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Moderne Heimatkunde außerhalb des Klassenzimmers
Moderne Heimatkunde außerhalb des Klassenzimmers
13.02.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (red) - Wer denkt, dass die Natur im Winter nichts Spannendes zu bieten hat, der wird bei den Naturpark-Entdeckertagen im Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord eines Besseren belehrt. Ziel des Projekts ist es, Kindern den Zugang zur Natur zu ermöglichen und Informationen über die Natur erlebnisorientiert zu vermitteln, informiert der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.

Der Naturpark-Entdeckertag der Wilhelmschule in Bad Wildbad war einer dieser Winter-Höhepunkte. Die Naturpark-Schule arbeitet in verschiedenen Unterrichtsmodulen in "moderner Heimatkunde" außerhalb des Klassenzimmers - zum Beispiel in der freien Natur, wie an diesem Tag auf dem Kaltenbronn. Doch zunächst lernten die Kinder in einem der warmen Ausstellungsräume des Infozentrums. Das Thema lautete Tiere im Winter.

Naturpark-Umweltpädagogin Manuela Riedling zeigte den Viertklässlern beispielsweise ein Sommer- und ein Winterfell des Rehs. Sie erklärte, woran man die Fußabdrücke der Tier erkennt und wie man die Spuren von Fuchs, Hund und Wolf unterscheidet. Außerdem lernten die Kinder die Unterschiede zwischen Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre kennen. Dann ging es hinaus in die Winterlandschaft. Um die Überlebensstrategien von Tieren in der winterlichen Kälte zu demonstrieren, sollte jedes Kind ein Plastikdöschen mit heißem Wasser so verstecken, dass es möglichst wenig Wärme verliert. Nach fünf Minuten sollten die Kinder ihre Döschen wieder aus den Verstecken holen und Manuela Riedling maß die Wassertemperatur. Und es zeigte sich: "Tiere", die direkt im Schnee versteckt wurden, sind auf unter fünf Grad Celsius gefallen, Tiere mit Polsterung durch Zweige und andere Materialien blieben wärmer.

Wenn Tiere im Winter von Menschen, die nicht auf den Wegen bleiben, aufgescheucht werden, bedeutet das Stress und Energieverlust. Die Kinder konnten das am eigenen Leib testen: Auf ein Händeklatschen mussten sich die Schüler schnell im Wald verstecken und das dreimal nacheinander. Sie kamen ziemlich aus der Puste und lernten so, dass man Tiere im Winter nicht stören darf.

Beim Eichhörnchenspiel versteckten die Kinder jeweils zehn Nüsse, die sie innerhalb einer bestimmten Zeit wiederfinden und zurückbringen mussten. "Eichhörnchen", die zu wenig Nüsse fanden, waren sehr geschwächt, welches keine fand, war "verhungert". Die Viertklässler bekamen ein Bestimmungsblatt und suchten damit Tierspuren. Sie lernten ein wenig Jägersprache und somit den Unterschied von Spuren, die zum Beispiel Fuchs und Hase hinterlassen, und Fährten von "Schalentieren" wie Reh, Hirsch und Wildschwein. Zum Schluss ging es um die Winterstrategie des Auerhuhns.

Tannenzweige an die Schuhe geschnallt

Die Vögel bilden im Winter Hornstifte an den Zehen aus, die wie Schneeschuhe wirken. Die Kinder bekamen dicht gepackte Tannenzweige an die Schuhe geschnallt und testeten die Schneeschuh-Wirkung. In schneereichen, sehr kalten Nächten graben sich die Hühnervögel Schneehöhlen. Die Kinder bauten Schneehöhlen nach, was ihnen besonders gut gefiel, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Im Rahmen der Naturpark-Entdeckertage können mit Unterstützung des Versicherungsunternehmens Cosmos Direkt bis Ende Februar 2019 Schulen und Kitas in Naturparken auf Entdeckungsreise gehen. Was die Kinder dabei alles erlebt und entdeckt haben, ist in Kürze auf folgender Internetseite nachzulesen:

www.naturparke.de/

entdeckertage

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