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Jung gefreit, hat es das Staufenberger Ehepaar nie gereut
Jung gefreit, hat es das Staufenberger Ehepaar nie gereut
22.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Vielleicht wird heute das Schild "Geschlossene Gesellschaft" an der Eingangstür des Staufenberger "Sternen" hängen. Und gewiss werden dann viele Autos mit Kennzeichen auch aus anderen Regionen auf dem Parkplatz stehen. Ganz sicher ist jedoch, dass sich Bärbel und Charly Ulrich über viele Gratulationen freuen werden.

Genau wie vor 50 Jahren, nachdem sich Karl Willi Ulrich und Barbara Nanette Frieda Schiem in der Staufenberger Kirche vor Pfarrer Wicker ewige Treue und Zusammenhalt "in guten und in schlechten Zeiten" geschworen hatten. Dass es nur wenige "schlechte Zeiten" gewesen sein können, beweisen die ausgesprochenen Einladungen anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit. Wunderbares Wetter sei es damals gewesen, erinnert sich Charly lächelnd an jenen Mittwoch. Zu zweit in Reihe seien sie damals zusammen mit den mehr als 80 Gästen zu Fuß den Weg von der Kirche bis zum Landgasthof "Sternen" gegangen. Er im dunklen Anzug, Bärbel mit dem bunten Frühlingsblumenstrauß im Arm, ihr langes, weißes Kleid unter dem Mantel verborgen und natürlich mit Schleier. Rindfleisch mit Meerrettich war eins der Gerichte, das sein Cousin Hans-Jakob Jockers bereitet hatte. Und wunderschön habe die Braut ausgesehen, erinnert sich der Ehemann noch heute gerne. Kein Wunder, waren die beiden doch gerade 19 und 20 Jahre jung, als sie beschlossen, ihren weiteren Lebensweg zusammen zu gehen.

Dabei kannten sich der gelernte Koch und die Einzelhandelskauffrau gerade einmal zwei Jahre. Zur "Sandkastenliebe" reichte es in der gemeinsamen Staufenberger Schulzeit noch nicht. Erst nachdem er nach seiner Lehre in Rastatt, wo aus Karl Willi ein "Charly" wurde, in den Gasthof seiner Eltern und auch Bärbel wieder nach Staufenberg zurückgekehrt war, funkte es zwischen dem Koch und der "Haustochter". Mit viel Unternehmergeist konnten beide schon zwei Jahre nach ihrer Hochzeit den Gasthof seiner Eltern Karl und Gretel Ulrich übernehmen.

Bis aus dem 1895 von Ferdinand und Emma Ulrich betriebenen "Sternen" das heutige Hotelrestaurant wurde, mussten mehr als 120 Jahre vergehen. Aus einer Dorfwirtschaft mit einem Saal mit zwei Nebenräumen machten die Ulrichs innerhalb von drei Jahrzehnten ein Hotelrestaurant mit vier Gasträumen, Saal, einer Sommerterrasse und 14 Hotelzimmern.

"Sternen" geht an

Sohn Martin über

Und ganz nebenbei wuchs auch die Familie: Sohn Martin und Tochter Christine wurden geboren. Auf die beiden und ihre drei Enkelkinder sind die Ulrichs stolz. Sehr froh sind sie überdies, dass ihr "Sternen" 2005 an Martin und seine Frau Britta überging - und ganz besonders, dass Martin erfolgreich sein Handwerk ausübt und das Restaurant in Spitzenzeiten bis zu 200 Gästen "aus nah und fern" anlockt.

Obwohl sich das Jubelpaar inzwischen aus dem aktiven Hotelbetrieb zurückzogen, kann der aufmerksame Gast sie doch gelegentlich beim Aushelfen entdecken, "wenn's mal eng wird". Bei ganz viel Glück trifft er gar alle vier Generationen beim gemütlichen Kaffeeplausch an, denn auch Bärbels 96-jährige Mutter ist bei allem dabei und manchmal auch Charlys Schwester Elisabeth Vogt.

Bei der Frage nach langen und weiten Auslandsreisen und ihren Hobbys müssen die Jubilare erst ein bisschen überlegen. Tauchen auf den Malediven blieb in Erinnerung - und zu Hause die Schnitzereien für die äußere Hausfassade, die der Gatte selbst erstellte. Inzwischen lasten ihn seine Mitgliedschaften in zahlreichen Vereinen aus. Für Bärbel Ulrich sind vor allem die Enkel und die Erhaltung und der Ausbau sozialer Kontakte sehr wichtig. Diese werden sich heute auszahlen, wenn geladene und auch ungeladene Gäste um 15.30 Uhr zum Dankgottesdienst in die Staufenberger Paulus-Kirche kommen.

Auf die Frage, was jeder Gast einem glücklichen Paar schenken kann, kommt die Antwort von Bärbel Ulrich sofort: "Wir haben doch alles. Aber für Geldgeschenke sind wir dankbar. Geld, das wir den Patienten der Kinderkrebsklinik Karlsruhe spenden werden."

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