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Viele Menschen vor dem Tod bewahrt
14.02.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (uj) - Im September jährt sich zum 75. Mal die Zerstörung von Gaggenau. Eine entsprechende Gedächtnisfeier soll im Herbst stattfinden. In diesem Zusammenhang spielt der Amalienbergstollen eine große Rolle. Denn bei den verheerenden Luftangriffen 1944 bewahrte diese Schutzanlage eine Vielzahl von Menschen der Stadt vor dem sicheren Tod. Der Gaggenauer Manfred Reufsteck möchte die Bedeutung dieses Stollens wieder in das Bewusstsein der Menschen bringen. Er hat sich bereits mehrfach intensiv mit der Thematik befasst.

Jetzt schlägt er vor, zumindest eine Gedenktafel am Eingang des Stollens anzubringen. "So ein Schild ist eine gute Anregung", betont Judith Feuerer, Pressersprecherin der Stadt Gaggenau. Allerdings müssten zunächst die Eigentumsverhältnisse des Stollens geklärt werden. Gehört er dem Eigentümer des Hofguts Amalienberg? Gehört er dem Land? Die Stadt sei nicht Eigentümer des Stollens. Einen weiteren Vorschlag Reufstecks nach Führungen durch den Stollen sieht die Pressesprecherin eher skeptisch. Denn dafür müssten unter anderem versicherungstechnische Fragen geklärt werden.

Reufsteck hat nach eigenen Angaben die Stadt Gaggenau mit Schreiben vom 4. Juni 2012 darum gebeten, den Amalienbergstollen aus Gründen der Geschichtsbewahrung von großen Mengen an Unrat zu befreien. Gleichzeitig habe er den Vorschlag unterbreitet, dass der Stollen dann von interessierten Bürgern unter Aufsicht besucht werden könnte. Ergänzend habe er mit Schreiben vom 7. Januar 2013 beantragt, diese Anlage wegen ihrer besonderen historischen Bedeutung und ihrer enormen Größe zum Denkmal erklären zu lassen.

Die Erklärung zum Kulturdenkmal sei durch das Regierungspräsidium Karlsruhe bereits im Juni 2013 vollzogen worden. Die Freiräumung durch die Stadt erfolgte im Juni 2014. "Allerdings blieb dieser Stollen für die Öffentlichkeit bisher verschlossen", schreibt Reufsteck. "Meine wiederholten schriftlichen Bemühungen um eine beaufsichtigte öffentliche Zugänglichkeit wurden nicht beantwortet."

In Anbetracht der in diesem Herbst anstehenden Gedächtnisfeier "75-jähriges Gedenken der Zerstörung von Gaggenau" hat Reufsteck Oberbürgermeister Christof Florus um die Schaffung einer Gedenktafel für den Amalienbergstollen gebeten - quasi als Alternative für eine Besucheröffnung. Text- und Gestaltungsentwurf sind im Bild oben dargestellt.

Weiter schreibt Reufsteck an Florus: "Da ich nicht weiß, bis wann bei der Stadt Gaggenau eine Entscheidung fallen wird, dieses Jahresgedenken für den September 2019 aber feststeht, möchte ich Sie bereits heute herzlich um Ihre Unterstützung für die vorgeschlagene oder eine sinngemäße Gedenktafel bitten."

Eine solche Gedenktafel vor diesem Stollen sei eigentlich längst überfällig. Denn bei den verheerenden Luftangriffen 1944 bewahrte diese Schutzanlage eine Vielzahl von Menschen der Stadt vor dem sicheren Tod. Als Zeitzeuge (Jahrgang 1935) und gebürtiger Gaggenauer sei es ihm ebenfalls ein Anliegen, dass hier jener Menschen dankend gedacht wird, die unter heute unvorstellbaren Bedingungen diese Anlage 1944 gebaut haben. Hierzu gehören insbesondere die dort zahlreich eingesetzten Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen und Häftlinge. Der Längsstollen hat eine Länge von 120 Metern, die Gesamtlänge des Stollens beträgt 450 Meter.

Eine derartige Gedenktafel würde laut Reufsteck auch "ein wertvolles Stück Gaggenauer Geschichte vermitteln" für die vielen hier vorbeikommenden Radwanderer auf dem "Murgtalradweg", ebenso wie für Teilnehmer von Stadtführungen, Schulklassen und Ähnlichem.

Reufsteck abschließend: "Schließlich wäre es nach über fünfeinhalb Jahren angebracht, den Amalienbergstollen als bedeutsames und in unserer Region einzigartiges Kulturdenkmal vor Ort auch als solches zu bezeichnen; Gaggenau braucht das nicht zu verheimlichen."

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