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Zwischen Konsumrausch und Sparzwang
Zwischen Konsumrausch und Sparzwang
04.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Loffenau - Die Regale sind gut gefüllt: Bücher, Spiele, Haushaltswaren, Dekoratives, Schuhe und vor allem Kleidung. Und die gibt es nicht nur für kleine Erdenbürger, auch Jugendliche und Erwachsene werden im "S'Klemmerle" durchaus fündig - und das zu sehr moderaten Preisen. Denn der gemeinnützige Betreiberverein will zwar das Geschäft betreiben, aber die Gewinnerzielungsabsicht steht nicht im Vordergrund.

Ursprünglicher Gedanke der Mütterinitiative ist vor allem, dass Überfluss und Sparsamkeit ein gemeinsames Ventil finden: den neuen Gebrauchtwaren-Laden im Ortszentrum von Loffenau. Die Gewinne sollen einmal im Jahr sozialen Zwecken zugeführt werden - wohin, darüber entscheidet demokratisch die Mitgliederversammlung des Trägervereins.

"Wir leben in einer Überflussgesellschaft", erklärt Nina Gräßle als eine der Gründerinnen und jetzige zweite Vorsitzende von "S'Klemmerle". Die andere Seite der Medaille ist, dass es viele Familien gibt, die sparen müssen oder wollen: "Die Kinder wachsen ja schnell aus den Sachen wieder raus." Kerstin Fieg, erste Vorsitzende und Ideengeberin des geräumigen Ladens, kannte das Konzept eines solchen Ladens aus Dobel: "Dort gibt es schon lange den ,Hand-in-Hand-Laden'. Das System funktioniert dort sehr gut."

In den beiden Loffenauer Kindergärten und beim örtlichen Kindersachenflohmarkt machte sie Werbung für ihre Idee. Über Mund-zu-Mund-Propaganda fanden sich schnell insgesamt acht Mütter, die solch einem Laden viel abgewinnen konnten. "Nicht nur für Kinder: Hier gibt es vieles, auch Kleidung für Erwachsene und zum Beispiel Handtücher, Bettwäsche, Geschirr, Taschen, Schulranzen und viele Kleinigkeiten", zeigt Kerstin Fieg stolz auf die gut gefüllten Regale. Umtriebig hatten sie und ihre Mitstreiterinnen und weitere Unterstützer dafür gesorgt, dass es nicht nur bei einem schönen Plan blieb, sondern dass dieser schnell mit Leben gefüllt wurde.

Bei Bürgermeister, Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat fanden sie verständnisvolle Unterstützer, und so durften sie bereits Ende vergangenen Jahres in die Räumlichkeiten der ehemaligen Post in Loffenau einziehen. Das City-Kaufhaus in Gaggenau spendete stabile Kleiderständer, danach kamen die ersten Spenden für den Verkauf.

Überrascht waren die Initiatoren über die Qualität der gespendeten Kleidung: "Zum Teil noch ungetragen!" Es gibt aber Grenzen für die Spenden: "Große Teile wie Möbel können wir nicht nehmen, aber wir planen eine Pinnwand mit Angeboten und auch Gesuchen. Ein Papa hat überdies angeboten, auf Facebook für eine aktuelle Übersicht zu sorgen", freut sich Kerstin Fieg.

Freuen konnte sie sich auch über den regen Zuspruch am Eröffnungstag. Obwohl es draußen in Strömen regnete, drängten sich Neugierige, Unterstützer und erste Kunden dicht durch das Geschäft. Vorläufig sind drei Öffnungstage geplant: Mittwochs von 9.30 bis 11.30 Uhr, freitags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 9.30 bis 12 Uhr wird der Laden zwischen Rathaus und Kirche (Parkplätze gibt es direkt dahinter) geöffnet sein. Ob das ausreicht, das wollen die Betreiberinnen, die sich während der Geschäftszeiten im Laden abwechseln, im Praxisbetrieb ausprobieren. Spenden nehmen sie natürlich weiterhin entgegen. Textilien sollten sauber gewaschen sein: "Das können wir nicht auch noch machen."

Freuen würden sie sich außerdem über weitere Mitglieder, die den gemeinnützigen Verein mittragen wollen: "Unser Jahresbeitrag liegt bei Erwachsenen bei zehn Euro und für Firmen bei 100 Euro." Dafür darf man dann bei der jährlichen Mitgliederversammlung auch Vorschläge für die Verwendung der Gewinne machen und abstimmen. Geplant ist noch eine feste Umkleidekabine für Erwachsene.

Besonders freut sich Kerstin Fieg auf die warmen Monate: "Dann können wir draußen vor dem Laden auch ein Tischchen aufstellen, wo man mal einen Kaffee trinken kann." Das wäre ein positiver Nebeneffekt, wenn das "S'Klemmerle" nicht nur Angebot und Nachfrage verbindet, sondern auch eine kleine Kommunikationsinsel wird - die Anfänge sind auf jeden Fall vielversprechend.

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