Positive Signale für die Johann-Belzer-Schule
Positive Signale für die Johann-Belzer-Schule
08.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Die Johann-Belzer-Grund- und Werkrealschule kämpft um ihren Bestand. Eine Möglichkeit dazu ist, die Bildungseinrichtung für neue Schüler attraktiv zu gestalten. Die Grundschule ist nicht gefährdet, problematisch wird es bei der Werkrealschule. Rektor Oliver Hintzen hat mit einem erweiterten Angebot die Mädchen im Blick: Die Schule geht eine neue Kooperation mit dem Klinikum Mittelbaden ein, hier im speziellen Fall mit der Klinik in Forbach. Gespräche mit der Pflegedienstleitung und Chefarzt Carsten Frey haben bereits stattgefunden. Und es gibt positive Signale aus dem Kultusministerium für die Werkrealschule.

Die Berufsorientierung werde mit der neuen Kooperation gestärkt, "eine Kernkompetenz von uns", erläutert der Rektor. Der soziale und pflegerische Bereich soll künftig ebenfalls abgedeckt werden. Ortsnah ist die Forbacher Klinik, und sie stehe nicht zur Disposition. Bislang war die Berufsorientierung an der Belzerschule technisch-wirtschaftlich ausgerichtet. Es ist ein weiteres Angebot, um den Bestand der Schule zu sichern.

Derzeit ist eine Mischklasse 5 und 6 gebildet, dies ist eine "gelbe Karte" seitens des Schulamts. Sollte es für das Schuljahr 2019 / 2020 nicht gelingen, die nötigen 16 Anmeldungen zu erhalten, dann läuft nach derzeitigem Stand die Werkrealschule nach oben aus.

Für den Weiterbestand der Schule habe er mehrere Gespräche mit Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in Stuttgart gehabt. Als stellvertretendem Landesvorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) sei dies einfacher, erläutert er. Die Schülerströme waren abgefragt worden, und es kam zu "Rückläufern" aus Real- und Gemeinschaftsschulen, berichtet Hintzen. In diesem Schuljahr gebe es bereits vier Anfragen, in Klasse sieben wurden in diesem Schuljahr fünf Schüler von anderen Schulen aufgenommen. Derzeit laufen Anfragen für Klasse fünf und sechs von Schülern, die nach Weisenbach wechseln wollen.

Hintergrund

Ob die geforderte Sollstärke von 16 neuen Schülern für Klasse fünf erreicht wird, wird nach dem 14. März klar, wenn die Anmeldungen erfolgt sind. "Im Moment sind wir sehr positiv gestimmt", erzählt Hintzen. Der Tag der offenen Tür war gut besucht. "Die Eltern haben gesehen, was wir so alles machen." Zudem verwies er auf den Schulsozialarbeiter und die pädagogische Assistentin in Weisenbach.

Das Kollegium prüft derzeit das Konzept der Werkrealschule, Schulfrust ist dabei ein großes Thema "nicht nur bei uns". Eine veränderte Unterrichtszeit, von 7.30 auf 8 Uhr oder 8.05 Uhr, werde der Schulkonferenz vorgestellt, für alle Schüler. Projekte zur Berufsorientierung bleiben, bei Mercedes-Benz gibt es einen neuen Ansprechpartner. Das Unternehmen biete auch Projekte für Werkrealschüler an.

Sowohl Grundschule als auch Werkrealschule sollen gesichert werden. Ein Beispiel ist die Digitalisierung, ein Mediencurriculum ist entworfen. Schnelles W-Lan soll an die Schule kommen, um zukunftsfähig zu werden.

Werkrealschulen, an denen ein entsprechender Abschluss angeboten wird, haben Bestandsschutz, wenn in der näheren Umgebung kein weiterer Standort ist, das habe ihm die Kultusministerin versichert. Mit Kuppenheim und Baiersbronn wäre das für Weisenbach der Fall, weil eine Distanz von 40 Kilometern Luftlinie zwischen diesen beiden Orten liegt. Die Schülerzahlen müssen dafür stimmen, wenn die 16 geforderten für die neue Einstiegsklasse da sind, "dann wird es entspannt". Falls nicht, müsse eine Bedarfsanalyse erstellt werden, ob der Standort Bestand hat. Die Rückmeldungen aus dem Kultusministerium seien positiv,

"Wir sind angezählt und haben die gelbe Karte bekommen, auch vom Schulamt." Aber auch dieses stehe der Belzerschule positiv gegenüber, weil sie im mittleren Murgtal noch die einzige Werkrealschule ist. Mittlerweile gebe es auch Kooperationen mit den Realschulen in Gernsbach und Gaggenau für die Hauptschul-Abschlussprüfungen. Allerdings: "Wir brauchen Schüler. Je mehr wir für Klasse fünf bekommen, desto stabiler wird die ganze Geschichte", das ist Hintzen klar. Was derzeit problematisch bleibt, sind die baulichen Maßnahmen - und die sind Sache der Kommune.

Die Eingangszahl 16 Schüler müsse auf den Prüfstand, das habe die Kultusministerin signalisiert, und das noch vor der Landtagsw ahl, nach der sich die politischen Verhältnisse ändern könnten. Sicher sind derzeit bereits zehn bis zwölf Anmeldungen, "doppelt so viel wie in den vergangenen Jahren", sagt Hintzen. Aber "wir haben bei Weitem noch nicht mit allen Eltern gesprochen. Wir sind gespannt."

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