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Grundlegende Neustrukturierung der Gernsbacher Seelsorgeeinheit
Grundlegende Neustrukturierung der Gernsbacher Seelsorgeeinheit
13.03.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Die geplante Neustrukturierung der Pfarreien im Erzbistum Freiburg und die Reduzierung der 224 Seelsorgeeinheiten auf rund 40 Großpfarreien ist eine Herausforderung und bewegt die Gemüter. Entsprechend groß war am Montag das Interesse an der vom Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Gernsbach kurzfristig angesetzten Informationsveranstaltung im Bernhardusheim in Obertsrot.

Die katholische Kirche befindet sich nach dem Zusammenschluss einzelner Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten erneut im Umbruch. Unter dem Oberbegriff "Pastorale 2030" widmet sie sich seit Kurzem ihrer Zukunft. Dies vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen, pluralistischer Lebensentwürfe, Kirchenaustritten, Überalterung der Kirchgänger, Personal- oder Priestermangel. Auch ist davon auszugehen, dass das Kirchensteueraufkommen in den nächsten zehn Jahren deutlich zurückgehen wird. Nämlich dann, wenn die derzeitigen Gemeindemitglieder, die den Großteil des Steueraufkommens stellen, in den Ruhestand gehen. Im Zeitraum von 2010 auf 2017 sank die Zahl der Personen, die den sonntäglichen Gottesdienst besuchten, von 217 000 auf 165 000.

Die katholischen Christen des Erzbistums sind deshalb in nächster Zeit aufgefordert, sich mit Vorschlägen über die Ausgestaltung des Vorhabens einzubringen. Sich Gedanken über so zentrale Fragen zu machen, wie die personelle Aufstellung der Großpfarreien aussehen kann? Welche Funktion fällt den engagierten Laien zu? Wie kann das Evangelium weiter vor Ort präsent sein? Darüber möchte Erzbischof Stephan Burger mit seinen Schäfchen diskutieren. Obgleich einige Strukturen - wie die spirituelle Leitung der künftigen Pastoralzentren - weiter nur durch einen geweihten Priester möglich sind. Auch andere Themen sind nach Aussage von Burger nicht verhandelbar. Die anschließend geführte Diskussion, die rege verlief, moderierte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Günther Schermer.

Es sei die größte Strukturveränderung, die das Bistum in seiner Geschichte je erlebte. Die Erzdiözese stehe vor einer wichtigen Richtungsentscheidung, meinte nach der Videobotschaft des Erzbischofs der hiesige Dekan und Pfarrer der Seelsorgeeinheit, Josef Rösch.

Es handelt sich um eine grundlegende Neustrukturierung. Es sollen Zentren im Umfang eines gesamten oder halben Dekanats entstehen. Über deren Größe will das Bistum 2020 entscheiden. Rösch geht davon aus, dass aufgrund der topografischen Lage des Murgtals und seiner Angrenzung an das Bistum Rottenburg-Stuttgart hier nur eine Zusammenlegung der Seelsorgeeinheiten erfolgt. Die bisherigen Pfarreien werden aufgelöst.

Viele Teilnehmer



enttäuscht

Bei genauerer Betrachtung handelt es sich bei den geplanten strukturellen Veränderungen in der Hauptsache um eine wirtschaftliche Neuausrichtung. Für jede Pfarrei wird eine hauptberufliche Geschäftsführung eingerichtet. Die Verwaltung unter anderem der Bereiche Finanzen, Immobilien und Personal würde dann künftig in die Kompetenz von Geschäftsführern fallen. Abgezielt wird auch auf ein sich selbstorganisierendes Gemeindeleben. Leitungs- und Gemeindeteams fällt auf diese Weise eine besondere Bedeutung zu.

Der größere Anteil der Teilnehmer zeigte sich jedoch enttäuscht von den Vorgaben wie auch den weiteren Ausschluss der Laien von Leitungsaufgaben. "Wenn bis zu 95 Prozent schon alles vorgegeben sei, über was wolle man dann noch diskutieren?", war zu hören. "Ich habe das Gefühl, dass es nicht an Glaube fehlt, sondern an Glaubwürdigkeit", führte eine Besucherin aus - mit Blick auf die anhaltenden Kirchenaustritte. So herrscht die Meinung, dass es einen Aufbruch auch auf spiritueller Ebene geben soll. Der Weg wird nicht einfach sein. Die Seelsorgeeinheiten befänden sich erst auf halber Strecke zur Gemeinsamkeit - und schon komme die nächste Änderung, war eine weitere Stimme.

Kirchliches



Leben stirbt

Zudem breitete sich die Sorge aus, dass das kirchliche Leben abstirbt. Der Personenkreis, der in der Neustrukturierung eine Chance sieht, war deutlich in der Minderheit.

Am Sonntag, 31. März, wird nach dem Gottesdienst gegen 11 Uhr zu einer weiteren Gemeindeversammlung ins Marienhaus eingeladen, mit einem sich daran anschließenden Fastenessen. Thema wird die Renovierung der Gernsbacher Kirche sein.

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