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Denkzettel für "gravierende Straftat"
Denkzettel für 'gravierende Straftat'
05.12.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (mme) - "Es ist absolut keine Lappalie, wegen der wir hier sitzen. Die Anklage hätte durchaus noch etwas härter verfasst werden können", meinte Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch gestern in der Verhandlung gegen einen 18-Jährigen. Wegen des Verkaufs von Betäubungsmittel an ein Kind saß der junge Mann, der in Gernsbach gemeldet ist, im Amtsgericht auf der Anklagebank.

Zwischen Oktober 2017 und April dieses Jahres verkaufte der Schuldige vier Mal Marihuana zu jeweils 25 Euro an einen 13-jährigen Bekannten. Für sein Vergehen sprach ihn Koch in vier Fällen schuldig und verwarnte ihn. Zudem muss er die Kosten des Verfahrens tragen sowie eine Strafe von 250 Euro zahlen. Über das Geld darf sich nun der Schwimmbad-Förderverein Obertsrot freuen, dem der Betrag zugutekommt. Ebenso wurde das Mobiltelefon des Täters einbehalten, das Ermittler als Beweismittel verwendeten.

"Zugegebenermaßen



eine kleine Auflage"

Koch folgte mit dem Urteil dem Plädoyer von Oberamtsanwalt Andreas Adam, der dem Straffälligen vor allem mit der Geldbuße "einen Denkzettel" verpassen wollte. "So wie er sich in der Verhandlung gegeben hat, scheint er aufrichtig zu sein", meinte Adam.

"Zugegebenermaßen ist das eine kleine Auflage. Aus Sicht des Gesetzgebers ist es nämlich eine gravierende Straftat, die sie begangen haben", erklärte Koch dem Schuldigen nach der Urteilsverkündung. Unter anderem das vollständige Geständnis, "die ehrlich erfrischende Art" und die aktuellen Umstände, in denen sich der Täter befindet, wirkten sich mildernd auf den Richterspruch aus. Nach einem schweren Verkehrsunfall ist der Täter im beruflichen Alltag aktuell stark eingeschränkt.

"Es war echt dumm von mir. Ich habe es im Nachhinein wirklich bereut", sagte er. Er habe sich nichts dabei gedacht, als er dem 13-Jährigen die Drogen vor dem Landratsamt in Rastatt verkauft habe.

Der Junge, den der Täter bereits seit frühester Jugend kennt, sprach ihn an und fragte nach Marihuana. Der 13-Jährige wusste wohl davon, dass der Angeklagte zu dieser Zeit selbst illegale Drogen konsumierte. Nach wiederholten Anrufen des Jungen kam es in der Folge zu den vier Geschäften, bei denen jeweils zwei Gramm Marihuana verkauft worden sind. Zum Tatzeitpunkt war der Angeklagte teilweise noch 17 Jahre alt, was Koch dazu veranlasste nach dem Jugendrecht zu urteilen. "Mit dem Kiffen", so der Täter, "habe ich mittlerweile ebenso abgeschlossen wie mit ehemaligen Weggefährten. Ich habe mein Leben geändert", gab er zu Protokoll.

Sowohl der 18-Jährige als auch Adam, Vertreter der Staatsanwaltschaft Baden-Baden, verzichteten auf Rechtsmittel gegen das Urteil - somit ist dieses rechtskräftig.

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