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Vorerst Atem holen, noch nicht Durchschnaufen
Vorerst Atem holen, noch nicht Durchschnaufen
29.11.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red/tom) - Die kritischen Jahre hat der Verein Gaggenauer Altenhilfe mit dem Abschluss für 2017 hinter sich gelassen. Doch zum Zurücklehnen gibt es keinen Grund. Dies machte Finanzvorstand Andreas Merkel bei der Jahreshauptversammlung deutlich. Ohne städtischen Betriebskostenzuschuss wäre das Jahresergebnis mit 126 000 Euro negativ.

Die betrieblichen Erträge konnten von 12,1 auf fast 12,5 Millionen Euro gesteigert werden: Insbesondere, weil zum 1. Januar 2017 eine Umstellung von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade erfolgt ist. Außerdem wirkt sich die zum 1. August 2017 vorgenommene Entgelterhöhung aus. Ferner haben höhere Erträge beim Menüservice von rund 36 000 Euro zum Ergebnis beigetragen.

Allerdings, so gibt Merkel zu bedenken: Bei den betrieblichen Erträgen ist der erhöhte städtische Betriebskostenzuschuss enthalten, der seit 2016 jährlich 559 000 Euro beträgt. Davon entfallen 40 000 Euro auf die Verrechnung des Erbbauzinses für das Grundstück an der Bismarckstraße.

Hintergrund

139 Vollzeitstellen weist das Personaltableau für 2017 aus, das sind fünf mehr als 2016. Dennoch sank der Personalaufwand um 230 000 Euro. Denn es wurde vermehrt Personal von der Tochtergesellschaft Gaggenauer Altenhilfe gGmbH eingesetzt. Dort sind keine Pflegefachkräfte angestellt. Die dort bezogenen Leistungen erhöhten sich auf 774 000 Euro. Zudem wurden in der Pflege auch externe Leistungen im Wert von 244 000 Euro eingekauft. Der Materialaufwand stieg von 2016 auf 2017 auf 2,9 Millionen Euro.

Merkel erinnerte an die "wesentlichen Grundvoraussetzungen", unter denen die Gaggenauer Altenhilfe agiere:

Gemeinnützigkeit. Im Gegensatz zu anderen Anbietern erbringt der Verein seine Dienstleistungen als gemeinnützige Institution. "Das unterscheidet uns ganz klar von einem gewinnorientierten Anbieter, der am Ende des Jahres eine Ausschüttung erwirtschaften muss, um seinen Kapitalgebern gerecht zu werden."

Orientierung am öffentlichen Dienst. Seit Gründung des Vereins werden die Pflegefachkräfte in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst vergütet. "Insoweit erfüllen wir seit mehr als 40 Jahren genau das, was von der Politik gegenwärtig angemahnt wird: Bezahlung nach einem Tarifvertrag, der ausgebildeten Pflegefachkräften angemessene Bezahlung gewährt. Umgekehrt muss uns dann natürlich von den Kostenträgern auch zugestanden werden, dass wir bei Pflegesatzverhandlungen eine Erhöhung verhandeln können, die unsere Kostensituation berücksichtigt."

Das bisherige System stoße an seine Grenzen, gibt Merkel zu bedenken. "Denn diese Erhöhungen gingen einseitig zu Lasten der zu Pflegenden - weil die Leistungen der Pflegekassen gedeckelt sind." Betroffen davon seien in besonderer Weise Bewohner, deren Kosten nicht vom Sozialhilfeträger getragen werden: "Sie sehen sich jährlich mit Kostensteigerungen konfrontiert. Insofern bedarf es nach meiner Einschätzung einer Diskussion über die Dynamisierung der Leistungen der Pflegeversicherung. Es ist ja letztlich nicht nachzuvollziehen, warum die gesetzliche Rente jährlich der Lohnentwicklung angepasst wird, während die Pflegeversicherung hinsichtlich der Leistungshöhe auf einem einmal definierten Wert verharrt."

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