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Feuerwehren intensivieren die Zusammenarbeit
Feuerwehren intensivieren die Zusammenarbeit
30.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Murgtal - Zusammenarbeit ist gefordert, um im Einsatzfall Brände umfassend bekämpfen zu können. Dazu haben die Feuerwehren Gernsbach und Weisenbach ein gemeinsames Atemschutzkonzept entwickelt, das auf weitere Wehren im mittleren Murgtal ausgeweitet werden soll. Gemeinsame Übungen haben bereits stattgefunden.

Es ist Samstagvormittag. Ein Feuerwehrmann liegt regungslos in der Fahrzeughalle der Gernsbacher Feuerwehr auf dem Boden. Das Zischen seines Atemschutzgerätes lässt erkennen, dass die Technik, die ihn mit Atemluft versorgt, immer noch funktioniert. Zwei weitere Feuerwehrmänner tasten sich bei schlechter Sicht näher, finden den Kollegen und versuchen herauszufinden, was ihm passiert ist.

Was der Alptraum für jeden Einsatzleiter darstellt, ist laut Wehr in diesem Fall jedoch gewollt. Die drei Wehrangehörigen sind nicht im Einsatz, sondern Teilnehmer eines Seminars, bei dem Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren aus Gernsbach und Weisenbach gemeinsam die Rettung und Versorgung von verunfallten Kollegen trainieren.

Die Verantwortlichen im Bereich Atemschutz der Wehren Gernsbach und Weisenbach haben das Konzept gemeinsam entwickelt, berichtet Gernsbachs Kommandant Volker Steimer auf BT-Anfrage. Hintergrund sei die schwindende Tagesverfügbarkeit, die gerade kleinere Wehren vor Probleme stelle. In Gernbach könne dies gerade noch aufgefangen werden, so Steimer. Die kommunenübergreifende Zusammenarbeit dauere schon eine ganze Weile, die Wehren gingen offen mit dem Thema um, sagt Steimer. Als Beispiel nannte er die rund 100 Atemschutzträger, über die die Gernsbacher Gesamtwehr verfüge. Allerdings seien im Einsatzfall auch mal die Hälfte nicht einsatzbereit, wegen Arbeit, Krankheit oder sonstiger Ausfallgründe, berichtet er aus Erfahrung.

Um diesem Manko entgegenzuwirken, sei die Zusammenarbeit initiiert worden. Auch vor dem Hintergrund, dass der Gernsbacher Tunnel mit Fluchttreppenhäusern nachgerüstet werden soll. Im Ernstfall wären die Gernsbacher Wehrleute im Tunnel im Einsatz, die benachbarten Wehren würden die nachrückenden Kräfte stellen, nannte er ein Beispiel. Um auf einem gleichen Wissens- und Ausbildungsstand zu sein, dafür seien die gemeinsamen Übungen.

Standardisiertes



Vorgehen bei Bränden

Bereits vor zwei Jahren wurde deshalb ein gemeinsames Atemschutzkonzept erarbeitet. In diesem ist das Vorgehen im Brandeinsatz standardisiert und ein Sicherheitskonzept festgeschrieben, das über die bisher geltenden Anforderungen der Feuerwehr-Dienstvorschrift hinaus geht. Mittlerweile hat sich der Kreis erweitert, und die Feuerwehren des mittleren Murgtals sollen künftig nach dem gemeinsamen Atemschutzkonzept arbeiten, um lokale und überörtliche Einsätze sicherer und effektiver durchführen zu können.

Weisenbachs Kommandant Adrian Klaiber befürwortet die Zusammenarbeit der Murgtäler Wehren. Die Kollegen aus Forbach sollen noch dazukommen, so Klaiber. Der Forbacher Gesamtkommandant Christian Striebich bestätigt erste Gespräche. Im Bedarfsfall würden die Gernsbacher Feuerwehrkollegen nach Forbach kommen, beispielsweise mit der Drehleiter. Diese Hilfe solle auch talabwärts funktionieren, so Striebich. Anfang kommenden Jahres soll ein erster gemeinsamer Ausbildungstag stattfinden.

Auch in Loffenau wurde das Konzept bereits vorgestellt, "wir werden uns anschließen", sagte Kommandant Hartmut Schweikhardt. Die genauen Modalitäten werden noch erarbeitet.

Kreisbrandmeister Heiko Schäfer begrüßt die Zusammenarbeit. Pro Jahr werden zusätzlich zu den normalen Proben drei Tagesseminare durchgeführt, bei denen die Geräteträger die Inhalte des gemeinsamen Atemschutzkonzepts in verschiedenen Praxisstationen vertiefen können. Das jüngste fand bei der Feuerwehr in Gernsbach statt. Die Schwerpunkte in diesem Jahr waren das Absuchen von verrauchten Räumen, Öffnen von Wohnungstüren, Handhabung einer Wärmebildkamera, verschiedene Rettungstechniken von verunfallten Kollegen und die Sicherstellung der Atemluftversorgung im Gefahrenbereich.

Dem Atemschutzgeräteträger konnte bei der Übung unter den wachsamen Augen der Seminarteilnehmer die Luftversorgung gesichert werden. Danach wurde er zum Abtransport vorbereitet, und die nächsten Teilnehmer waren an der Reihe.

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