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Auf der Suche nach der zündenden Idee
Auf der Suche nach der zündenden Idee
11.01.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (uj) - Die ruhmreichen Zeiten liegen lange zurück. Das Ende des SV Selbach war im Sommer 2010 besiegelt. Inzwischen ist sprichwörtlich viel Gras über die Sache gewachsen. Der Sportplatz liegt darnieder und wird fast nur noch als Parkfläche genutzt bei Veranstaltungen in der benachbarten Siegfried-Hammer-Halle. "Er dümpelt vor sich hin", gibt Ortsvorsteher Michael Schiel zu. Eine zündende Idee, wie der Platz künftig genutzt werden könnte, gibt es (noch) nicht.

Im Ortschaftsrat habe man sich mehrfach Gedanken gemacht. Von der Stadt Gaggenau kam 2017 die Idee, auf dem Gelände einen Pumptrack einzurichten. Das ist laut Wikipedia eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke. Das Ziel ist es, "in dieser künstlichen Hügellandschaft, ohne zu treten, durch Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufzubauen". Der Ortschaftsrat besichtigte im Juli 2017 eine solche Anlage in Bad Herrenalb und war der Überzeugung, dass so etwas auch in Selbach funktionieren könnte. Doch die Idee scheiterte. Nicht an den Kosten von rund 50 000 Euro, sondern daran, dass eine solche Einrichtung ohne einen entsprechenden Verein, unter dessen Obhut sie betrieben werden müsste, nicht möglich sei. Laut Schiel wurden Gespräche mit zwei Vereinen geführt. Es kam aber nicht zu einem positiven Ergebnis.

Alles auf Anfang also. Denkbar, so der Ortsvorsteher, sei die Nutzung der Fläche als Wohnmobilstellplatz. Weitere Variante: Möglicherweise werde unterhalb des Platzes ein kleines Neubaugebiet erschlossen, ein Teil des Sportplatzes werde darin integriert.

Der Boden bestand



aus purem Lehm

Rückblende: 1954 wurde mit dem Bau des Sportplatzes unter der Regie des damals neuen SV Selbach begonnen. Der Boden bestand aus purem Lehm. "Entweder war der Platz sehr hart, oder bei Regen nicht bespielbar", heißt es in einer alten Festschrift des SVS. Man war aber zufrieden, da man auf Selbacher Gelände spielen konnte. Eine deutliche Verbesserung ergab sich 1959, als eine Drainage verlegt wurde. Sportverein und Turnerbund nutzten den Platz. Einige Jahre lang gab es dort oben einen Kunstrasen. "Der war eine einzige Katastrophe", blickt Schiel zurück. Aber auch nach dem Rückbau zu einem Hartplatz ging der Abstieg des SVS rasant weiter. Das Gelände galt für viele Kicker als unbespielbar und gar gesundheitsgefährdend. Nach einer desolaten Saison mit nur drei Punkten und 15:145 Toren meldete der SV Selbach im Sommer 2008 seine Mannschaften vom Fußball-Spielbetrieb ab.

Ein Jahr später wagte der Verein voller Euphorie einen Neuanfang, der wenige Monate später wieder im Desaster endete. "Schon nach der Winterpause stand uns nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Spieler zur Verfügung", erklärte der damalige sportliche Leiter Michael Merz in der Jahreshauptversammlung im November 2010. Die Saison 2009/10 endete erneut auf dem letzten Tabellenplatz, mit zehn Punkten und 17:129 Toren. Der Verein entschied sich daraufhin, den Spielbetrieb im Sommer einzustellen.

Die Sportler von Türkiyemspor Selbach nutzten den Hartplatz von 2009 bis 2015, auch die Frauenfußballerinnen des 1. FFC Gernsbach trugen dort ihre Heimspiele aus. Als ab Dezember 2015 die Siegfried-Hammer-Halle als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt wurde, zogen die Fußballer ab.

"Es ist einfach keiner mehr da, der den Sportplatz braucht", sagt Schiel. Zwischenzeitlich wurde die Flutlichtanlage abgebaut. Nur die entsprechenden Kabel blieben im Untergrund. "Völlig unbefriedigend" sei die Situation. Genutzt werde nur der oberhalb gelegene kleine Platz. Es treffen sich Erwachsene im Alter von etwa 30 bis 50 Jahren regelmäßig und spielen Fußball. Es sei eine "lose zusammengewürfelte Gemeinschaft", die dort auch schon etliches an Arbeit investiert habe. Von der Stadt hätte sie zwei Tore bekommen und neuen Sand für den kleinen Platz. Nur für den großen Sportplatz gebe es noch keine Idee für eine neue Nutzung. Der Ortschaftsrat sei dankbar, falls sich jemand bei dem Gremium melde.

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