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Erstmal eine schwarze Null
Erstmal eine schwarze Null
24.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Vom Kuchen der Erträge vergangener Jahre könnten vorerst nicht mal mehr Brosamen - oder besser gesagt: Sägespäne - übrig bleiben. Mit einer schwarzen Null hofft die Forstverwaltung, die Bewirtschaftung des städtischen Waldes 2019 abzuschließen. Wie es tatsächlich kommen wird, das sei mit dem Blick in eine Glaskugel zu vergleichen. Gleichwohl sieht man die Entwicklung relativ gelassen: Für den Klimawandel sei der Forst aufgrund seiner guten Artenmischung gewappnet.

Im Gemeinderat präsentierte Forstdirektor Markus Krebs den Bewirtschaftungs- und Nutzungsplan 2019. Das Gremium billigte das Zahlenwerk einstimmig.

Rückblick auf 2018: Größer als erwartet fiel das Plus im Verwaltungshaushalt aus: 125 000 Euro statt der geplanten 70 000 Euro. "Aufgrund langfristiger Lieferverträge und betrieblicher Umsteuerung" habe man das Stressjahr sehr gut überstanden. Mehrere Faktoren spielten eine Rolle:

Winterstürme und Käferholz: "Burglind" und Friederike führten zu viel Sturmholz - in Gaggenau zwar nur gut 1 900 Festmeter, doch wegen des vielen Sturmholzes bundesweit und in Europa sowie wegen des Käferholzes war der "Holzmarkt komplett durcheinander geraten", bilanzierte Krebs. Mit einem "krassen Missverhältnis von Angebot und Nachfrage und Preisrückgängen von bis zu 50 Prozent" habe man bei der Holzvermarktung zu kämpfen. Nach wie vor gut nachgefragt seien aber Eichen, Buchen, Douglasien und Lärchen, auch hier sei der Stadtwald gut aufgestellt.

Die Massenvermehrung der Borkenkäfer war durch die anhaltende Trockenheit begünstigt worden. Immerhin war dies im Gaggenauer Stadtwald nicht gar so gravierend: Denn die anfällige, weil flachwurzelnde Fichte macht hier nur noch zehn Prozent der Baumarten aus. "In Gaggenau macht sich das langjährige Hinarbeiten zum Mischwald bezahlt", freute sich Krebs.

Starke Blüte und Fruchtbildung waren weitere Stressfaktoren und nicht zuletzt die anhaltende Trockenheit und Hitze. "Der Sommer, der gefühlt bis fast an den November reichte", werde Auswirkungen über das Jahr 2019 hinaus haben, orakelte der Leiter des Forstbezirks.

"Versorgung mit

Brennholz gesichert"

Denn ist ein Baum gepflanzt, vergehen Jahrzehnte bis zu seiner Ernte. Alle Hauptbaumarten werden künftig Probleme haben durch Trockenheit und Hitze - insbesondere die Fichte. Bei Buche und Tanne sind die Prognosen weniger schlecht. Doch auch bei ihnen werde sich der Anteil geeigneter Flächen in etwa halbieren.

Rund 9 500 Festmeter sollen im laufenden Jahr eingeschlagen werden. Im Vorjahr waren es 10 240 Festmeter - ein Viertel davon als Folge von Sturm, Käferbefall, Pilzbefall oder Dürre.

Vorsichtig kalkulieren lautet die Devise im Stadtwald, doch in Sachen Brennholz konnte Markus Krebs Zuversicht verbreiten: "Die Versorgung mit Brennholz ist gesichert, die Preise bleiben stabil." Rund 2 040 Festmeter Brennholz waren 2018 verkauft worden an 225 Abnehmer.

Neben der Bewirtschaftung richtet sich das Augenmerk der Forstverwaltung 2019 auf die Modernisierung des Willi-Echle-Naturlehrwegs aus dem Jahr 1970. Er war zuletzt 1998 instandgesetzt worden.

In der Diskussion fragte Stefan Schwaab (SPD), ob die Stadt nicht langfristig zwei eigene Waldarbeiter beschäftigten solle; gegebenenfalls müsse man junge Leute ausbilden. "Es wird schwer werden, die zwei Stellen zu halten", entgegnete OB Christof Florus, der Weg werde "weiterhin in die Fremdvergabe gehen". "Wir kennen den Vorteil einer Basiskapazität in eigener Hand", insistierte Schwaab auch mit Blick auf die Altersstruktur der städtischen Mitarbeiter. Die Fraktionen wissen den Stadtwald bei der Forstverwaltung in guten Händen, das war der Tenor der Fraktionsrund e.

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