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Kindgenau will nächsten Schritt machen
06.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach/Gaggenau - "Seit 2005 haben wir von Kindgenau Spaß am Engagement für Gaggenauer Kinder und Familien." Dieser Satz auf der Startseite der Internetpräsenz des gemeinnützigen Vereins könnte bald ergänzt werden: Nämlich dann, wenn Kindgenau sein Vorhaben realisieren darf, seinen Einzugsbereich auf die Nachbarstadt Gernsbach auszuweiten. Die Papiermacherstadt sucht nach einem Betreiber für ihr Jugendhaus in der Schwarzwaldstraße. Kindgenau will sich dafür bewerben. Einen entsprechenden Vorstandsbeschluss bestätigte Vorsitzender Dirk Böhmer auf BT-Anfrage.

"Wir haben entschieden, dass wir jetzt ein Konzept für Gernsbach ausarbeiten und dem Gemeinderat vorstellen werden", sagt Böhmer. Käme der mit dem Landespreis "Echt gut - Ehrenamt in Baden-Württemberg" ausgezeichnete Verein zum Zug, wäre dies ein großer Schritt, wie der Vorsitzende bestätigt: Ist man bisher in der Führungsebene rein ehrenamtlich aufgestellt, würde dies nicht mehr ausreichen.

"Wir würden dann eine Geschäftsleitung installieren", kündigt Böhmer an. Der Realschullehrer ist sich der Herausforderung bewusst, "aber die sichert den Verein auch ab. Unsere Strukturen werden sich weiterentwickeln". Deshalb spricht der Vorsitzende lieber vom "nächsten Schritt" des mittlerweile 13 Jahre alten Vereins, der dadurch auch wieder mehr Kapazitäten schaffen möchte für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Man sei diesbezüglich jetzt schon an der Grenze, unterstreicht Böhmer die Notwendigkeit einer Geschäftsführung, sollte Kindgenau künftig auch in der Papiermacherstadt wirken.

Die Stadt Gernsbach gibt sich noch zurückhaltend und verweist auf Anfrage lediglich auf die Haushaltsberatungen 2017. Damals hatte die SPD-Fraktion im Gemeinderat beantragt, konzeptionelle Veränderungen zum Gernsbacher Jugendhaus



zu prüfen. Daraufhin habe man die Arbeit aufgenommen, mit potenziellen neuen Trägern - unter anderem mit Kindgenau - und auch mit dem städtischen Jugendpfleger Mathias Winter Gespräche geführt. "Die Stadtverwaltung arbeitet nun verschiedene Optionen aus und wird diese dem Gemeinderat (sowie der Öffentlichkeit) zum gegebenen Zeitpunkt zur weiteren Entscheidung vorlegen", lässt die städtische Pressestelle wissen.

Jufaz lässt sich nicht eins zu eins übertragen

Böhmer bestätigt den Besuch des Gernsbacher Hauptamtsleiters Thomas Lachnicht und der zuständigen Sachgebietsleiterin Katja Weißhaar im Gaggenauer Jufaz. Das in städtischem Auftrag von Kindgenau als Träger betriebene Jugend- und Familienzentrum bietet ein breites Spektrum an offenen Angeboten und speziellen Aktivitäten an - mit dem Ziel, ein kinder-, jugend- und familienfreundliches Gaggenau zu sein. Nach diesem Vorbild möchte der Verein auch in Gernsbach als Träger in Erscheinung treten, auch "wenn sich das Jufaz nicht eins zu eins übertragen lässt", wie Böhmer betont.

Das liege unter anderem an den Räumlichkeiten. Das Gebäude beim Gernsbacher Bahnhof, das seit 1. Juni 2018 im Besitz der Stadt ist, sei "sehr verschachtelt und in die Jahre gekommen", analysiert Böhmer seine Erkundungen: "Wir haben signalisiert, dass die Stadt da etwas tun muss und ein paar Ideen eingebracht." Das Bauamt sei dran, habe man Kindgenau im Verlauf der Gespräche versichert, so Böhmer.

Auch



konzeptionell würde sich im Falle einer Trägerschaft des Gaggenauer Vereins einiges ändern, betont Böhmer. Aktuell nutzten das Jugendhaus hauptsächlich Teenager (ab circa 13 Jahre), künftig sollen sich dort Kinder ab zehn Jahren "zu Hause fühlen". Das hieße natürlich auch: Keine Zigaretten und kein Alkohol, was derzeit dort keine Selbstverständlichkeit sei. Entsprechende Klagen hat es bereits im Gernsbacher Gemeinderat gegeben, als Mitglieder des 8er-Rats, der städtischen Jugendbeteiligungsform, über das Jugendhaus berichteten.

Nicht zuletzt deshalb kam der Wunsch der Kommunalpolitiker auf, entsprechende Veränderungen im Jugendhaus herbeizuführen. Kindgenau möchte diese gerne umsetzen und betont für den Fall des Zuschlags: "Wir starten mit neuem Personal." Ähnlich wie im Gaggenauer Jufaz würde der Verein in Gernsbach wohl 1,5 Stellen einrichten, kündigt Böhmer an. In zwei bis drei Monaten werde man das Konzept für Gernsbach fertig haben.

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