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Die Leidenschaft für Musik prägt sein Leben
14.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Weisenbach - Wenn sich Reinhard Seifried auf sein Rad schwingt und in Richtung Unterstmatt startet, dann freut er sich auf das Fahren in den Bergen - eine seiner großen Leidenschaften. "Ich fahre nur so ungefähr 1 500 bis 1 600 Kilometer im Jahr, aber dafür 12 000 Höhenmeter", erzählt er bescheiden. Dass er im nächsten Jahr dann schon seinen 80. Geburtstag feiert, sieht man ihm nicht an: "Ich habe schon immer Sport getrieben, früher Fußball, Ski und Leichtathletik", seit 30 Jahren gehört auch das Mountainbike zu seinen Leidenschaften und im Winter dann Schwimmen und Sauna. Eine zweite große Leidenschaft begleitet ihn fast durch sein ganzes Leben: die Liebe zur Musik und zum Gesang.

Den gebürtigen Gernsbacher verschlug es aus Liebe nach Au. Nach der Heirat mit seiner vor drei Jahren verstorbenen Frau fand er schnell Anschluss im Männerchor in Au. "Ich war Kfz-Mechaniker und später Lkw-Fahrer, ich hatte keine Ahnung von Musik oder Noten", erzählt er offen: "Aber ich war immer wunderfitzig." Neugierig, was denn da auf den Notenblättern außer dem Text noch alles stand, kaufte er sich ein Buch: "Den "Katechismus der Musik - da habe ich mich durchgebissen."

Sein Lebensmotto, "wenn Du willst, dann geht alles", motivierte ihn. Autodidaktisch begann er, sich auch auf einer Heimorgel Grundkenntnisse im Klavierspielen anzueignen. Schnell wurde man im Männergesangverein darauf aufmerksam, dass da einer war, der nicht nur gut singen konnte, sondern sich auch sonst mit dem Hintergrund von Musik beschäftigt und er wurde gefragt, ob er nicht Vizedirigent werden wolle.

Natürlich wollte er und so besuchte er einen Lehrgang beim Sängerbund und einen Chorleiterkurs in Offenburg. Die Folgen waren nicht immer schön für ihn, denn manches Mal fühlte er sich unterfordert, wollte mehr. Und seine Chance kam: Der Schwarzwaldchor, in den 70er Jahren das musikalische Aushängeschild des Murgtals, brauchte noch einen ersten Bass. "Das waren lauter Musiker, da habe ich immer genau zugehört, wenn die sich unterhalten haben", erzählt Seifried. Der Schwarzwaldchor konnte also nicht nur singen, sondern auch in verschiedenen Besetzungen musizieren - ein Konzept, das bald in ganz Deutschland zwischen Hamburg und Garmisch-Partenkirchen gefragt war. Schnell wurde Reinhard Seifried dort auch Dirigent, bis sich der Chor 1989 auflöste.

Dem Männergesangverein Au als Sänger und Vizedirigent blieb er aber immer treu, später auch als Chef des Männerchors (bis 2006). Als der Verein auch den "Jungen Chor" gründete, hieß es: "Reinhard: die gehören jetzt Dir!" Und wieder musste er lernen: mehr Rhythmus und auch englisch. An den jungen Chor hat er sein Herz gehängt. Seit 20 Jahren wird er bei der Chorleitung immer stärker von seinem Sohn Ralf unterstützt. Die Entwicklung in der Chorszene, die vielen Vereinsauflösungen, bedauert Seifried sehr: "Früher war bei einem Chorfest immer etwas los und die Bude voll. Die Jugend müsse heute anders zum Singen motiviert werden. Wo früher ein Aufruf als Sängerwerbung reichte, bewegt sich heute nur mit persönlicher Ansprache etwas."

Ein Argument lässt der Vater von drei Kindern (fünf Enkel und drei Urenkel) allerdings nicht gelten: "Ich kann nicht singen - das ist Quatsch! Man muss nur wollen. Meine schlechteste Schulnote war immer das Singen, da hatte ich eine Vier." Dass er mehr konnte, zeigte er, wenn er souverän Solopartien übernahm. An Lieder wie "Die Räuber" erinnert er sich gerne zurück. Heute aber hat er ein anderes Lieblingslied: Amazing Grace.

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