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Im Reich der Holzmasken
25.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Die Sonne strahlte vom blauen Himmel - die Veranstalter strahlten auch: Über 85 zumeist alemannisch geprägte Gruppen versammelten sich am Samstagnachmittag auf dem Färbertorplatz, um entlang der Umzugsstrecke durch die Altstadt für gute Laune zu sorgen. Angeführt wurde der Gaudiwurm traditionell von den Bleichhexen, dicht gefolgt vom französischen Pendant aus Baccarat, den Kristallhexen. Nicht fehlen durfte das Gernsbacher Prinzenpaar Kim und Jan mit Gefolge.

Schon am Vormittag konnte von einer "erhöhten Narrendichte" in der Stadt gesprochen werden. Der Höhepunkt der Fastnacht ist nicht mehr weit - noch etwas mehr als eine Woche, dann ist es mit der Narretei vorbei. Keine Zeit verloren deshalb die Waldschädder und errichteten am Samstag mit viel Tamtam beim Marktplatzbrunnen das sichtbarste aller Narrenzeichen, den traditionell von den Bleichhexen mit bunten Rosetten geschmückten Narrenbaum mit den Schildern der Narrengruppen. An ihm mussten alle Hästräger am Samstag vorbei, angekündigt vom Moderatorenduo Nicole Gruber und Corinna Lang. Sie konnten dieses Mal auf die Unterstützung von Bürgermeister Julian Christ bauen. Er lobte die 18 Meter hohe Fichte als noch schöner als im letzten Jahr. Musikalische Unterstützung leisteten unter anderem mit dem Badner Lied, freilich in Gugge-Manier, die Murgfetzer. Die "Radaugugge" aus Spessart spielten sich mit Weihnachts- und Winterliedern ein. Um die Verpflegung der Gruppen kümmerten sich die Gernsberg-Hexen.

Um 14.11 Uhr fiel der Startschuss für die Narrenparade. Dann wurden Wägelchen in Stellung gebracht, Trompeten durchgeblasen, Perücken zurechtgerückt und Besen aufgenommen. Unermüdlich schickte die Narrenschar "Ahoi", "Narri-Narro", "Helau", "Uhu" und "Krah-Krah-Hurra" zu den am Straßenrand dicht gedrängt stehenden Zuschauern.

Der Holzmaskenumzug der "Waldschädder" zählt zu den längsten in der Region. Für viele Gruppen ist das heitere Stelldichein zwischenzeitlich ein Traditionstermin. Von Anfang an am Start sind die "Schrägen Vögel" aus Ettlingenweier. Immer auch gern gesehen und mit Spaß dabei sind die Kristallhexen aus der französischen Partnerstadt Baccarat. Aus einem Umkreis von rund 100 Kilometer reisten Hexen, Dämonen, freundlich dreinblickende Naturgeister und Guggenmusiken an, um Gernsbachs Straßen in bunte Nebelschwaden zu hüllen. Der eine oder andere Zuschauer bekam etwas Farbe im Gesicht, die Kinder durften sich über Süßes freuen.

Der Weg führte die Hauptstraße hinunter, an der Hofstätte vorbei und die Waldbachstraße hinauf, dort moderierte Thorsten Leber, zur Stadthalle. Diese verwandelte sich im Anschluss in einen Narrentempel, den die mitlaufenden Guggenmusiken zum Beben brachten.

Aufs Neue bewährte sich das von den Waldschäddern erarbeitet Sicherheitskonzept. Im Einsatz waren nicht nur der Polizei, sondern auch ein privater Sicherheitsdienst und zwei HaLT-Teams (Hart am Limit). Die mitgebrachten Alkoholika wanderten in bereitgestellte Tonnen, da ließen die Sicherheitskräfte nicht mit sich verhandeln. Barrieren auf der Stadtbrücke und an anderen Stellen versperrten den direkten Weg in die Altstadt. Unterstützend tätig waren 25 freiwillige Kräfte des DRK und der DLRG sowie der Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach. Unmittelbar nach dem Umzug kamen alle Einsatzkräfte zur Nachbesprechung zusammen, um gegebenenfalls das Konzept nachzujustieren.

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