http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Weidezäune aufrüsten zur Wolfsabwehr
Weidezäune aufrüsten zur Wolfsabwehr
23.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - "Wir wollen, dass unsere Tierhalter weitermachen", machte Bürgermeisterin Katrin Buhrke in der Gemeinderatssitzung deutlich. Die Präsenz eines Wolfs im Murgtal sehen Tierhalter als Gefahr für ihre Herden, die die Offenhaltung der Landschaft gewährleisten. Durch die vom Umweltministerium Baden-Württemberg ausgewiesene "Förderkulisse Wolfsprävention im Nordschwarzwald" ist es möglich, Förderanträge zur Aufrüstung der Schutzanlagen gegen Wolfsangriffe zu stellen. Der Gemeinderat beauftragte einstimmig die Verwaltung, die Förderung zu beantragen.

Die Weideeinrichtungen gehören der Gemeinde Forbach. Die Zaunanlagen entsprechen derzeit nicht den Vorgaben, um im Falle eines Risses eine Entschädigung aus dem Entschädigungsfonds Wolf zu erhalten. 90 Prozent der Nettokosten für die technische Aufrüstung können gefördert werden. So müssen beispielsweise Elektro-Netzzäune mindesten 90 Zentimeter hoch sein und fünf Strom-Litzen haben. Ein Festzaun braucht mindestens 1,20 Meter Höhe und ebenfalls fünf Litzen.

Mit den Tierhaltern wurden Gespräche geführt. Thomas Langenbach, der etwa 32 Hektar Fläche beweidet, sowie Christian Striebich (zehn Hektar Weidefläche), sprachen sich für die Aufrüstung der Zaunanalen aus und würden den Umbau übernehmen. Ein Rinderhalter im Sasbachtal will die Beweidung dort ohne modifizierte Zäune weiterführen, befürwortet allerdings für den Fall von Wolfsrissen einen gemeindlichen Entschädigungsfonds.

Gegen die Aufrüstung der Zauntechnik sprach sich der Ziegenverein Bermersbach aus, der die größte Fläche, 61,5 Hektar, im Auftrag der Gemeinde beweidet. Ein besserer Zaun sei keine Garantie für Schutz und Ausbleiben von Wolfsatttacken, begründet der Verein seine Entscheidung. Auch sei es den Mitgliedern nicht möglich, die anfallende Arbeit zur Ertüchtigung der Zäune durchzuführen. Diese an einen Unternehmer zu vergeben würde die finanziellen Möglichkeiten des Vereins überschreiten. Nach Ablauf der Pflegeverträge Ende 2019 wolle man die Beweidung auf rund zehn Hektar Fläche aufgeben, die am weitesten von Bermersbach entfernt sind. Der Grüngürtel um das Dorf wäre nicht betroffen.

Horst Fritz (SPD) zeigte sich überrascht über die unterschiedlichen Reaktionen der Tierhalter. Die Entscheidung des Ziegenvereins müsse man respektieren. Achim Rietz (FWG) bedauerte, dass die Beweidung von Flächen in Bermersbach aufgegeben werden soll. Er sieht für die Zukunft keine andere Möglichkeit, als den Tierhaltern zu helfen.

Margrit Haller-Reif (Grüne) appellierte, dass Tierhalter Präventionsmaßnahmen ergreifen sollen, um Wolfsrisse zu vermeiden. Sabine Reichl (CDU) sagte, man müsse die Tierhalter auch mit "Manpower" unterstützen. Andreas Wacker (CDU) ergänzte, die Herdenbesitzer würden mit ihren Problemen von der Politik alleine gelassen, "da muss noch was kommen."

Die Frage von Sabine Reichl nach dem Zustand des Zauns am gemeindlichen Wildgehege in Bermersbach beantwortete Ortsbaumeister Oliver Dietrich. Der bestehende Zaun sei hoch genug, und bei anfallenden Reparaturen würde er den Erfordernissen entsprechend ausgerüstet.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gaggenau
Beide Hallen voll belegt

22.11.2018
Hillwood-Hallen sind vermietet
Gaggenau (tom) - In den Hallen auf dem ehemaligen KWH-Gelände ist kein Platz mehr frei. Nach BT-Informationen handelt es sich ausschließlich um die Logistiker Duvenbeck und Seifert. Kleinere Unternehmen aus der Region sind demzufolge nicht unter den Mietern (Foto: Senger). »-Mehr
Rastatt
Viele Ideen für das Kombibad

19.11.2018
Viele Ideen für das Kombibad
Rastatt (hr) - Viele Ideen gibt es für das Kombibad in Rastatt. Mehr als 35 Interessierte (Foto: hr) machten beim Bürgerbeteiligungs-Workshop zu den Schwerpunktthemen Gastronomie und Attraktionen mit. Auch eine Stunde Verlängerung reichte nicht, um die Anregungen auszudiskutieren. »-Mehr
Gernsbach
Golf schleudert beim Ausparken in Bahnzaun

09.11.2018
Golf schleudert in Bahnzaun
Gernsbach (ham) - Ein Autofahrer hat am Donnerstag vermutlich aufgrund eines medizinischen Notfalls die Kontrolle über seinen Golf verloren und ist in Gernsbach in einen Bahnzaun gekracht. Der 68-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht (Foto: Gareus-Kugel). »-Mehr
Freiburg / Loffenau
Wolf: Mehr Sichtungen gemeldet

02.11.2018
Mehr Sichtungen gemeldet
Freiburg/Loffenau (lsw/ham) - Die Zahl vermeintlicher Wolfssichtungen hat in Baden-Württemberg seit rund einem Jahr stark zugenommen. Die der gesicherten Nachweise beschränkt sich hingegen auf wenige Dutzend. Auch der Verdacht von Loffenau hat sich nicht bestätigt (Foto: dpa). »-Mehr
Gaggenau
--mediatextglobal-- Auf dem Reiterhof in Winkel geht es einen Nachmittag lang um die Möglichkeiten, wie man Herdentiere auf abgelegenen Weiden schützen kann. Foto: Senger

31.10.2018
Trockener Boden - schlechter Zaun
Gaggenau (tom) - Brockelhart der Lösslehm. Nach bald einem halben Jahr Trockenzeit ist von Bodenfeuchte nichts mehr zu spüren. Und damit waren die Teilnehmer des Zaunbau-Seminars bei zwei Problemen, mit denen sie sich als Weidetierhalter auseinandersetzen müssen (Foto: tom). »-Mehr
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Advent ist auch die Zeit der Spendenaktionen und Spenden-Shows. Animiert auch Sie Weihnachten zum Geldgeben?

Ich spende immer zu Weihnachten.
Ich spende unabhängig vom Advent.
Ich spende nicht.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz