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"Eine Woche nur Zirkus" begeistert jeden Schüler
20.02.2019 - 06:53 Uhr
Von Hartmut Metz

Loffenau - "Die Kinder erzählten alle, dass sie die Nacht davor nicht schlafen konnten!", berichtet Martina von Köller schmunzelnd. Inzwischen sei die Vorfreude der Begeisterung gewichen - und am Freitag wird wohl Lampenfieber einsetzen vor dem ersten großen Auftritt: Alle vier Jahre elektrisiert das Zirkusprojekt die Grundschüler in Loffenau.

"Das ist sehr toll!", freut sich die achtjährige Nika über das einwöchige Gastspiel des Circus Zappzarap. Die kleine Turnerin aus der dritten Klasse bekommt glänzende Augen, wenn sie von ihrem ersten Einsatz am Trapez und der Akrobatik spricht. Ihr neuer Trainer attestiert ihr und den anderen Loffenauer Kindern auch überdurchschnittliche Körperbeherrschung: "Ich bin immer wieder erstaunt. Wir sind am ersten Tag mit der ersten Gruppe bei den Vertikaltüchern schon sehr weit gekommen. Die sind eigentlich eine motorische Herausforderung", weiß Ivo Lindemann und ordnet nach den "ersten Kostproben" ein, "die Kinder hier sind talentierter als an vielen anderen Schulen." Zudem haben es gestern dem 40-Jährigen aus dem niederbayerischen Oberthalham die Clowns angetan. "Die waren auch unheimlich manegenpräsent", lobt er.

Der Erlebnispädagoge des circensischen Familienbetriebs "LoCura Artistik", der mit seiner Gattin Maren Cremer Unterhaltung rund um Jonglage, Clownerie, Zauberei, Stelzenlauf und Akrobatik anbietet, ist im Auftrag des Leverkusener Unternehmens Circus Zappzarap unterwegs. Schon 2015 war der Oberthalhamer an der Grundschule in Loffenau. "Davor haben wir 2011 das Projekt erstmals angeboten", erinnert sich Rektorin von Köller und verweist auf den vierjährigen Rhythmus, damit jedes der derzeit 78 Kinder einmal das fünftägige Spektakel während seiner Grundschulzeit miterleben darf.

Lindemann als



"Kinderdompteur"

"Ich bin Kinderdompteur!", beschreibt Lindemann scherzhaft seine tägliche Aufgabe von 8 bis 13 Uhr, um aber gleich im nächsten Atemzug zu dementieren, "nein! Ich bin Zirkusdirektor und künstlerischer Leiter - eigentlich bin ich alles." Jeder seiner Schützlinge kann sich - ganz nach seinen Neigungen und seinem Können - eine Aufgabe auswählen. "Wir haben kein festes Programm. Die Kinder entwickeln ihre eigene kleine Darbietung. Wir stehen daneben und unterstützen sie und sagen: Das geht so und so und sieht gut aus oder ist zu gefährlich."

Jedenfalls gilt immer: "Den Kindern macht es Spaß. Eine Woche keine Schule und nur Zirkus", sagt Lindemann und fragt rein rhetorisch, "was gibt es Schöneres?" Ein zufällig an der Manege vorbeischlenderndes Mädchen bestätigt das kurz und knackig: "Perfekt!" Auch von Köller spürt mit ihren vier Kolleginnen, dass "die Begeisterung überall groß ist, weil die Kinder wissen, dass es sehr schön ist".

Das "Großprojekt" für die kleine Schule könne man sich nur wegen des umtriebigen Grundschulfördervereins leisten. Dank der regionalen Banken, weiterer kleiner Sponsoren vor Ort und der Schulstiftung Baden-Württemberg sei der Circus Zappzarap finanzierbar. Lagen die Kosten bei der Premiere anno 2011 noch bei rund 10 000 Euro, halbierte sich bereits 2015 der Aufwand fast. "Wir hatten vor acht Jahren auch das Zirkuszelt aufstellen lassen. Jetzt veranstalten wir unsere Aufführungen in unserer Hale. Das genügt", findet Martina von Köller. Die Vorstellung am Freitag um 17 Uhr ist bereits so gut wie ausverkauft. Für Samstag um 10 Uhr gibt es "noch ein paar Tickets".

Aufführungen vor



jeweils 250 Zuschauern

Wie die Rektorin ist Lindemann voll des Lobes über die Unterstützung in dem kleinen Bergdorf. "Beim Drumherum und an der Schule merkt man schnell: Da ist großes Engagement da! Allein beim Aufbau beteiligten sich 20 Helfer", zeigt sich der Erlebnispädagoge aus Niederbayern angetan vom enormen Einsatz der Loffenauer Eltern.

Dass sich der Aufwand für alle wieder gelohnt hat, soll sich am Freitag und Samstag zeigen, wenn die Schüler ihre neuen Künste als Clowns, bei Akrobatik-Elementen oder am Vertikaltuch zeigen wie Helena, Larissa oder Lukas. "Am Wochenende kommen zweimal 250 Zuschauer", freut sich Lindemann schon jetzt auf den Applaus für seine kleinen Schützlinge.

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