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Jeder kann ein Held sein
Jeder kann ein Held sein
07.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Schüler und Lehrer der Handelslehranstalt (HLA) Gernsbach haben am Dienstag ein lebenswichtiges Projekt unterstützt. Alle 15 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, darunter viele Kinder und Jugendliche. Oft kann ihnen nur durch eine Stammzelltransplantation geholfen werden - vorausgesetzt man findet den passenden Spender. Die Suche ist wie die nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Von daher gilt: Je mehr registrierte potenzielle Spender, desto größer die Wahrscheinlichkeit, eine passende zu finden.

Initiiert von Schülersprecher Mustafa Özkan und SMV-Verbindungslehrerin Lisa Schmitt hat die HLA am Schulprogramm "Dein Typ ist gefragt!" der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) teilgenommen. Mit diesem sucht die Organisation mit Sitz in Tübingen junge Menschen, die sie im Kampf gegen Blutkrebs unterstützen. "Jeder kann ein Held sein", dachten sich wohl viele in der HLA, als sie von der Aktion hörten. "Ich hätte nicht gedacht, dass der Ansturm so groß ist", zeigte sich Özkan im BT-Gespräch zufrieden mit der Resonanz. Die jungen Leute - ab 17 kann man sich als Knochenmarkspender registrieren lassen - warteten geduldig auf ihr Wattestäbchen und die paar Unterlagen, die es auszufüllen gilt. Denn ein Wangenabstrich genügt, um sich der weltweiten Suche nach Stammzellspendern zur Verfügung zu stellen.

86 Schüler der HLA sind nun registriert. Zuvor sind sie in Vorträgen über die Organisation DKMS, über Blutkrebs allgemein und darüber, wie sie helfen können, informiert worden. Zudem hat ein ehemaliger Spender aus der Region über seine Erfahrungen berichtet - und damit etwaige Sorgen genommen, wie Mario Scherb ergänzte. Er ist Mitarbeiter bei der DKMS, die drei-, viermal die Woche in Schulen geht, um ihre Datei zu vergrößern und im Kampf gegen den Blutkrebs die Erfolgsaussichten zu verbessern. Die DKMS arbeitet seit 1991 daran, für Patienten weltweit den passenden Spender zu finden. Bislang haben sich schon mehr als acht Millionen Stammzellspender ihrer Idee angeschlossen.

Es gibt zwei verschiedene Arten Stammzellen zu spenden. In den meisten Fällen (80 Prozent) werden laut DKMS Stammzellen über die sogenannte "periphere Stammzellspende" der Blutbahn entnommen. In wenigen Fällen werden die Stammzellen direkt dem Knochenmark entnommen. Die Datei der DKMS ist die größte der Welt. Mit ihr kann sie auch an Blutkrebs erkrankten Menschen aus eher kleinen Ländern und Bevölkerungsgruppen helfen, diese heimtückische Krankheit zu überstehen.

Die Idee von Mustafa Özcan, die Aktion "Dein Typ ist gefragt!" in die HLA Gernsbach zu holen, ist bei seinen Kollegen von der Schülermitverantwortung (SMV) gleich sehr gut angekommen, wie der Schülersprecher betont. Und auch bei den übrigen Mitschülern, wie 86 neue potenzielle Stammzellspender beweisen.

www.dkms.de

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