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Auf der Suche nach Deeskalation
Auf der Suche nach Deeskalation
24.12.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj) - Eine Deeskalationsstrategie zu finden, um zu einem konstruktiven Dialog zurückzukehren: So lautet das Ziel der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach (BiGG) für den Start ins Jahr 2019. Im Pressegespräch zeigen sich Stefan Krieg und Stefan Freundel erschüttert über den Politikstil, der bei der jüngsten Gemeinderatssitzung beim Thema Pfleiderer-Areal zum Vorschein kam.

Man habe nicht beabsichtigt, dass es so entgleist, betonen die beiden Frontmänner der BiGG, "vor allem, weil es jetzt auch in den persönlichen Bereich hineingeht". Sie hoffen, dass die besinnliche Zeit nun von allen Beteiligten auch dazu genutzt wird, zur Besinnung zu kommen. Die Entscheidung, die Entwicklung auf dem Pfleiderer-Areal "trotz anderslautender Versprechungen von Bürgermeister Julian Christ" jetzt doch im beschleunigten Verfahren voranzutreiben, sei kein Weihnachtsgeschenk. Die BiGG hätte ein reguläres, zweistufiges Verfahren bevorzugt und sieht in der nun beschlossenen Variante viele Risiken. "Wir werden die Offenlage kritisch begleiten", kündigen Krieg und Freundel an und verweisen darauf, juristisch beraten zu werden: "Wenn wir feststellen, dass Regeln nicht eingehalten werden, lassen wir das prüfen."

Prinzipiell wähnt sich die BiGG auf einem guten Weg. Sie lobt die Stadt dafür, dass man nun in Erwägung ziehe, den Schadenskern komplett zu sanieren: "Das war immer eine unserer Kernforderungen", wertet die BiGG die von den Altlastenexperten im Gemeinderat vorgestellten aktuellen Sanierungspläne auch als Erfolg ihrer hartnäckigen Arbeit: "Wir sehen uns diesbezüglich selbstbewusst als Gewinner, denn der Bebauungsplan ist deutlich besser als das, was 2016 vorgelegt wurde. Wir haben ganz schön viel erreicht."

Aber die BiGG wolle mehr, denn das Ziel lautet nach wie vor: "Das Gift muss raus." Die ehrenamtlich Engagierten haben weiter ihre Zweifel, ob die Krause-Gruppe tatsächlich weitgehend genug sanieren wird. Dabei stützt sich die BiGG auf die von ihr in Zusammenarbeit mit Stadtbaumeister Jürgen Zimmerlin und der Sanierungsfirma Geiger errechnete Sanierungsvariante, die bei der zweiten Bürgerinformationsveranstaltung präsentiert wurde: Demnach liegen die Kosten für die Komplettsanierung bei circa 11,3 Millionen Euro, von denen etwa 7,5 Millionen für den Schadenskern benötigt werden. Der Investor habe eigenen Angaben zufolge aber "nur" 4,5 Millionen Euro für die Sanierung im Budget, was die BiGG skeptisch mache. Sie sehe sich bestätigt, dass "unser Ansatz richtig war", und sei bereit, diesen zusammen mit der Stadt und dem Investor weiterzuentwickeln.

Zudem verweisen Krieg und Freundel darauf, dass nicht alle Angaben in der jüngsten Gemeinderatssitzung richtig gewesen seien: Zum Beispiel die, man könne bereits jetzt überall auf dem Pfleiderer-Areal Kinderspielplätze anlegen. Laut BiGG liegen aber die Grenzwerte im oberflächennahen Bereich der Hotspots deutlich über denen, die es erlauben, Kinderspielplätze zu bauen. Freundel nennt ganz konkret den Messpunkt 14 (an der Einfahrt aufs Gelände) der Altlastenkartierung, wo in 15 Zentimetern Tiefe eine Schadenskonzentration von 1 500 Milligramm Quecksilber nachgewiesen worden sei. In diesem Zusammenhang weist die BiGG mit aller Deutlichkeit die Vorwürfe des Bürgermeisters zurück, man verbreite Fake-News. Vielmehr stehe man für Offenheit und Transparenz und fordere diese auch von der Verwaltung und vom Investor ein, um den Prozess weiter sachlich und kritisch begleiten zu können.

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