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Hunde verursachen folgenschweren Sturz
Hunde verursachen folgenschweren Sturz
10.01.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach /Forbach (stj) - Eine Mountainbiketour in Forbach endete für einen 53-Jährigen am 22. Juli 2018 folgenschwer: Weil zwei Hunde unmittelbar vor ihm plötzlich aus dem Kofferraum eines im Bereich Eck-/Schifferstraße geparkten Pkw hüpften, sah sich der Biker zu einem Ausweichmanöver gezwungen, in dessen Folge er zu Fall kam. Dabei zog sich der Forbacher unter anderem eine schwere Schulterverletzung zu, die ihm laut eigener Aussage bis heute zu schaffen mache. Die Hundehalterin musste sich deshalb vor dem Amtsgericht Gernsbach verantworten.

Die Beweisführung gestaltete sich schwierig, weil sich der Geschädigte an den genauen Hergang nicht mehr erinnern könne. Er habe nach dem Sturz kurz das Bewusstsein verloren und wisse erst wieder, wie er sich auf der Straße stehend mit der Angeklagten und deren Verlobten unterhielt. Dabei sei es vor allem darum gegangen, wie man mit dem Unfall weiter verfahre. "Es war für mich gleich klar, dass ich durch die Hunde zu Fall gekommen bin", sagte der Forbacher, der geübter Mountainbiker sei.

Den Rat der jungen Dame, einen Krankenwagen oder die Polizei zu verständigen, habe der 53-Jährige nicht befolgt, stattdessen hat der Verletzte seine Frau verständigt, die ihn in die Klinik nach Forbach gebracht habe. "Das war ein Fehler", räumte der Geschädigte im Zeugenstand ein und betonte - auch mit Hinweis auf die Schwere seiner Verletzungen - wohl unter Schock gestanden zu haben.

Tiere springen aus



dem Kofferraum

Strafrechtlich relevant war vor allem die Frage, ob die beiden Hunde der 29-Jährigen angeleint waren, als sie aus dem Kofferraum sprangen. Die Tierhalterin sagte ja, zudem wies sie darauf hin, dass der Mountainbiker zu schnell und es obendrein nass gewesen sei, worauf ihrer Meinung nach der Sturz zurückzuführen sei. Ihr Verlobter machte als einziger weiterer Augenzeuge von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Zwei später zum Ort des Geschehens hinzugekommene Frauen berichteten im Zeugenstand allerdings davon, dass keine Rede davon gewesen sei, dass die Hunde angeleint waren. Die Frau des Geschädigten erzählte, der Partner der Angeklagten habe ihr gegenüber erwähnt, dass die Hunde unangeleint gewesen seien, als es zu dem Unfall kam.

"Das klingt für mich auch plausibel", bewertete Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch die Aussage der 45-jährigen Zeugin. Man könne und dürfe die Hunde dort freilaufen lassen, allerdings: "Wer den Kofferraum aufmacht und es sitzen zwei Hunde darin, der ist schon zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet." Das gelte auch, wenn die Hunde an der Leine sind, denn wer könne schon garantieren, dass die freiheitsstrebenden Tiere nach einer Autofahrt ruhig im Kofferraum bleiben, bis das Herrchen sagt: "Aussteigen!"

Indizienwirkung für



ein Zivilverfahren

Das sah auch Andreas Adam so. Der Oberamtsanwalt nannte die Zeugen glaubwürdig: "Es sprechen mehr Gründe dafür, dass die Hunde nicht angeleint waren oder die Leine nicht ergriffen wurde." Daraus ergebe sich eine Sorgfaltspflichtverletzung - zu bestrafen als fahrlässige Körperverletzung. Der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je zehn Euro kam Richter Koch in seinem Urteil nach. Die Strafbemessung sei eher gering, so Koch. Das liegt auch daran, dass die Verurteilte aktuell von Hartz IV lebe. Von daher sei die Hauptstrafe dieses Strafprozesses eher in der Indizienwirkung für ein folgendes Zivilverfahren zu sehen. Darin werde es um Schmerzensgeldforderungen seitens des Geschädigten gehen. Der 53-Jährige, der nach dem Unfall dreieinhalb Wochen krank geschrieben war, wollte die zivilrechtlichen Schadenersatzansprüche gleich mit verhandeln lassen und ein sogenanntes Adhäsionsverfahren (siehe Stichwort) zur Anwendung bringen.

Diese Forderung musste Koch zurückweisen, weil sie recht kurzfristig an ihn herangetragen worden sei und er auf die Schnelle keinen Pflichtverteidiger für die Angeklagte organisieren konnte. Für den Vorfall an sich stelle der Staat einen solchen nicht zur Verfügung, dafür sei der Vorwurf nicht gravierend genug. Wenn es allerdings neben strafrechtlichen auch noch um zivilrechtliche Konsequenzen für die 29-Jährige geht, dann sei es aus Gründen der Fairness notwendig, ihr einen Verteidiger an die Seite zu stellen. Koch gab der Verurteilten den Rat, sich noch einmal an ihre Hundeversicherung zu wenden und eine außergerichtliche Einigung anzustreben.

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