanzer lässt Besucher staunen. Aufgrund ihrer Erkrankung an Multiple Sklerose widmet sich die Rastatterin seit mehreren Jahren ausschließlich Papier in verschiedensten Ausführungen, um aus Japanseide, Geschenkpapier, Tapete, Lederpapier, Transparentpapier schönen Schmuck zu zaubern. Dass sie an einem Schmuckstück manchmal 14 Tage lang arbeitet und wie aufwendig die Herstellung einzelner Teile ist, verrät sie erst auf Nachfrage. Ehepaar Larsen aus Gernsbach ist begeistert und hat die Qual der Wahl. "Man hat eigentlich genug, aber findet immer etwas", lacht Rainer Larsen und berät geduldig seine Frau.

Auch im oberen Stockwerk ebbt die Vielfalt nicht ab. Da hilft ein Ausruhen bei Kaffee und Kuchen, serviert von der Stadtkapelle, im Bürgersaal. Hier ist auch Spätzünder Sabine Lewender aus Neulingen zu finden. Aus Leder genähte Taschen sind bei ihrem Stand ein Blickfang. "Dabei war ich früher in Handarbeit eine Niete", lacht die Künstlerin.

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