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Mehr als nur ofenwarme Brote, Brötchen und Gebäck
18.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Wenn Grundschüler meinen, Kühe seien lila, Milch und Eier stammten vom Discounter und flauschige Kaninchen sind vor allem dazu da, gestreichelt zu werden, ist das sprichwörtliche Kind fast schon in den ebenso sprichwörtlichen Brunnen gefallen. Mit tiergestützter Pädagogik, natur- und umweltpädagogischen Angeboten ist der Staufenberger Verein "Pferde bewegen Menschen" bemüht, diesem Nicht-Wissen entgegen zu wirken.

Zusammen mit ihren Mitarbeitern Moritz Rottwinkel, Simeon Küper und Uwe Burkhardt hat die Hofinhaberin und Vereinsvorsitzende Frauke Kess "es sich zur Aufgabe gemacht, besonders Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in schwierigen Lebenssituationen den achtsamen und heilsamen Umgang mit Tieren in der Natur zu ermöglichen", ist auf der Homepage des Vereins zu lesen. Dabei stellt die reittherapeutische Arbeit einen besonderen Aspekt dar. Im Tierschutzzimmer lernen oft ganze Schulklassen, sorgsam mit Tier und Umwelt umzugehen.

Im barrierefreien "Grünen Klassenzimmer" erfahren Kinder und Jugendliche auch aus unterschiedlichen Kulturen die Natur mit allen Sinnen (Barfußparcours, Klang-Garten, Sinnesgarten und Jurte). Im "Lebensgarten" entstehen ein Hochbeet und ein Mandala-Garten. Außerdem findet auf dem Weidenhof eine wöchentliche interkulturelle Gartengruppe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene statt, die nach den ganzheitlichen Richtlinien der Permakultur (ökonomisches und nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen) vorgeht.

Insektenfreundliche Gartenflächen

Das alles sind große und vor allem großartige Aufgaben, die ohne Förderung der "Deutschen Postcode-Lotterie" schwer zu meistern wären. Und die Vereinsvorsitzende ergänzte: "Um auch Kindern und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen die dauerhafte Teilnahme an unseren Projekten ermöglichen zu können, sind wir auf Spenden und Fördermittel angewiesen."

2019 will der Verein eine Imkergruppe bilden, Bienenstöcke bauen und Gartenflächen insektenfreundlich gestalten. Was theoretisch klingt, können Interessierte während des alljährlichen Tags der offenen Tür praktisch kennenlernen. Genauso wie die vier Reitpferde, die Kaninchen, die Schafe und Ziegen, die die Kinder und Erwachsenen am Samstag während eines Rundgangs durch die weiten Flächen des Weidenhofs besuchen konnten.

Kinder staunten, dass Wärmeenergie nicht so einfach aus der Steckeckdose kommt, sondern quasi auf einer Wiese entstehen kann. Sogar Erwachsene waren durch den Biomeiler beeindruckt, der, mit Hackschnitzeln und Pferdemist gefüllt, schon jetzt, zehn Tage nach Inbetriebnahme, genügend Wärme zum Heizen des Gebäudes produziert. Weiteres entsteht in Zusammenarbeit mit dem Verein Regenerative Energien Mittelbaden (REM) auf dem Weidenhof: Gerade ist ein "Erlebnispfad" in Planung. Auf ihm wird der Hof als angehende "Bildungsstätte für nachhaltige Entwicklung" Kindern und Jugendlichen "hautnah" etwas über erneuerbare Energien wie beispielsweise Photovoltaik, Biomasse, Wasser- und Windkraft vermitteln können.

Eine Besonderheit stellte am Samstag die erstmalige Möglichkeit zum Brotbacken in einem Lehmbackofen dar. Das Interesse war groß, wie die mitgebrachten Teiglinge verrieten. Bis die nötige Temperatur erreicht war, buken in der Mittagszeit vegan belegte Flammkuchen im Lehmbackofen. Simeon Küper kümmerte sich um steten Nachschub, sobald die erforderlichen Temperaturen erreicht waren. Nach dem Backen der Holzofenbrote warteten Brötchen und auch weihnachtlich geformte Plätzchen darauf, dass die Temperatur für sie tauglich war.

Bis dahin taute ein kleines offenes Feuer mitten auf dem freien Platz kälte-klamme Hände und Füße der Wartenden auf. Die Flammkuchen konnten, frisch produziert, gekauft werden, über Spenden für Kuchen, Plätzchen, Tee und Kaffee freute sich der Verein. "Das soll erst ein Anfang sein", war sich Kess sicher. Für den Februar ist veganes Brunchen geplant, von Januar bis März steht "Original Play" und kreatives Bewegen für Kinder auf dem Programm, im April können Väter und Söhne "Feuer entfachen".

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