Humorwellen schlagen hoch auf "MS Pumpernickel"
05.03.2019 - 00:00 Uhr
Forbach (mhr) - Wenn die Parole "ein dreifach kräftiges Pumpernickel" hoch oben im Bergdorf erschallt und Partykönig Franz Köninger zum Einsatz kommt, sind die närrischen Umtriebe in vollem Gange. Der humoreske Einstieg in diesem Jahr war pfiffig gewählt in Anlehnung an den Monty Python-Film "Das Leben des Brian".

Da hatte sich das Bermersbacher Präsidenten-Dreigestirn Nicolai Wunsch, Patrick Barth und Thorsten Wunsch einiges einfallen lassen. Letzterer trat in Gestalt des Kapitäns auf d er "MS Pumpernickel" an, um das Volk auf der Sonnenterrasse des Murgtals zu retten. Die Humorwellen schlugen hoch an Deck. Die Rettung scheint geglückt: Tanz, Akrobatik, örtliches Seemannsgarn und frische Ideen waren Trumpf bei den Fastnachtssitzungen des TV Bermersbach in der voll besetzten Festhalle.

Erste Rettungsgaranten an Bord waren die entzückenden Narhalla-Tänzerinnen (Leiterin: Ann-Kathrin Laubel), die strahlend und geschmeidig über die Bühne wirbelten. Dass sie auch eine schaurig-schöne Atmosphäre vermitteln können, demonstrierten die Jugendturnerinnen als Maskengrazien im Tanzgrusical "Der Nachtkrapp" (Leitung: Linda Asal). Einige "Uffreger" hatte der Gelbwesten-Ortsbüttel (Stefan Wunsch) auf Lager; angefangen bei den Baumzelten, an denen sich die Gemüter von Ur-Bermersbachern und Touristen scheiden, bis hin zum "Schandfleck" Andilly-Platz. Die Turnerinnen (Leitung: Sarah-Melina Kowalski) eroberten das Deck in einem furiosen Tanz als rassige, stilecht kostümierte Gipsy Girls.

"Tarzan" eine



grazile Augenweide

Was es mit der "glorreichen Ankunft des jungen Thomasfuß" auf sich hat, tat in einer launigen "frohen Botschaft" Jungbüttenredner Heiko Roll kund. Erstaunliche Varianten ergaben sich bei der Suche nach "The Voice of Märchenwald". Hier brachte sich eine Musikvereinsabordnung wortverspielt als Quietsche-Entchen, "gestieffelter Kater", "Wra-Punzel", "Ruschkäppchen", "Hornröschen" und "Ascherputtel" in Stellung. Die jungen Turn-Tanz-Akrobaten ließen in "Tarzan - two worlds, one family" bildhaft-tänzerisch den Dschungel lebendig werden - eine beeindruckend bewegliche, grazile Augenweide.

Wenn ein Bermersbacher Gewächs als Extremsportler und Buchautor (Nicolai Wunsch) filmisch aufbereitete ortstypische Extremsportarten wie "Alpin Running" oder "Heidelbeer-Reffing" vorstellt, bleibt kein Auge trocken. Kraft und sportive Vitalität, gepaart mit akrobatischen Elementen, demonstrierten die Turner aus dem imaginären Indianer-Land. Eine vergnügliche "Zeitreise" zwischen Filmausschnitten und Bütt präsentierte der grasgrüne "Troll von Bermersbach" (Timo Roll) - mitsamt dem Neu-Rebensaft "Trollinger". Das Hohelied des Schlempelns und auf die Fastnacht stimmten drei "Heimkehrer" als Hautevolee in Wort und Klang an. Die Erklärung für das seltsame Gebaren einer besonderen Gattung sowie ihre Gründe für eine Rückkehr ins sonnige Bergdorf gelang überzeugend.

"Schiebe-Berts" geben



alles zum Schluss

"Die Lage ist ernst" verkündete ein melodramatisches Intro gegen Ende der durchweg unterhaltsamen Fastnachtssitzung. Ein auch optisch gefälliger Vertreter des "Homo Bermersbachiensis" (Thorsten Wunsch) warb in einer umjubelten, knackig-markigen Ansprache für einen "Brexit" nach Bermersbacher Art. Warum das Überleben der Welt maßgeblich von den "Pumpernickeln unter den Backwaren" abhängt? Aus Sicht des "Homo Bermersbachiensis" wären die Folgen inklusive der damit einhergehenden Grenzschließung verheerend - für Forbach. Was für ein Glück, dass die "Mostschlotzer" und ihr ironisch gefärbter, stimmstarker "Singsang" zu Gitarrenbegleitung die trüben Gedanken verscheuchten.

Die "Schiebe-Berts" kamen zu ihrem letzten Einsatz. Ist doch beim traditionellen Abschluss der Fastnachtssitzungen in Bermersbach stets auch die Beteiligung des Narrenvolkes gewünscht. Im Handumdrehen hatte die "älteste Boygroup des Murgtals" sowohl das Bühnendeck als auch das Passagierdeck auf der "MS Pumpernickel" in Fahrt gebracht. Auch die letzten Stimmungsgranaten des Abends verfehlten nicht ihre Wirkung. Mit Schunkelkost und eigenen Fastnachts-Liedern kehrten Friede und ausgelassene Freude im Bergdorf ein.

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