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Belastete Brunnen angezapft
Belastete Brunnen angezapft
15.11.2018 - 00:00 Uhr
Murgtal (red/ham) - "Es kann nicht sein, dass wir kommunizieren: Die Leitungen sind stillgelegt, damit suggerieren, es komme kein Tropfen raus - und dann fließt doch Wasser", stellt Karsten Mußler mit Blick auf drei mit PFC belastete Brunnen klar. Der Kuppenheimer Bürgermeister ging gestern zusammen mit dem Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal (WVV) in die Offensive und stellte fest, dass es im Zusammenspiel mit den Stadtwerken Rastatt ein Kommunikationsproblem gab.

"Das ist ärgerlich, wenn unpräzise Informationen veröffentlicht werden", betont Mußler und gibt gleichzeitig Entwarnung, "die Werte geben keinen Anlass zur Sorge. Sie sind gesundheitlich unbedenklich. Das ist das Wichtigste. Es gibt also nichts zu vertuschen." Der stellvertretende Vorsitzende des WVV hatte umgehend die Bürgerinitiative Sauberes Trinkwasser für Kuppenheim (BSTK) im Rahmen eines persönlichen Gesprächs unterrichtet. Laut einer Mitteilung des WVV sei BSTK-Vorstandsmitglied Andreas Adam "umfassend über den Umfang des Betriebs der Brunnen als auch über die angedachten Maßnahmen für die Zukunft informiert" worden.

Gaggenau, Gernsbach, Kuppenheim und Rastatt sind die Mitglieder des 1967 gegründeten Wasserversorgungsverbands, der für das vordere Murgtal verantwortlich ist. Der Zweckverband betreibt fünf Tiefbrunnenanlagen in Förch sowie Hochbehälter, eine Wasserenthärtungsanlage und ein Transportnetz in die Gemeinden. Die Wasserversorgung erfolgt über die Brunnen 1 und 5. Zum Betrieb der Brunnen 2, 3 und 4 wurde seitens des WVV seit 2016 kommuniziert, dass diese nicht in Betrieb seien. "Im Zuge unserer Vorbereitung auf die Bürgerinformationsveranstaltung zur PFC-Thematik am 21. November in Rastatt mussten wir feststellen, dass diese Aussage zu unpräzise ist. Richtig ist, dass die Brunnen auf einem minimalen Niveau betrieben werden müssen, um mikrobiologischen Fehlentwicklungen vorzubeugen", erläutert der Vorsitzende des WVV, Gernsbachs Bürgermeister Julian Christ. "Die PFC-Leitwerte waren aber zu keinem Zeitpunkt überschritten, da das Wasser aller Brunnen die Filteranlage durchläuft und das PFC bis zu 95 Prozent herausgefiltert wird", ergänzt Christ.

Die Stadtwerke Rastatt sind technischer Betriebsführer der Brunnen. "Wir müssen immer zwei Brunnen laufenlassen, um auf die benötigte Wassermenge zu kommen", führt Geschäftsführer Olaf Kaspryk aus, dass bei einem Ausfall der Tiefbrunnen 1 und 5 die anderen drei als Ersatz benötigt werden. Über das ganze Jahr gesehen kommen laut Mußler "rund vier Prozent" des Wassers aus den drei vermeintlich stillgelegten Tiefbrunnen. Kaspryk bedauert die "unvollständige Kommunikation auf technischer Ebene, welche zu verbessern ist". Als technischer Betriebsführer für den Verband werde man "weiterhin alles innerhalb der uns übertragenen Verantwortung dafür tun, um eine gute Wasserqualität zu gewährleisten". Wichtig sei vor allem: "Niemand ist etwas passiert."

Um die Wasserqualität zu optimieren und die Versorgungssicherheit im Verbandsgebiet auch zukünftig sicherzustellen, strebt der WVV ein Bündel von Maßnahmen an. So sieht es der Verband als vordringliche Aufgabe an, die Ersatzwasserversorgung für Kuppenheim und Gernsbach schnellstmöglich baulich umzusetzen. Im Falle Kuppenheims wird die Umsetzung voraussichtlich im 1. Quartal 2019 abgeschlossen sein. "Die Aufträge sind alle vergeben", berichtet Bürgermeister Mußler.

Für Gernsbach laufen derzeit die Planungen und sollen zügig in eine bauliche Realisierung münden. Des Weiteren sind die Stadtwerke Rastatt sowie die Verbandsverwaltung damit beauftragt, Planungen für Optimierungen der Steuerungs- und Pumpentechnik als auch für die Planung eines möglichen Aktivkohle-Filters zu erstellen. "Das ist eine technische Möglichkeit. Dank der Erfahrungen in Rauental sind wir ja inzwischen Experten", peilt Kaspryk ebenso in Förch eine optimale Lösung an, die andere technische Möglichkeiten als Aktiv-Kohle als Option einschließen.

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