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Wiesenweg: Anwohner gegen mehr Verkehr
Wiesenweg: Anwohner gegen mehr Verkehr
26.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Th omas Senger

Gaggenau - Im stillgelegten Pavillon der Hebelschule soll eine weitere Kindertageseinrichtung entstehen. Die grundsätzliche Entscheidung für diesen Standort traf der Gemeinderat gestern Abend bei einer Enthaltung. Die An- und Abfahrt für Eltern und Beschäftigte soll maßgeblich über den Wiesenweg erfolgen.

Betroffene Anwohner nahmen gestern als Zuhörer an der Sitzung teil. Im Wiesenweg und In der Gass hat sich zwischenzeitlich eine Bürgerinitiative gegründet. Deren Unterstützer kritisieren die Standortentscheidung und befürchten ein "Verkehrschaos". Schließlich gebe es bereits in den Räumen der Hebelschule die Kindertagesstätte "Spielwiese" mit 42 Plätzen. Nicht zuletzt deshalb sei der Wiesenweg durch Autoverkehr stark belastet.

Bei Erweiterung der Kinderkrippe und Einrichtung einer neuen Kita mit zusätzlich 70 Plätzen werde sich die Situation in dieser Sackgasse verschärfen: "Bei dann 112 zu betreuenden Kindern ist mit etwa 448 Autos zu rechnen, die täglich an jedem Haus des Wiesenwegs vorbeifahren - entweder in Richtung Kita oder zurück, denn nahezu alle Kinder werden mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit von den Eltern gebracht", heißt es in einem Infoblatt der Bürgerinitiative. Fahrten des Betreuungspersonals, Anlieferungen und besondere Veranstaltungen seien bei den 448 Fahrten noch nicht berücksichtigt.

"Mehr Betreuung

in den Stadtteilen"

Zwar seien inzwischen eine neue Parkregelung vor der Kita und Tempo 20 ab dem Kindergarten Sankt Josef versuchsweise eingeführt worden. Aber dies sei keine Lösung des eigentlichen Problems. "Viel besser wäre es, Betreuungsplätze für die Kinder unter drei Jahren in den Stadtteilen einzurichten, damit den Eltern und den Kindern lange Umwege (wie die Sackgasse im Wiesenweg) mit entsprechender Gefährdung erspart blieben, gemäß dem Versprechen der Stadt ,Kurze Beine, kurze Wege'", argumentieren die betroffenen Anlieger.

Auch die geplante Schaffung von rund zehn Parkplätzen wird kritisiert. Sinnvoll und gerechter sei es, die parallel verlaufende Körnerstraße als Zufahrt zu etablieren, argumentieren die Wiesenweg-Anlieger. Dort gebe es auch Parkplatz-Kapazitäten. Dies sieht FWG-Stadtrat Heinz Adolph ebenfalls so; er enthielt sich bei der Abstimmung der Stimme.

Die Fraktionen des Gemeinderats hingegen tragen die Sicht der Stadtverwaltung mit. Es bestehe die Notwendigkeit, an der Hebelschule einen Ausbau der Kinderbetreuung vorzunehmen. Gleichwohl, so machten die Fraktionssprecher deutlich, müsse man die Sorgen der Wiesenweg-Anwohner ernst nehmen.

Die Körnerstraße kann nach Ansicht von Bürgermeister Michael Pfeiffer nicht noch mehr Verkehr vertragen. Sie ist eine sogenannte Spielstraße und mit geschwindigkeitsverringernden Elementen versehen. Auch Oberbürgermeister Christof Florus riet davon ab und warnte den Gemeinderat: "Aufpassen! Diese Woche hocken die Leute aus der Gass da, nächste Woche dann die Bewohner der Körnerstraße."

Geplant sind nach derzeitigem Stand im vorhandenen Gebäudekubus des Hebelschul-Pavillons fünf Ganztagsgruppen mit insgesamt 70 Plätzen, davon:

drei Krippengruppen für Kinder im Alter von einem bis drei Jahren (jeweils zehn Plätze).

zwei Kindergartengruppen für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt (jeweils 20 Plätze).

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