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Glocken verstummen für drei Monate
Glocken verstummen für drei Monate
09.01.2019 - 06:42 Uhr
Von Marius Merkel

Weisenbach - Normalerweise geben sie den Ton in Weisenbach an: die fünf Glocken im Turm der Pfarrkirche St. Wendelin. Für die nächsten drei Monate ändert sich das allerdings. Gestern begannen im Gotteshaus nämlich die Sanierungsarbeiten des Glockenstuhls. Um den Handwerkern die Arbeiten zu ermöglichen, war das Abschalten der Glocken sowie der Uhranlage nötig. Die Kosten für das Projekt belaufen sich nach Angaben von Pfarrer Thomas Holler auf rund 240 000 Euro.

"Der Stahlglockenstuhl wird durch einen Eichenholzglockenstuhl ersetzt. Zudem wird es einen Neubau der Treppenanlage im Turm geben", erklärt Bauleiter Rainer Strobel vom Architekturbüro Wörner aus Langenbrand. Ganz so einfach ist dies allerdings nicht, viele verschiedene Arbeiten stehen ab sofort an, ganz zu schweigen von den beengten Platzverhältnissen im Turm.

Bereits im Jahr 2012 stellte Glockeninspektor Johannes Wittekind von der Erzdiözese Freiburg nach einer Überprüfung der Glockenstuhlkonstruktion fest, dass dieser einer Erneuerung bedarf. Dies hängt laut Aussage von Pfarrer Holler an zwei Faktoren: zum einen am Material, zum anderen an der Statik.

"Der Holzglockenstuhl hält den dynamischen Belastungen der Glocken besser stand als Stahl. Er schont somit auch die Statik", informiert Holler. Dies ist wichtig, da die gleichförmige Hin- und Herbewegung der schweren Glocken und der damit verbundenen horizontal wirkenden Kräfte den Kirchturm zu Biegeschwingungen anregt, wodurch am Turm und am Gewölbe des Kirchenschiffs Schäden entstehen können.

Demontage der



Uhrenansteuerung

In einem ersten Schritt erfolgt nun das Aufbauen des Außengerüsts sowie die Demontage der Uhrenansteuerung. In der Folge wird der Stahlglockenstuhl demontiert und entsorgt sowie die Glocken mittels Autokran aus dem Kirchturm entfernt. In diesem Zug werden diese dann auch überarbeitet. Danach können die notwendigen Vorkehrungen für die Arbeiten des neuen Trägerwerks aus Eichenholz angegangen werden.

Dafür muss zunächst die Holzbalkendecke des Glockenstuhls verändert werden, bevor der neue aufgebaut werden kann. Hängen die Glocken aktuell auf zwei Ebenen, werden sie nach dem Umbau auf drei Ebenen schwingen. Ist das Trägerwerk vollständig erneuert, wird die Treppenanlage, der Zugang zum Stuhl, aufgebaut, ehe der Kirchturm mit einer neuen Elektroinstallation versehen wird. Mit einer Schwingnachmessung der Anlage durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sollen die Arbeiten in knapp drei Monaten beendet sein. Bis dahin müssen die Weisenbacher auf das Läuten der fünf Glocken verzichten.

Um das Projekt zu finanzieren, nehme die Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach einen Kredit auf, bekomme jedoch auch einen Zuschuss des Erzbistums Freiburg, erklärt Adi Marxer als Vertreter des Kirchenbauvereins. Unter anderem durch Spenden, die der Verein auch bei Kirchenkonzerten versucht einzusammeln, solle dieser Kredit in den kommenden Jahren abbezahlt werden.

In seiner bisherigen Form bestand der Glockenstuhl seit knapp 70 Jahren. Nachdem man die vorherigen Glocken 1942 für Kriegszwecke abnahm, konnten sieben Jahre später die fünf aktuellen Glocken eingeweiht werden, die seither in Weisenbach den Ton angeben.

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