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Neue Probleme für Wildwassersportler auf der Murg
Neue Probleme für Wildwassersportler auf der Murg
15.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Raimund Götz

Weisenbach/Forbach - Bei der Informationsveranstaltung zum Umbau der Wehranlage Breitwies, die am Mittwochabend im katholischen Gemeindehaus in Weisenbach stattfand, haben die meisten Teilnehmer die zögerliche Informationspraxis des Betreibers, der Wasserkraftwerke Murg, bemängelt. Besonders die Kanufahrer hätten sich eine frühere Information über die geplanten Baumaßnahmen gewünscht.

Diese werden zwar die Anwohner in der Bahnhofstraße in Langenbrand belasten, doch seien sie nach der Fertigstellung kaum mehr spürbar, kündigte das Unternehmen an. Einschneidende Behinderungen haben allerdings die Paddler zu befürchten.

Paula Budschewski von der Hydro-Energie Roth GmbH erläuterte zusammen mit ihrem Kollegen Andreas Zoller die geplanten Baumaßnahmen. Es geht um die Wehranlage Breitwies, die gegenüber des Langenbrander Sportplatzes in Betrieb ist. Geplant sind ein Fischauf- und -abstieg, die Erhöhung der Wehrkrone und die Herstellung der Durchlässigkeit. Ein Tunnelkanal leitet das Wasser auf den Aquäduktkanal über einen Oberwasserkanal zur Turbine Breitwies. Rechts am Wehr wird die Fischtreppe gebaut, auf der linken Seite der Rechen für den Kanaleinlauf.

Die Ausführung hat die Firma SBS Shala Bau GmbH übernommen. Für die Kajakfahrer sei das geplante Wehr ein Hindernis und eine Gefahrenquelle. Die Durchfahrt sei nur bei genügend Wasser über die Fischtreppe möglich. Über die Wehrkrone wären rund 1,40 Meter zu überwinden, für die Kanufahrer sei dies unmöglich. Der Wasserbauingenieur Uwe Merkel, der von drei Karlsruher Vereinen in die Informationsveranstaltung geschickt wurde, und Tine Richter vom Kanu-Verband Baden-Württemberg finden, dass die Möglichkeiten für die Kanufahrer noch nicht ausgeschöpft seien.

Das Planungsbüro zeigte sich offen für Vorschläge. Martin Weissmann von der Wasserkraft Murg dämpfte aber die Erwartungen: "Das System umwerfen geht nicht mehr:" Und er wurde noch deutlicher: "Wenn Sie die Änderungen bezahlen, machen wir es." Auch die Fertigstellung bis Ende dieses Jahres lasse kaum noch Änderungen zu. Einziger Ansprechpartner in der Sache sei die Fischereibehörde. Die Wildwasserfahrer seien nicht gehört worden. Die Vertreter der Langenbrander Sportvereine befürchten - zumindest während der Bauzeit - Einschränkungen bei der Nutzung ihres Sportplatzes. Und die Anwohner der Bahnhofstraße in Langenbrand sehen in den Baumaßnahmen eine mögliche Lärmbelästigung.

Vom Vertreter der Baufirma SBS war zu hören, dass zwar ein Teil beim Sportplatz als Abstellfläche für Baugeräte gebraucht werde, doch nahezu alle Arbeiten von der linken Murgseite ausgeführt werden. Die schmale Zufahrt und der Straßenbelag der Bahnhofstraße sei nicht für große Baumaschinen und Fahrzeuge geeignet. Baubeginn soll Anfang Mai sein. Dass es zur Lärmbelästigung während der Bauphase kommen kann, wird nicht ausgeschlossen. Die Bedenken, die Sportplatznutzung könnte auf Dauer beeinträchtigt werden, konnten die Planer zerstreuen: "Am Ende wird alles wieder wie vorher sein."

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