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Klares Signal zur Stärkung der Stadtteile
Klares Signal zur Stärkung der Stadtteile
22.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Der Gemeinderat ist den Empfehlungen der Ortschaftsratsgremien aus Reichental und Obertsrot gefolgt und hat der Fortentwicklung der Baugebiete Hardt IV und Eben II zugestimmt. Während Eben II nun zügig entwickelt werden soll, ist für Hardt IV eine weitere Prüfung durch die Erstellung einer Machbarkeitsstudie erforderlich. Die Notwendigkeit, die Stadtteile zu stärken, indem jungen Familien die Möglichkeit gegeben wird, ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, wurde von allen Fraktionen betont.

"Auch die Stadt setzt auf die guten Erfahrungen und auf die schnelle Realisierung, die aus dem vorangegangenen Baugebiet Eben I resultieren. Uns ist es wichtig, gerade auch für junge Familien attraktives Bauland bereitstellen zu können", betonte Bürgermeister Julian Christ. Christine Winkelhorst (CDU) bemängelte, dass die Verzögerung durch die von der Stadt in Auftrag gegebene Baulandstudie bei den Bauwilligen in Hilpertsau für Verunsicherung gesorgt habe. "Jetzt wird es Zeit, dass es weitergeht", sagte die Gemeinderätin und richtete ihren Blick auch auf die örtliche Infrastruktur, speziell auf den Außenbereich der Kindertagesstätte Rockertstrolche. Diesbezüglich solle die Stadt prüfen, ob sie das angrenzende AVG-Gelände als Erweiterungsmöglichkeit kaufen kann. Ortsvorsteher Walter Schmeiser (Freie Bürger) berichtete vom großen Interesse an Bauland in Hilpertsau: Alleine am vergangenen Wochenende hätten ihn zwei Anfragen erreicht. "Es ist dringend notwendig, das Baugebiet weiter voranzubringen." Sieben der 18 Grundstücke in Eben II sind bereits auf privatem Wege vergeben, bei den restlichen elf wird sich die Stadt engagieren und die erforderlichen Haushaltsmittel (932 000 Euro) zur Verfügung stellen.

Am gestiegenen Flächenbedarf für das Baugebiet (6 108 statt der ursprünglich vorgesehenen 4 750 Quadratmeter) störte sich Stefan Eisenbarth (CDU): "Der Flächenverbrauch ist ja Wahnsinn." Zudem bemängelte er, dass die Satzungsvorgaben in Eben I nach wie vor nicht eingehalten werden. Diese waren als Ausgleichsmaßnahmen aufgrund des nicht unerheblichen Eingriffs in die Natur festgeschrieben worden.

Außerdem verwies Eisenbarth auf die Folgekosten, die ein Baugebiet mit sich bringe. Darauf entgegnete Kämmerer Benedikt Lang: "Die Frage der Kosten für die Bereitstellung zusätzlicher Infrastruktur bei Zuzug hält sich erfahrungsgemäß die Waage und sollte im Zuge der Erschließung eines Baugebiets keine Rolle spielen. Es steht hier der politische Auftrag an erster Stelle, nämlich die Bevölkerungsstruktur stabil zu halten." Davon war man in Reichental zuletzt weit entfernt. Wie Guido Wieland (SPD) informierte, sei dort das letzte Grundstück im Baugebiet Hardt III im Jahr 1991 verkauft worden. Die Einwohnerzahl des idyllischen Ortsteils ist inzwischen von einst 1 100 auf unter 700 gesunken. "Wir müssen jetzt handeln", forderte Wieland, zur Not auch mit städtischen Subventionen.

Erschließungskosten stark gestiegen

"Wir brauchen die Eigenentwicklung der Stadtteile", betonte auch Fraktionsvorsitzender Uwe Meyer (Freie Bürger): "Wir brauchen mindestens fünf bis zehn Bauplätze in Reichental." Und Robert Klumpp (CDU) ergänzte: "Es gibt keine Alternative mehr." Problem bei Hardt IV sind die deutlich teurer gewordenen Erschließungskosten. Aufgrund der topographischen Bedingungen und durch das erforderliche Wassertrennsystem mit direkter Ableitung in den Reichenbach sind die Herstellungs- und Erschließungskosten mit knapp 183 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zu anderen Standorten in Gernsbach unverhältnismäßig hoch, erklärte Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin.

"Günstiger wird es nicht mehr", warb Friedebert Keck (CDU) trotzdem dafür, Hardt IV "jetzt durchzuziehen". Die Baulandkosten in Eben I lagen anfangs bei 160 Euro pro Quadratmeter - das sei gar nicht so weit weg von den geschätzten Preisen in Reichental, so Keck.

Bei zwei Gegenstimmen von den Grünen beschloss der Gemeinderat, die Firma KBB GmbH Kommunalberatung & Baulanderschließung (Baden-Baden) mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für das Baugebiet Hardt IV zu beauftragen; damit verbunden ist die Klärung der Mitwirkungsbereitschaft auf der Grundlage der fortgeschriebenen Erschließungskosten. "Erst wenn die Rahmenbedingungen geklärt sind, können wir weitere Entscheidungen treffen", erklärte Bürgermeister Christ.

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