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Der erfüllte Traum vom Stipendium
Der erfüllte Traum vom Stipendium
13.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Adrian Mahler

Gernsbach - Für den 15-jährigen Robin Fortenbacher wurde ein scheinbar normaler Mittwoch im Albert-Schweitzer-Gymnasium zu einem unvergesslichen Erlebnis. Bei einem Überraschungsbesuch im Klassenzimmer erfuhr der Neuntklässler, dass er das Schuljahr 2019/2020 als "Juniorbotschafter" der Bundesrepublik Deutschland in den USA verbringen wird.

Der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker (CDU) hatte den Gernsbacher für das PPP-Stipendium (Parlamentarisches Patenschafts-Programm) ausgewählt. Mitten im Unterricht öffnete sich die Tür des Klassenzimmers und riss die Schüler jäh aus dem Gemeinschaftskundeunterricht. Dr. Alexander Stummvoll, Leiter des Wahlkreisbüros und Whittakers Vertreter, Schulleiter Stefan Beil, Robins Eltern und sein Bruder betraten das Zimmer.

Damit fand das Warten des 15-jährigen auf die Auswahlentscheidung ein plötzliches Ende. Stummvoll gratulierte sogleich mit folgenden Worten: "Du bist der Schüler, der den Stadtkreis Baden-Baden und den Landkreis Rastatt nächstes Jahr in den USA vertreten darf. Dort bekommst du einen umfassenden Einblick in das kulturelle, gesellschaftliche und politische Leben in einem fremden Land."

Für den Jungen geht damit ein großer Traum in Erfüllung. Mittlerweile gibt es das PPP seit 1983 und beginnt mit einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Zuerst musste der Neuntklässler fünf Fragen zur eigenen Motivation und Persönlichkeit beantworten. Petra Fortenbacher betonte die Gewissenhaftigkeit ihres Sohnes: "Er saß stundenlang vor den Fragen und wollte sie so genau wie möglich beantworten." Dabei habe er nicht die typischen Floskeln verwendet und einen authentischen Einblick in seine Persönlichkeit geliefert, lobte Stummvoll.

Neben guten Schulleistungen und sicheren Englischkenntnissen komme es vor allem auf das politische Allgemeinwissen sowie die soziale Kompetenz an. Diese zeige sich bei Robin vor allem in seinem ehrenamtlichen Engagement. In der Schule ist er Streitschlichter und seit fünf Jahren Klassensprecher. Zudem spielt er Tischtennis, macht eine Fortbildung zum Oberministrant und war Teil des Gernsbacher 8er-Rats. "Robin ist ein beeindruckender Schüler. Wir waren schon dabei, anderweitig ein Stipendium für ihn zu suchen. Das hat sich jetzt erledigt", schmunzelte Beil.

Erst nach Berlin,



dann nach New York

Sein Notenschnitt von 1,3 sei sehr gut, werde aber für das PPP-Stipendium nicht unbedingt vorausgesetzt und sollte andere Bewerber nicht abschrecken. Zudem warb Stummvoll mit dem Grundsatz des Austauschprogramms: "Das Ziel ist, ein Netzwerk aus persönlichen Verbindungen zwischen jungen Menschen in den USA und in Deutschland zu knüpfen, um gemeinsame politische Wertvorstellungen zu festigen."

Zwischen Mai und September läuft in jedem Jahr die erste Station des Bewerbungsverfahrens, an dem auch junge Berufstätige teilnehmen können. In den 299 Bundestagswahlkreisen stehen 285 Stipendien für Schüler sowie 75 Stipendien für junge Berufstätige zur Verfügung. Aktuell ist der ausgebildete Bauzeichner Marius Putzke aus Forbach in Minnesota und wurde ebenfalls von Whittaker ausgesucht. Der Abgeordnete lud Robin schließlich im Januar zum persönlichen Gespräch ein, nachdem der Neuntklässler bei der zweiten Station des Auswahlverfahrens in Stuttgart die Vorschlagsliste seines "Paten" erreicht hatte.

"Ich bin ein Familienmensch und werde deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge ins Ausland aufbrechen. Dadurch lerne ich sicherlich auch, selbstständiger zu werden," erklärte Fortenbacher. Nach einem Einführungsseminar in Berlin geht es für ihn im Herbst über den Großen Teich zunächst nach New York. Dort erfolgt ein Überblick über die politische Situation des Landes, bevor das Schuljahr an der Highschool beginnt. Sämtliche Kosten für Reise und Unterbringung in der Gastfamilie trägt das Stipendium. Am Ende schloss Stummvoll die Gesprächsrunde mit folgenden Worten ab: "Das Zurückkommen ist meist schwieriger als das Weggehen."

www.bundestag.de/ppp

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