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Vier Eichen müssen weichen
Vier Eichen müssen weichen
01.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sehen aber keine andere Möglichkeit", sagte Bürgermeisterin Katrin Buhrke im Gemeinderat. Vier Eichen im "Langenbrander Eck" des Forbacher Montanabads beim Massagepilz werden noch vor dem 1. März gefällt. Der Grund: Der Befall der Bäume mit Raupen des Eichenprozessionsspinners.

Genau von diesen Tieren geht eine Gefahr für die Gesundheit der Schwimmbadbesucher aus, wie die Bürgermeisterin verdeutlichte. Berühren oder Einatmen der Raupenhaare kann zu schwerwiegenden allergischen Reaktionen oder gar Lungenkrankheiten führen.

Der Nachtfalter zählt zu den Profiteuren des Klimawandels. Seine Raupe liebt es warm und sonnig. Wenn an solchen Plätzen Eichen, ihr bevorzugter Lebensraum, zur Verfügung stehen, zeigt das Insekt, warum es seinen Namen hat: In langen Prozessionen kriechen die Raupen den Baum hinauf. Sie richten sich dort ein, wo die Sonne hin scheint, so auch in den Eichen im Montana.

Ihre Nester, die "Gespinste" bestehen aus dünnen Fäden, die wie Zuckerwatte aussehen. Immer wieder sei es zu Problemen mit dem Raupenbefall gekommen, die Bereiche unter den Bäumen mussten gar mit Flatterband abgesperrt werden, berichtete Buhrke. Sogar die Feuerwehr war im Einsatz, "acht mal in den vergangenen zwei Jahren", erläuterte Ortsbaumeister Oliver Dietrich die Räte. Die Gesundheit der Badegäste stehe im Vordergrund, "schweren Herzens" habe man die Entscheidung zum Fällen der Bäume getroffen.

Die Raupen haben sogenannte Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten. Kommt ein Mensch damit in Berührung, können Hautrötungen noch das geringste Übel sein. Es kann sich bis zu Schleimhautentzündungen und Asthma steigern. Die Raupen kriechen in "Prozessionen" vom Nest aus die Bäume hoch, um sich an Blättern satt zu fressen, daher stammt der Name.

Nach der Verpuppung schlüpfen die Nachtfalter. In den Gespinsten bleiben aber Brennhaare zurück - und mit ihnen die Gefahren. Es gilt deshalb, Distanz zu wahren.

Ab dem dritten von sechs Larvenstadien besitzen die Tiere Härchen mit mehreren Spitzen, die in die Haut eindringen und sogar in die Augen und in die Atemwege gelangen können, heißt es in einschlägigen Publikationen.

Sie brechen leicht und setzen einen Eiweißstoff frei, der zu allergieähnlichen Symptomen führt. Die Haut reagiert dann mit heftigem Juckreiz, rötet sich, bildet Quaddeln, Eiterbläschen und Knötchen. Je nach Kontakt kann sich auch eine Bindehautentzündung entwickeln. Gerät das Gift in die Atemwege, können sich Nase, Rachen und Bronchien entzünden, in schweren Fällen kommt es zu Atemnot, schreibt die "Apotheken Umschau". Beim Entfernen der "Gespinste" müssen besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Nach der Vernichtung der Raupen können verbliebene Härchen noch jahrelang den Giftstoff freisetzen, heißt es dort.

Für das Fällen der vier Eichen erwartet die Forbacher Verwaltung keine Probleme. Die beliebten "Schattenspender" sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden, darüber herrscht Einigkeit im Rathaus. Welche Baumart angepflanzt werden soll, das werde noch mit einem Gärtner abgestimmt, erläuterte die Bürgermeisterin.

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