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Einmalige Chance und Herzensangelegenheit
10.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Volles Haus am Dienstagabend in der Weisenbacher Festhalle: Zu seinem möglicherweise letzten Neujahrsempfang im Amt als Bürgermeister konnte Toni Huber viele Ehrengäste und Bürger begrüßen. Wie es mit seinem beruflichen Werdegang weitergeht, entscheidet sich am 12. März. Dann nämlich wählt der Kreistag den Nachfolger von Landrat Jürgen Bäuerle, der Gast beim Empfang war. Einer der Bewerber ist Toni Huber.

"Sie alle wissen, dass ich gerne und mit großer Leidenschaft Bürgermeister bin. Und dies seit mittlerweile 25 Jahren. Eine ebenso große Leidenschaft verbindet mich von Anfang an mit der Arbeit als Kreisrat", sagte er in seiner Ansprache. Deshalb sei es für ihn 2005 auch keine Frage gewesen, als CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Bäuerle nachzufolgen. "Ebenso klar war für mich, dass ich die Chance nutzen möchte, um ihm jetzt auch als Landrat zu folgen. Dies ist keine Entscheidung gegen Weisenbach, sondern für mich eine einmalige Chance und eine Herzensangelegenheit", machte er deutlich. "Es würde mich daher freuen, wenn Sie meine Entscheidung zur Kandidatur als Landrat nachvollziehen könnten und mir am 12. März die Daumen drücken." Starker Applaus quittierte seine

Ausführungen.

Bürgermeister-Stellvertreter Uwe Rothenberger nutzte den Neujahrsempfang, um Huber für seine 25-jährige Tätigkeit als Bürgermeister zu danken. Fachliche Kompetenz, ein stets offenes Ohr für Bürger und Vereine, der Wille, Weisenbach weiterzuentwickeln, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und ein gutes Betriebsklima im Rathaus seien die Grundlagen für 25 Jahre erfolgreiche Arbeit, würdigte Rothenberger das Schaffen von Huber und übergab eine Stele des Gemeindetags Baden-Württemberg. Er sei kein Freund großer Ehrungen, dennoch sei das "sehr schön", bekannte der so Gelobte.

Gemischte Gefühle



beim Blick auf 2018

In seiner Ansprache blickte Huber auf 2018 zurück. Ein Jahr mit durchaus gemischten Gefühlen, so der Bürgermeister. Großzügigkeit, Solidarität, Freiheit für eigene Lebensentscheidungen und Vertrauen in Regierung und Behörden seien wichtige Faktoren für individuelles Glücksgefühl. Die Hängepartie bei der Bildung der neuen Bundesregierung, die ständigen Auseinandersetzungen in der Großen Koalition sowie die unübersichtliche Lage bei den Themen Migration, innere Sicherheit, Dieselskandal und Fahrverbote machten die Skepsis in Richtung Regierung und Behörden nachvollziehbar, nannte er einige negative Beispiele. Die schlechten Prognosen und Wahlergebnisse von CDU und SPD sowie das Erstarken der Parteien am linken und rechten Rand hätten die zunehmende Zerrissenheit der Gesellschaft ebenfalls deutlich gemacht. "Um Vertrauen wieder zurückzugewinnen und den Zustand der Gesellschaft zu verändern, bedarf es deshalb meiner Meinung nach einer verbesserten und offenen Diskussionskultur, einer Politik der Mitte und die Fähigkeit der Politik, die Sorgen und Ängste der Menschen wieder ernst zu nehmen und in konkrete Politik umzuwandeln. Schauen wir, ob dies 2019 gelingen wird."

Für Weisenbach selbst sei 2018 ein gutes Jahr gewesen. "Rechtzeitig zur Badesaison konnten die umfangreichen Sanierungsarbeiten für unser Latschigbad abgeschlossen werden." Viel Lob gab es für das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Schwimmbadvereins.

Mit der Einweihung der sanierten Weinbergstraße konnte ein weiteres wichtiges Projekt zum Abschluss gebracht werden. Mit Kosten von 2,9 Millionen Euro war dies die größte Baumaßnahme der vergangenen Jahre. Eine große Belastung für Mitarbeiter und Besucher waren die mittlerweile abgeschlossenen Sanierungsarbeiten im Rathaus. Glücklich zeigte er sich über die positive Entwicklung bei der Ärzteversorgung.

Die Weiterentwicklung bis 2025 hatte der Gemeinderat bei einer Klausurtagung im Blick. Jugend- und Bürgerforum brachten einige Anregungen. Das nächste Großprojekt ist die Restmodernisierung des Kindergartens. Ein Strukturgutachten über die Wasserversorgung wird im Februar vorgestellt. In der Schlechtau sollen Gewerbeflächen entstehen, auf dem "Hirsch-Areal" betreutes Wohnen realisiert werden. An das Breibandnetz des Landkreises sollen Gewerbeareale und die Johann-Belzer-Schule angeschlossen werden, blickte Huber voraus.

Der Neujahrsempfang wurde vom gemeinsamen Orchester des Harmonika-Spielrings Weisenbach und des Akkordeonorchesters Gernsbach unter der Leitung von Rainer Löffler mit schwungvollen Melodien umrahmt.

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