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Klimaschutz erhält Vorfahrt gegenüber "Oldtimer-Galerie"
Klimaschutz erhält Vorfahrt gegenüber 'Oldtimer-Galerie'
26.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - "Danke, dass Sie die Prioritäten so setzen!" Mit persönlichen Worten verlieh Biologe Andre Baumann seiner Freude Ausdruck, dass Andreas Haitzler dem Klimaschutz Vorfahrt in seinem Autohaus gab - obwohl der Oldtimer-Fan auch von einer "Galerie" für seine automobilen Preziosen träumte. Beides auf einmal wäre dem Gernsbacher doch zu teuer geworden, gestand er. Gestern wurde Haitzler zusätzlich belohnt mit der Auszeichnung als "Ort voller Energie".

Umweltstaatssekretär Baumann verlieh ihm die Wandplakette mit der Inschrift "Hier wird die Energiewende gelebt". Passend überreichte er diese neben einer E-Lade-Station des VW-Händlers. Auch diesbezüglich will Haitzler weiter Gas geben: "Wir bringen mit der EnBW zusammen 2020 zwei Schnellladestationen außen an", sieht er sich für die Zukunft gewappnet, zumal Volkswagen "verspricht, im nächsten Jahr richtig zu kommen mit 50 000 Elektroautos". Auch das wertet Baumann positiv, schließlich hänge in Baden-Württemberg mittlerweile "jeder 100. Arbeitsplatz an der Energiewende". Die Auszeichnung "Orte voller Energie" soll das auch bewusst und das "Ländle" zum Vorbild für andere machen, schließlich "merken auch wir im Land die Auswirkungen des Klimawandels", betont Baumann.

Matthias Friedmann, der im Landkreis Rastatt und Baden-Baden für das Regionale Kompetenzstellen-Netzwerk Energie-Effizienz (K-EFF) Unternehmen berät, brachte das Autohaus erst auf die Idee, sich für den Preis zu bewerben. "Durch seine nachhaltige und verantwortungsbewusste Unternehmensführung trägt Herr Haitzler dazu bei, die CO -Emissionen zu senken und das Klima zu schützen", lobt Baumann nach einem Rundgang den Geschäftsführer. "Er ist offen für den Einsatz erneuerbarer Energien und bereit, in Maßnahmen zur Energieeinsparung zu investieren."

Auf rund eine halbe Million Euro bezifferte Haitzler selbst die Investitionen in den vergangenen sieben, acht Jahren in Energiemaßnahmen. Er, Bürgermeister Julian Christ und Baumann zählten diese beispielhaft auf: Neben Ladestationen für die firmeneigenen Elektro- und Hybridfahrzeuge zählt die Umstellung der Leuchten auf LED dazu. "Bei der 2016 erneuerten Heizanlage gab es zusätzliche Verbesserungen durch Deckenstrahlplatten statt des vorherigen Gebläses", stellt Haitzler zufrieden fest. Hocheffizienzpumpen, elektronische Regelung und die Warmwassererzeugung über Solarthermie waren weitere Fortschritte, die das seit 1968 in Gernsbach ansässige Traditionsunternehmen verzeichnete. Vor zehn Jahren gab Andreas Haitzler, der den Chefposten von seinem im Unternehmen noch immer aushelfenden Vater Rudolf einst übernahm, wegen der Statik der alten Gebäude erst einmal guter Isolierung den Vorzug vor Photovoltaik. Diese folgte aber später auf den Dächern zweier jüngerer, tragfähigerer Gebäude samt passenden Stromspeichern. "Nach guten Sonnentagen halten die Stromspeicher bis morgens um 4 oder 5 Uhr", freut sich Haitzler über die über die Nacht währende Energieautarkie.

Durch all die Maßnahmen konnte das Autohaus seinen jährlichen Stromverbrauch fast halbieren - von 95 000 vor fünf Jahren auf heute 49 000 Kilowattstunden. Allerdings musste die Gernsbacher Firma wegen Kundenkritik im Sommer zuletzt eine Klimaanlage installieren, die den Verbrauch auf rund 70 000 Kilowattstunden nach oben schnellen ließ.

Trotzdem stellen Baumann, Friedmann und Haitzler zufrieden fest, dass sich "Umweltschutz auch monetär rechnet". Auf jährlich 12 000 Euro taxiert der VW-Händler seine Ersparnis. Dank dieser dürfte Andreas Haitzler irgendwann doch noch seine weitere Herzensangelegenheit finanziert bekommen: die wegen des Umweltschutzes zurückgestellte "Oldtimer-Galerie".

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