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Pure Begeisterung für Costa Rica
Pure Begeisterung für Costa Rica
31.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Ronja Schrimpf

Gaggenau - "Nach dem Abi gehe ich ins Ausland!" So oder ähnlich klingen die Zukunftspläne vieler junger Menschen zwischen Schule und Studium. Weitaus seltener ist jedoch ein Auslandsjahr nach dem Bachelorabschluss. Doch das Warten bringt Vorteile, findet die Sulzbacherin Clarissa Fischer. Die 23-Jährige hat gerade ihren Bachelor abgeschlossen. Jetzt zieht es sie für ein Jahr nach Costa Rica.

"Nach dem Abi war ein Auslandsjahr für mich noch gar kein Thema. Damals war für mich klar: Ich fange jetzt an zu studieren. Aber mit der Zeit merkt man, dass man auch mal etwas anderes machen möchte", erzählt Fischer, die mittlerweile für ihr Studium nach Karlsruhe gezogen ist. Ihre Bachelorarbeit im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen hat sie gerade erst abgegeben. Doch statt wie die meisten anderen Studierenden zwei weitere Jahre Vorlesungen für den Masterabschluss zu besuchen, zieht es Fischer erst einmal nach Lateinamerika. Elf Monate will sie in Costa Rica ehrenamtlich arbeiten.

"Ich kenne niemanden, der das so macht", stellt Fischer fest. Normal sei für Studierende eher ein Auslandssemester oder ein Praktikum im Rahmen des Studiums. Doch das Warten hätte durchaus seine Vorteile. "Durch das Studium wird man selbstständiger. Nach dem Abi hätte ich mir vermutlich nicht so viele Gedanken gemacht wie jetzt." Schließlich sei es doch eine lange Zeit, die man weit weg von Deutschland verbringt. Bei einem Urlaub in der Dominikanischen Republik vergangenes Jahr merkte Fischer, dass sie gerne eine Zeit in Lateinamerika verbringen und dort ehrenamtlich arbeiten wollte. Dabei war ihr besonders wichtig, an einen familiären Ort zu kommen. "Ich wollte etwas machen, bei dem ich mit den Einheimischen in Kontakt komme. Bei einem Auslandspraktikum zum Beispiel verbringt man viel Zeit mit den anderen Auslandsstudierenden", erklärt Fischer. Außerdem seien Praktika und Auslandssemester meist auf große Städte beschränkt.

Nun lebt Fischer wahrscheinlich in einer Gastfamilie. Wohin genau sie kommt und was sie dort machen wird, weiß sie aber noch nicht. Informationen bekommt sie nur sehr kurzfristig. Daher müsse man bei dieser Art von Auslandsjahr spontan sein. Los geht es mit ihrem Jahr in Costa Rica im Januar. Bis dahin kümmert sich Fischer noch um die organisatorischen Aufgaben: vom Reisepass über den Visumsantrag bis hin zu den Impfungen, die sie für Costa Rica benötigt. Für das Auslandsjahr konnte sie sogar zwei Urlaubssemester in ihrem Studium beantragen und so weiterhin als Studentin eingetragen bleiben.

Organisiert wird ihr Auslandsaufenthalt über den gemeinnützigen Verein American Field Service (AFS) und dessen Freiwilligendienst namens Weltwärts. Dafür konnte sie sich ein Land für ihren Aufenthalt aussuchen und ein Einsatzfeld wünschen. Zur Wahl standen beispielsweise Freiwilligendienste in den Bereichen Bildung, Soziales oder Umwelt, für den sich Fischer entschied.

Umweltschutz



wichtiges Staatsziel

"Costa Rica hat eine der größten Biodiversitäten weltweit. Diese ist im ganzen Land sichtbar. Umweltschutz ist dort sehr wichtig", erläutert Fischer. Besonders interessieren sie regenerative Energien, mit denen sie sich auch schon in ihrem Studium auseinandergesetzt hat. "Costa Rica bezieht knapp 100 Prozent des Stroms aus regenerativen Energien", erzählt Fischer begeistert. Doch nicht allein der Stellenwert der Umwelt gefällt Fischer. "Das Leben dort ist entspannt und entschleunigt. Gastfreundschaft und Familie sind sehr wichtig", berichtet Fischer, "Costa Rica gilt als die Schweiz von Lateinamerika. Das Land hat sogar seine Armee abgeschafft und ist sehr pazifistisch."

Diese Lebenseinstellung zeigt sich auch in dem für Costa Rica typischen Ausdruck "Pura Vida", also das "pure Leben", der im Alltag sehr häufig benutzt wird. "Es gibt Tage, an denen man sich sehr auf die Zeit dort freut, aber es gibt auch Tage, an denen man denkt: Schaffe ich das?", lacht Fischer. Denn eins ist klar: "Je näher der Abflug rückt, desto aufgeregter wird man."

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