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Zu steil, zu groß und dann noch die Wildschweine
Zu steil, zu groß und dann noch die Wildschweine
16.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Die Wildschweine leisten ganze Arbeit - wie umgepflügt liegen große Teile des Vereinsgrundstücks im Auer Gewann "Kreuzeich" da. Steiles Gelände, vermooste Böden mit wenig Nährstoffen, das Ganze ein gutes Stück weit weg vom Ort entfernt - da ist der Wunsch verständlich, das Gelände aufzugeben und ein neues zu bewirtschaften.





"Unsere Mitglieder werden nicht jünger, und für die Jüngeren ist es viel Arbeit hier oben, die nicht viel bringt", verdeutlicht der Vorsitzende Alfred Götz die Situation. Deshalb hat sich die Verwaltung des Auer Obst- und Gartenbauvereins Gedanken über die Zukunft gemacht.

Außerordentliche



Mitgliederversammlung

Ein neues Areal ist bereits gefunden, im "Mühlgraben", ganz in der Nähe des Auer Friedhofs soll es sein. Mit guter Zufahrtsmöglichkeit, nicht so steil und bei Weitem nicht mehr so groß wie das bisherige mit seinen rund 100 Ar Fläche. Zwei Privatgrundstücke und eines von der Gemeinde - daraus soll das neue Vereinsgelände werden, "ein sehr schönes Plätzchen", ist sich Alfred Götz sicher. Ob es dazu kommen wird, darüber soll die außerordentliche Mitgliederversammlung befinden. Diese ist für den Aschermittwoch, 6. März, 19 Uhr, im alten Kindergarten in Au geplant. .

Der Boden in der "Kreuzeich" ist nicht dafür geeignet, um neue Pflanzen anzubauen, "ohne Dünger funktioniert überhaupt nichts" erläutert Götz. Junge Bäume wachsen nicht an, "die Steillage ist eines der größten Probleme", ergänzt Verwaltungsmitglied Andreas Kutter. "Immer mehr unserer älteren Mitglieder können nicht mehr mithelfen."

Im umzäunten "Gärtchen" wachsen keine Sträucher an, Pflanzaktionen mit Johannisbeeren oder Himbeeren waren erfolglos. Selbst ein Versuch, den Boden dort mit Ziegenmist zu verbessern, scheiterte.

"Und dann kommen noch die Wildschweine, die besuchen uns sehr oft im Jahr", erzählt der Vorsitzende. Das "umgepflügte" Gelände kann dann nicht mehr von den Vereinsmitgliedern in Eigenarbeit gemäht werden. "Es muss von einem Landwirtschaftsbetrieb gemulcht werden, und das kostet einiges Geld."

Der Spaß am bisherigen Gelände ist den Obstbauern abhandengekommen, "wir wollen uns einfach näher am Dorf besser präsentieren", begründet der Vorsitzende die Überlegungen. Das bisherige Gelände soll dann an die Gemeinde zurückgegeben werden, "die Bäume werden wir dort noch pflegen".

In mehreren Sitzungen hat die Vorstandschaft darüber beraten. Eine kleine Gerätehütte soll es auch geben. Rosen, Beerensträucher und Spalierobst sollen dort gepflanzt werden - und Halbstamm-Obstbäume, die man besser pflegen kann als die klassischen Hochstamm-Bäume. Die Anlage an der "Kreuzeich" besteht schon seit Jahrzehnten, der OGV selbst wird 2020 90 Jahre alt. Der Baumbestand, überwiegend Äpfel, stirbt altershalber langsam ab. Das Obst wird von den Mitgliedern geerntet und zu Saft oder Most verarbeitet.

Ein Kostenplan wird erstellt sowie eine Zeichnung für die geplante Geschirrhütte. Diese soll beim Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt werden. Insgesamt rechnet der OGV mit einem Kostenrahmen von rund 3 500 Euro, inklusive Pflanzen und Zaunmaterial. Vorstandschaft, Mitglieder und weitere Helfer aus dem Ort wollen die Arbeiten stemmen. Es gibt auch Kritiker an den Plänen, räumt Götz ein. Aber wenn selbst ältere Mitglieder ihre Mithilfe bei der Neuanlage angeboten haben, "können wir so falsch nicht liegen".

Eine Fusion mit den Obstbauern aus Weisenbach stehe nicht zur Diskussion, "Wir wollen eigenständig bleiben und etwas Neues machen", unterstreicht Alfred Götz die Ambitionen des Auer Vereins.

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