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"Maßvolle Nachverdichtung" als Ziel
'Maßvolle Nachverdichtung' als Ziel
31.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Die Intention ist klar: In Gaggenau und seinen Stadtteilen sollen mehr Menschen wohnen. Dies, damit Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen weiter Bestand haben, und auch, damit Anteile an Steuern (wie der Einkommensteuer) wachsen. Die Bemühungen sind erfolgreich. Gaggenau verzeichnet steigende Einwohnerzahlen und damit einhergehend einen Anstieg der Zahl von Kindern und Jugendlichen. Inzwischen leben mehr als 30 000 Menschen in der Großen Kreisstadt. Doch Bauplätze sind teilweise Mangelware. Aber nicht immer sind Bauvorhaben als Innenverdichtung erwünscht. Zumindest, wenn sich die Neubauten nicht entsprechend in die Wohngebiete "einfügen".

Aktuelles Beispiel ist der Stadtteil Ottenau. Innenentwicklung und Nachverdichtung sind wichtige Bausteine der Stadtentwicklung. Diese sollen aber "in einem städtebaulich verträglichen Maß erfolgen", so die Stadtverwaltung. Der Gemeinderat soll sich deshalb in seiner Sitzung am, Montag, 4. Februar, mit der Thematik befassen.

Bauvorhaben müssten sich in die Umgebung einfügen, es dürften keine städtebaulichen Spannungen ausgelöst werden. Ferner dürften keine negativen Folgen für bestehende Nutzungen entstehen. Auch in Ottenau werde vermehrt der Wunsch von Grundstückseigentümern geäußert, ein weiteres Gebäude auf eigenem Grundstück zu errichten oder ältere Bausubstanz durch ein neues Gebäude zu ersetzen.

Häufig werde angestrebt, große Mehrfamilienhäuser anstelle von kleineren Gebäuden zu errichten. Aktuell liegen der Stadt zwei Bauvoranfragen vor. Bei einer werde angestrebt, in der Engelsstraße ein Mehrfamilienhaus auf einer noch großzügigen Gartenfläche zu realisieren.

An der Ecke Beethovenstraße / Freiherr-vom-Stein-Straße möchte der Antragsteller ein bestehendes Gebäude durch ein Mehrfamilienhaus ersetzen. Für das Gebiet besteht derzeit kein Bebauungsplan, so dass die städtebauliche Entwicklung nicht geregelt ist. Bei der Beurteilung beider Bauvorhaben mittels Baugesetzbuch handle es sich bei beiden Anträgen "um nicht eindeutig zu bewertende Fälle", heißt es in der Sitzungsvorlage. Städtebaulich seien solch große Gebäude an dieser Stelle aber nicht erstrebenswert.

Städtebauliche Struktur weitest gehend erhalten

"Im Sinne einer geordneten städtebaulichen Entwicklung" bestehe die Möglichkeit, mittels einer Veränderungssperre und der Aufstellung eines Bebauungsplans planerisch tätig zu werden, so dass "eine geordnete und maßvolle Nachverdichtung" möglich sei. Deshalb strebt die Stadt an, das Gebiet zwischen Friedrichstraße, Freiherr-vom-Stein-Straße und Beethovenstraße mittels Bebaungsplan zu überplanen, um die städtebauliche Struktur weitestgehend zu erhalten. Die Gebäude an der Ebersteinstraße fallen nicht mehr in den Geltungsbereich des angestrebten Bebauungsplans. Die Gebäudekubatur und die Nutzungsstruktur entlang dieser Hauptverkehrsstraße seien nicht vergleichbar mit den anderen zu überplanenden Bereichen.

Festgesetzt werden sollen in der Planung die Höhenentwicklung und die maximale Grundfläche. Wegen des aktuell schon vorhandenen Parkdrucks in dem Gebiet sollen Stellplatzverpflichtungen für künftige Bauvorhaben über die örtlichen Bauvorschriften festgesetzt werden. Die Verwaltung verweist darauf, dass bestehende Gebäude Bestandsschutz erhielten.

Der Gemeinderat soll in seiner Sitzung am Montag (Beginn um 18 Uhr im Bürgersaal des Rathauses) den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Zwischen Friedrich-, Freiherr-vom-Stein- und Beethovenstraße" fassen und zur Sicherung der Planung eine Satzung über eine Veränderungssperre für diesen Bereich erlassen.

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