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Dauerarrest als letzte Chance
Dauerarrest als letzte Chance
13.12.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (mme) - Vor knapp zwei Jahren warf ein heute 20-Jähriger zugezogener Murgtäler in der Nähe von Köln Flaschen und Eier auf eine Flüchtlingsunterkunft. Zudem belästigte er die Bewohner mit rechtsradikalen Parolen. Für diese Straftaten sowie für mehrere Diebstähle verurteilte ihn Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch am Dienstag in einer öffentlichen Hauptverhandlung am Amtsgericht Gernsbach.

Als jugendlichen Leichtsinn hat Staatsanwalt David Hellmanzik die Taten des 20-Jährigen in den vergangenen zwei Jahren eingestuft. Ähnlich sah es Amtsgerichtsdirektor Koch, er verpasste dem Angeklagten gleichwohl sprichwörtlich "einen Tritt ans Schienbein". Wegen Volksverhetzung mit der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, mehrfacher Sachbeschädigung und des zweifachen Diebstahls verurteilte Koch den jungen Mann zu vier Wochen Dauerarrest. Zusätzlich trägt er die Kosten des Verfahrens und wurde verwarnt.

Zunächst war die Hauptverhandlung am Amtsgericht wegen der Vorkommnisse von vor zwei Jahren in der Nähe von Köln angesetzt. Koch eröffnete kurzerhand eine weitere, da gegen den Angeklagten noch ein zweites Verfahren wegen mehrfachen Diebstahls im Gange war.

Während der Beweisaufnahme gestand der Angeklagte zum einen, dass er 2016 Teil einer Gruppe war, die unter erheblichem Alkoholeinfluss Sachbeschädigungen an der Flüchtlingsunterkunft verursacht hatte. Rund fünf Täter warfen damals Glasflaschen und Eier in Richtung der Unterkunft. Der Angeklagte demolierte zudem einen Briefkasten und klaute einen Schuh, den er anzündete. Im Rahmen dieser Zerstörungswut kam es auch zur Volksverhetzung. Zum anderen gab der Angeklagte an, im Zeitraum von Ende 2017 bis Anfang dieses Jahres zwei Bekannte bestohlen zu haben. Beim Diebesgut handelte es sich um Kleidungsstücke sowie eine Uhr.

"Es scheint so, dass der Angeklagte zumindest zum damaligen Zeitpunkt nicht über die geistige Reife verfügte. Ausnahmsweise können wir Zuchtmittel und Auflagen gegen ihn verhängen", plädierte Hellmanzik. Der Staatsanwalt gab aber auch an, während der Verhandlung durchaus geneigt gewesen zu sein, eine Jugendstrafe in Form einer Freiheitsstrafe zu fordern. Durch die Einlassung der Jugendgerichtshilfe kam er jedoch zu dem Entschluss, dem Angeklagten "eine letzte Chance zu gewähren".

Dass es überhaupt zur Hauptverhandlung in Gernsbach kam, dafür "war vielleicht auch der jugendliche Leichtsinn des Angeklagten verantwortlich", so Koch. Die Staatsanwaltschaft Bonn hatte gegen ihn im Fall aus dem Jahr 2016 ermittelt, wollte das Strafverfahren gegen eine Zahlung sogar einstellen. Dieser Forderung kam er jedoch nicht nach, wodurch er nun die Arrestanstalt Rastatt näher kennenlernen wird.

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