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"Hörden steht nicht zur Debatte"
08.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Murgtal - Die mögliche Ansiedlung von zwei Lebensmittelmärkten auf dem Pfleiderer-Areal in Gernsbach spaltet die Meinungen: Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein hat diese nun ausdrücklich begrüßt (siehe zum Thema). In Gernsbach selbst und in Loffenau fürchten Gegner dagegen Einbußen oder gar das Aus für bestehende Nahversorger. Der am meisten betroffene Markt, Edeka-Huck, gibt sich kämpferisch: "Hörden steht nicht zur Debatte!", betont Uwe Huck.

Eine Schließung seines größten Standorts mit rund 1 100 Quadratmetern Verkaufsfläche schließt der 56-Jährige bei neuer Konkurrenz aus, auch wenn ein zusätzlicher Vollsortimenter und ein größerer Lidl-Markt "Auswirkungen bis Gaggenau hätte". Dort hat der Kaufmann in der Bäumbachallee seit 27 Jahren seinen Stammsitz mit einer Größe von rund 850 Quadratmetern. In Hörden öffnete er kurz nach der Jahrtausendwende seinen zweiten Edeka. Die Stadt Gaggenau weiß Huck auf seiner Seite, hat sie doch wie der Loffenauer Gemeinderat, der um das Überleben von "Gießler's Landmarkt" bangt, die Pläne der Nachbargemeinde harsch kritisiert und die Gernsbacher Informationspolitik getadelt (das BT berichtete). Den Edeka in Weisenbach und den Netto in Hilpertsau tangieren die Pläne genauso wie künftige Dorfläden in Reichental und Staufenberg und den in Gernsbach ansässigen Nahkauf.

Die Bestandsgarantie für Hörden hat auch deswegen besondere Bedeutung, weil Huck als Betreiber des in Gernsbach geplanten Supermarkts mit 2 100 Quadratmetern Verkaufsfläche in Betracht kommt - so ein Edeka und kein Rewe dort einzöge. Der Händler führte am Freitag Gespräche mit der Expansionsabteilung des Lebensmittelriesen. "Normalerweise erhält der Kaufmann vor Ort den Zuschlag, wenn ein neuer Markt eröffnet wird", gilt Huck als erster Ansprechpartner. Für ihn wäre die Expansion dann eine "Frage der Finanzierung". Trotz des möglichen Zusatzgeschäfts findet er indes: "Egal, wer den Laden betreibt, macht sich der Bürgermeister in Gernsbach keinen Gefallen damit." Ihm missfällt zudem - ganz Gaggenauer -, dass die "Kaufkraft sich in einen kleineren Ort in der Peripherie verschiebt".

Unerwartete Hilfe erhält der Händler von der Gernsbacher Feuerwehr. Nachdem das BT über die Zeitverzögerungen bei der Notfallversorgung in Loffenau berichtete, die sich wegen der Bahnschranken um mehr als eineinhalb Minuten in die Länge ziehen kann, forderten mehrere Floriansjünger einen Neubau des Feuerwehrhauses auf der anderen Seite der Bahnlinie. Ein Gedanke, den Volker Steimer "nicht verkehrt" findet. Vom Pfleiderer-Areal aus wären Einsätze im Regelfall "schneller möglich". Doch der Feuerwehrkommandant weiß: "Das liebe Geld! Es würde wohl sechs Millionen Euro kosten. Ein Luxus, den sich die Stadt nicht leisten kann."

Allerdings kommen auf das Rathaus ohnehin hohe Investitionen zu, um die gesetzlichen Vorschriften an den Feuerwehr-Gebäuden zu erfüllen. Steimer liebäugelt daher weiter mit einem Neubau, der finanzielle "Synergien durch eine Fusion" mit einer anderen Abteilung ermöglichen würde.

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