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"Bessere Hälfte" der Flößerbrücke wird freigegeben
'Bessere Hälfte' der Flößerbrücke wird freigegeben
02.02.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red) - Nach über dreimonatiger Sperrung soll die Flößerbrücke in Hörden nach erfolgter Teilsanierung zumindest halbseitig wieder geöffnet werden. "Wir sind sehr froh, dass uns auf Holzbrücken spezialisierte Ingenieure mit ihren statischen Berechnungen Gewissheit geben, dass die Brücke eingeschränkt nutzbar ist", erklärt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Durch die halbseitige Sperrung sei die Verkehrssicherheit gewährleistet, da sich auch die Belastung im Rahmen hält. Zudem wird nur die quasi "bessere Hälfte" freigegeben.

Wie kam es zu der Brückensperrung und vor allem wie steht es um die Zukunft der ortsbildprägenden und für den Fußgänger- und Radverkehr so bedeutsamen 30 Jahre alten Brücke? Diese Fragen wurden in den vergangenen Wochen intensiv unter den betroffenen Bürgern diskutiert. Auch der Stadtverwaltung brannte die Thematik unter den Nägeln, so dass mehrere Experten eingeschaltet wurden.

Vor mehr als einem Jahr wurde das Bauwerk fußläufig durch eine beauftragte Firma untersucht - im Rahmen der regelmäßigen Brückenüberprüfung. Dabei wurden am oberen Fachwerk noch keine wesentlichen Mängel ermittelt. Für die Prüfung des Feldbereichs über der Murg war ein Geräteeinsatz mittels schwimmender Arbeitsrüstung erforderlich. Diese Prüfung erfolgte schließlich am 11. Oktober 2018. "Dabei wurden gravierende Schäden an der Tragkonstruktion festgestellt", zitiert die städtische Pressestelle aus dem Bericht der Brückenprüfung.

Stark gerissene



Hauptträger

Darin wird von stark gerissenen Hauptträgern aus Brettschichtholz berichtet und dass die Risse größtenteils in den Klebefugen über die gesamte Trägerlänge verlaufen. Das Büro empfahl der Stadt Gaggenau aus Sicherheitsgründen die Sperrung der Brücke. Im November 2018 wurden weitere Untersuchungen durchgeführt und weitere Schäden am Untergurt und den Diagonalen festgestellt, berichtet die Stadt. Über die gesamten Fachwerkträger waren einheitliche Risse zu erkennen. Zudem wurden Fäulniserscheinungen festgestellt. Das Büro kam zu dem Schluss, dass eine Instandsetzung der Brücke aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll sei. Einen Neubau schätzte es auf über 880 000 Euro. Aufgrund der hohen Kosten hat sich die Stadt entschieden, ein weiteres Ingenieurbüro einzuschalten. Dieses nahm die Brücke am 14. Dezember in Augenschein und gab den Rat, eine Fachfirma für Holzbrücken-Sanierungen einzuschalten. Am 8. Januar erfolgte eine erste Begutachtung durch die Fachfirma und die neu beauftragten Ingenieure.

"Die Schäden wurden zwar bestätigt, es wurde aber die Hoffnung geweckt, dass eine teilweise Sanierung mit dem Ziel, die Brücke zeitweise bis zu einem späteren Neubau noch eingeschränkt nutzen zu können, machbar erscheint", erklärt Bürgermeister Michael Pfeiffer. Um den erforderlichen Umfang für den Austausch der defekten Hölzer und Verstärkung der tragenden Teile ermitteln zu können, wurde das auf Holzbrücken spezialisierte Fachbüro Miebach aus Lohmar beauftragt.

Nach einer Begutachtung vor Ort am 22. Januar erhielt die Verwaltung Ende dieser Woche nun das Ergebnis der statischen Berechnung. "Damit können wir es nun verantworten - nach den erforderlichen Teilsanierungen -, die Brücke mit einem 1,5 Meter breiten Korridor zu öffnen", meint Pfeiffer und hat dabei vor allem auch die anstehende Fastnachtszeit im Blick, bei der die Brücke eine wichtige Verbindung darstellt. Diese Sanierungsarbeiten sind in der zweiten und dritten Februarwoche vorgesehen. Die Freigabe der Brücke ist somit spätestens Ende der dritten Februarwoche eingeplant, so Pfeiffer.

Es handelt sich um eine Übergangslösung, die für maximal ein Jahr gedacht ist, betont die Verwaltung. Die Hauptsanierung der Brücke soll Ende 2019/Anfang 2020 angegangen werden, kündigt die Stadtverwaltung an. Da für eine wahrscheinliche Brückensanierung auch der Umweltschutz zu beachten ist, wurde am 22. Januar eine Erstuntersuchung zum Artenschutz durchgeführt.

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