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Zu groß, zu teuer, zu wenig genutzt
Zu groß, zu teuer, zu wenig genutzt
26.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Pfarrer Ulrich Egers Satz "Wenn jemand was zu vererben hat ..." brachte es auf den Punkt: Die evangelische St. Jakobsgemeinde braucht Geld. Das war nur einer, aber der wichtigste Grund für die Gemeindeversammlung am Sonntag. Alexander Hoff, der Vorsitzende des Ältestenkreises, legte in seinen Ausführungen dar, warum und wofür. Schwerpunkte waren die Zukunft und die Nutzung des Karl-Barth-Hauses in der Gernsbacher Ebersteingasse.

Anhand großflächiger Projektionen unterrichtete er die Gemeinde über die nach dem Masterplan der Evangelischen Landeskirche erforderliche Verringerung der Gemeindehausflächen. Einem Schlüssel der Landeskirche entsprechend, der sich nach der Anzahl der Gemeindemitglieder richtet, sei das Gernsbacher Gemeindehaus zu groß, zu teuer, zu wenig genutzt. Da helfe es wenig, auf die lange Traditionen hinzuweisen, wie Hoff betonte. Und auch nicht, dass Forbach und Staufenberg mit der Gernsbacher Gemeinde hinsichtlich eines Ausgleichs kooperierten. Doch nicht etwa eine steigende Zahl an Kirchenaustritten sei der Grund für die fehlenden finanziellen Mittel, sondern der demografische Wandel. Bis 2030 und darüber hinaus wirke er sich mangels Neuzugängen auf die sinkenden Mitgliederzahlen aus.

Finanziell besonders dramatisch entwickle sich der signifikante Abschwung erwerbstätiger Mitglieder. Da diese Entwicklung nicht "über Nacht entstanden", sondern schon seit Jahren zu beobachten sei, beauftragte der Kirchenvorstand die Karlsruher Gesellschaft für Projektentwicklung und Projektsteuerung für kirchliches Bauen mbH ("prokiba"). Sie sollte Vorschläge für ein besseres Gebäudemanagement machen. Von mehreren Varianten (alles so lassen und sehen, was wird; zur ursprünglichen Nutzung durch den Kindergarten zurückkehren, Teilabriss und eventuell An- und Ausbau des Pfarrhauses; die ökumenische Nutzung durch beide Kirchen) dominierte doch der Plan des Verkaufs.

Der Haushaltsansatz von 2019 übersteige den von 2018 in nicht geringem Maß, während die Substanzerhaltungsrücklagen für die Gebäude der St. Jakobsgemeinde in gleichem Maße schrumpften. Es fehlten sowohl die Gelder für den Einbau einer Heizung in der Kirche als auch zum Erhalt des kirchlichen Mitteilungsblatts "Der Jakobsbote". Unter den Gebäuden, der Kirche, dem Karl-Barth-Haus und dem Pfarrhaus, stellten die Kosten für das Gemeindehaus nun einmal den größten Posten dar. Pfarrer Egers Aufruf ("Ideen und neue Gedanken sind gefragt") folgten unter den Gemeindemitgliedern Minuten leichter Resignation, doch dann auch zahlreiche Überlegungen nach Auswegen. Zwar ließe sich manches zentralisieren, doch "die Gemeinde braucht eine Heimat", betonte Hoff: "Noch ist alles offen, ist nichts beschlossen."

Wesentlich erfreulicher gestaltete sich der Punkt zwei der Tagesordnung, zu dem Günter Brodback, der Vorsitzende der Gemeindeversammlung, überleitete. Wie Pfarrer Eger betonte, sei die ökumenische Zusammenarbeit nach vielen Jahren mit Begegnungen und Aktionen "weiter auf gutem Weg". Die Ökumene sei "wunderbar spürbar" gewesen, wie er in seinem Rückblick auf das 775-jährige Pfarrjubiläum im vergangenen Jahr feststellte.

Eine positive Entwicklung, die auch in diesem Jahr, dem Gernsbacher Jubiläumsjahr, eine gute Fortsetzung finden werde. Zum Schluss der Versammlung mit nachdenklichem Beginn blieb Brodback der hoffnungsvolle Ausblick: "Es kann auch besser werden als vorher."

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