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Die Freude am Beruf nie verloren
19.12.2018 - 00:00 Uhr
Weisenbach - Heute vor 25 Jahren, am 19. Dezember 1993, trat Toni Huber (CDU) seinen Dienst als Weisenbacher Bürgermeister an. Im zweiten Wahlgang am 7. November war der damalige Hauptamtsleiter der Gemeinde Forst mit 64 Prozent der Stimmen gewählt worden. Im Interview mit BT-Redakteur Markus Mack blickt er auf ein Vierteljahrhundert auf dem Bürgermeistersessel zurück.

BT: Herr Huber, als Sie vor 25 Jahren Ihr Amt ant raten: Hätten Sie gedacht, dass Sie dieses ein Vierteljahrhundert lang bekleiden würden?

Toni Huber: Mit damals 29 Jahren macht man sich über solche Dinge keine Gedanken. Mit dem Bau der neuen Sportanlagen und der Erweiterung und Sanierung des Kindergartens galt es, zwei langersehnte Maßnahmen umzusetzen. Außerdem haben meine Frau Silke und ich in den ersten zwölf Monaten geheiratet und sind in unser neu erbautes Haus eingezogen. Es gab also alle Hände voll zu tun.

BT: Ist Bürgermeister ihr Wunschberuf?

Huber: Mit ganz jungen Jahren habe ich wohl zu meiner Tante mal gesagt, dass ich Bürgermeister oder Sänger werden möchte. Beim zweiten Wunsch habe ich es immerhin bis in den Bürgermeisterchor geschafft. Spaß beiseite, ich bin aus vollem Herzen Bürgermeister. Die Freude an diesem Beruf habe ich nie verloren.

BT: Gab es im Lauf der Zeit "Abwanderungsgedanken" aus Weisenbach? So hatten Sie sich 2007 um den OB-Posten in Rastatt beworben, die Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen aber zurückgezogen.

Huber: Über all die Jahre gab es Anfragen aus verschiedenen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg. Der Wechsel in eine andere Region kam für mich jedoch nicht in Frage. Rastatt sah ich damals als Chance. Es hat nicht sollen sein!

BT: Gibt es ein Grundprinzip für Ihre Arbeit?

Huber: Grundsätzlich muss ein positives Klima in einer Kommune da sein. Dann funktionieren viele Projekte wesentlich besser. Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit ist die Sanierung der Weinbergstraße. Das Projekt hat fast zwei Jahre lang gedauert und brachte eine hohe Belastung für Anwohner, Gewerbebetriebe und den Kindergarten. Es hat alles so gut geklappt, weil wir alle Betroffenen von Anfang an mitgenommen haben und über den Stand der Arbeiten berichteten.

BT: Hat sich diese Grundhaltung im Lauf der Jahre entwickelt?

Huber: Vor meiner Zeit als Bürgermeister hatte ich nur wenig Vorlauf. Ich war Sachgebietsleiter in Ubstadt-Weiher und danach Hauptamtsleiter in meiner Heimatgemeinde Forst. Da gewinnt man schon eigene Eindrücke, wie eine Gemeinde geführt wird. Damit habe ich versucht, meinen eigenen Weg zu gehen. Ein positives Klima erleichtert alles, das hat sich bei mir über 25 Jahre gezeigt.

Interview

BT: Ist das der Weg, den Sie wieder beschreiten würden?

Huber: Auf jeden Fall, das würde ich jederzeit wieder so machen.

BT: Was waren die Höhepunkte in Ihrer Amtszeit?

Huber: Ich wüsste nicht, welches Ereignis oder welche Maßnahme ich hier herausgreifen sollte. Über die 25 Jahre gab es sehr viele Höhepunkte. Wobei die Sanierung der Wendelinuskapelle mit dem Förderverein sowie die Gründung des Schwimmbadvereins Latschigbad für mich schon wesentliche Ereignisse waren.

Bei beiden Projekten war es enorm wichtig, die Bürger mitzunehmen und zu begeistern. Überhaupt war mir in den ganzen Jahren das Wichtigste, mit den Bürgern und für die Bürger zu wirken. Wichtig war mir ein positives Klima zwischen Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat ebenso wie ein gutes Verhältnis zu Vereinen und Institutionen, zur Schule und den Kirchengemeinden. Nur wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, davon bin ich zutiefst überzeugt, kann man eine Gemeinde positiv weiterentwickeln. Das sehe ich immer als eine meiner wichtigsten Aufgaben.

BT: Gab es auch Tiefpunkte?

Huber: Bewusst habe ich zumindest keine wahrgenommen.

BT: Wo sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?

Huber: Bereits wenige Monate nach meiner Wahl zum Bürgermeister wurde ich auch in den Kreistag gewählt. Dieser Blick über den Tellerrand einer Gemeinde hinaus hat mich von Anfang an begeistert. Nach 24 Jahren als Kreisrat, davon sechs Jahre als stellvertretender Fraktionsvorsitzender und über 13 Jahre als Fraktionsvorsitzender, war für mich klar, dass ich die Chance, als Landrat zu kandidieren, ergreifen möchte. Die Möglichkeit, als Landrat die Politik in der Region noch aktiver als bisher mitgestalten zu können, wäre für mich eine faszinierende Aufgabe und eine große Ehre.

BT: Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein für das Amt des Landrats angesichts der jetzt doch vier Mitbewerber?

Huber: Dass es um das wichtige und schöne Amt des Landrats mehrere Mitbewerber geben würde, war mir von Beginn an klar. Für meine aus tiefster Überzeugung getroffene Entscheidung zur Kandidatur hat dies keine Rolle gespielt. Für mich sehe ich gute Chancen.

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