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Christbaumkugeln im Bart
Christbaumkugeln im Bart
27.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Hans-Peter Hegmann

Gaggenau - Nicht nur der elfte Tag im elften Monat, sondern auch der Tag vor Heiligabend ist immer ein Höhepunkt des Jahres für die Murgtäler. Egal wie alt, ob inzwischen weggezogen oder immer noch im Tal der Murg wohnend: Am 23. Dezember trifft man sich im und vor dem Klag. Vier Bands und viele Freunde und Bekannte, das ist das Erfolgsrezept der Veranstaltung Christgenau am Abend vor dem Heiligabend.

Bereits zum elften Mal bescherte am Sonntag die ursprünglich vom Vorsitzenden des Vereins Kindgenau, Dirk Böhmer, mit dem Kulturamt zusammen ins Leben gerufene Veranstaltung ihre Fans. Zwar machte der heftige Regen zunächst einem Treffen mit Glühwein und Bratwurst im Außenbereich einen Strich durch die Rechnung.

Dies sollte sich im Laufe des Abends jedoch glücklicherweise noch ändern. Als die Veranstaltung nach der Halbzeitpause mit der dritten Band SKAndalous weiterging, war das Klag bestens gefüllt. Und im Hof konnte der Betrieb ebenfalls aufgenommen werden, nachdem der Regen inzwischen eingeschlafen war.

Zunächst hatte das von Gerhard Maisch gegründete Jazz Project Gaggenau in der Besetzung Tobias Merz (Piano), Robert Rieger (Trompete/Flügelhorn), Kurt Wunsch (Bass), Ralf Wuchner (Saxofon) und Gerhard Maisch (Drums) für den Auftakt gesorgt. Das Spektrum reichte dabei vom ruhigen Standard der Jazz-Geschichte über Fusion wie "Cantaloupe Island" von Herbie Hancock bis zu dem funkigen Zwiegespräch zwischen Trompete und Saxofon in "Strasbourg-St. Denis" des kürzlich jung verstorbenen Trompeters Roy Hargrove. Dazwischen wurden von den Musikern immer wieder kräftige Solos abgeliefert.

Die jüngere Generation vertrat die inzwischen sehr selbstbewusst aufspielende Band "First Cream". Und es war wirklich erste Sahne wie Lea Würz (Gesang), Maurice Spiller (Gitarre), Hannes Merkel (Gitarre), Lutz Merkel (Keyboard), Nils Heinze (Schlagzeug) und Lennard Wegst (Bass) ihre rockorientierte Musik souverän ablieferte, obwohl sie erst ein Jahr gemeinsam auf der Bühne stehen.

Die folgende Band SKAndalous sorgt mit ihrem funkygeschwängerten Bläsersatz und einer optimal unterstützenden Rhythmusgruppe für Bewegung im Publikum. Sängerin Lisa Yardley und ihre acht Jungs brachten das Klag mit Titeln wie "Soul man" oder "Uptown Funk" schnell auf Saunatemperatur und die entsprechende aufgeheizte Stimmung.

Headsalad mit Frontmann Mario Götz besonders zu erwähnen, bedeutet eigentlich, Gänse nach Gaggenau zu tragen. Es muss aber trotzdem sein, da der Murgtal-Mario nicht nur singen kann, sondern mit seiner Bühnenpräsenz und seinen stets wechselnden Outfits eine Ausnahmeerscheinung ist. Wer, außer ihm, kommt schon auf die Idee, sich Christbaumkugeln an den Bart zu hängen? Zusammen mit den Musikern Andreas Hasenohr (Bass), Heinz Weßbecher (Gitarre) und David Leonardi (Drums) spielt Mario Götz im Guerilla-Stil viele bekannte Stücke, wie man sie noch nie gehört hat. Völlig entspannt erklärte der Sänger zwischendurch, dass man bei "Christgenau" ja eigentlich auch ein wenig Weihnachtsstimmung verbreiten sollte und singt "Heitschi bumbeitschi bumm bumm". Allerdings nicht, wie gewohnt von dem einstigen niederländischen Sängerknaben, sondern eben nach Art des Hauses von Headsalad.

Der für die Bandauswahl verantwortliche Roland Hasenohr hatte sich dieses Jahr ausschließlich auf Formationen aus der Heimat konzentriert. Mit einer Mischung von Newcomern und über Jahrzehnte spielender Formationen aus verschiedenen Genres war für jeden Besucher etwas dabei. Junge Bands wie First Cream sorgen inzwischen dafür, dass es nicht mehr nur "Christmas-Rock für Angegraute" ist, wie Dirk Böhmer die Veranstaltung "Christgenau" vor Jahren einmal bezeichnete. Die ausgewogene Beschallung lag wieder in den Händen von Norbert Moritz, der bereits früher jahrelang im Klag für den guten Ton zuständig war.

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