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Rasant drehendes Personalkarussell
Rasant drehendes Personalkarussell
15.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Loffenau - Im Loffenauer Rathaus vollzieht sich ein Generationswechsel: Nachdem Bürgermeister Erich Steigerwald und Georg Lamparth, Kämmerer und Hauptamtsleiter, die Geschicke der Gemeinde vier Jahrzehnte lang bestimmt hatten, rücken junge Kräfte nach. Erst Schultes Markus Burger, nun auch zunehmend in der Verwaltung. "Von 2016 bis 2024 wechselt 60 Prozent des Personals. Mehrere hundert Jahre Erfahrung brechen weg", blickt Burger auf seinen Zehn-Mann-Betrieb.

Wobei Mann in diesem Fall wahrlich der falsche Ausdruck ist, rückten doch Frauen nach: Erst machte die Gemeinde mit Daniela Tamba als Lamparth-Nachfolgerin einen sehr guten Fang, nun sind seit wenigen Tagen Patricia Link und Julia Riedinger im Einsatz. Mit der Komplettierung des Trios hielt auch am 1. März eine "angepasste Verwaltungs-Struktur" Einzug ins Rathaus. Die einstige Amts- und Machtfülle von Loffenauer Sonnen- und Vizekönig, Steigerwald und seine "rechte wie linke Hand" Lamparth (wie der "ewige" Bürgermeister dies selbst nannte), weicht einer Aufsplittung.

"Wir haben künftig eine zweigliedrige Verwaltungsstruktur", führt Burger aus und verweist auf die "Bürgerdienste und die Zentralen Dienste". Auf Letztere konzentriert sich Tamba mit der Kämmerei, Personal-Abteilung und eigener Bauherren-Tätigkeit der Gemeinde. "Die Bürgerdienste siedeln wir im Erdgeschoss an", erhofft sich das Ortsoberhaupt nicht nur mehr Bürgernähe durch die schnellsterreichbare Lage im Rathaus. Eine niedrigere Hemmschwelle, sich in die Verwaltung zu trauen, könnte ebenfalls entstehen. Leiterin Link und Mitarbeiterin Riedinger sind für Ordnungswesen, Gewerbe, Melde- und Standesamt, Tourismus, Bauleitplanung (Bauanträge), Wahlen und das Bürgerbüro zuständig, umreißt der Rathaus-Chef die Kernaufgaben des Duos. "Die Aufteilung erfolgte damit nicht ganz klassisch in Kämmerei und Hauptamt", erläutert Burger und schiebt den Grund hinterher, "wir wollten im Erdgeschoss einen Ansprechpartner für fast alle Anliegen schaffen, die unsere Einwohner haben."

Die neue Amtsleiterin Link machte ihren Bachelor of Arts und Public Management in Kehl. Die in Schöllbronn geborene 22-Jährige "vertiefte" ihr Wissen an der Hochschule für Verwaltung im Fachgebiet "Ordnungsverwaltung. Das passt sehr gut zu den hiesigen Aufgabenfeldern", meint Link und schätzt an ihrem neuen Posten, "dass er abwechslungsreich ist und man Einblicke in viele Bereiche erhält". Ganz besonders "freut" sie sich auf den zweiwöchigen Lehrgang für Standesbeamte im November im osthessischen Bad Salzschlirf. Bis dato darf Burger kraft Bestellung durch den Loffenauer Gemeinderat die Trauungen durchführen, ab Spätherbst übernimmt dies dann die neue Amtsleiterin aus Marxzell, die dort auch wohnen bleibt. "In 20 Minuten bin ich ja in Loffenau", entschied sich Link fürs Pendeln.

Noch kürzer hat es Riedinger. Die Gaggenauerin absolvierte ihre Ausbildung in der Bibliothek ihrer Heimatstadt. Das gilt ebenso für die "Fortbildung zur Verwaltungsfachangestellten". Die 25-Jährige verließ die Stadtverwaltung Ende Februar und setzte ihre Arbeit nahtlos in Loffenau fort. Ihre Erfahrung aus der Wirtschaftsförderung und beim City-Management soll sie an neuer Stätte einbringen, schwebt Burger vor. Er sieht Riedingers Schwerpunkte in der Öffentlichkeitsarbeit und vor allem im Bereich Tourismus. Die Wanderwege, die "schönen Strecken für Mountainbiker im Wald" und natürlich das Gleitschirmfliegen sieht der 34-Jährige als "drei Pfunde, mit denen wir wuchern können". So will er auch das "Wahrzeichen Teufelsmühle beleben". Zuschüsse durch die Förderkulisse - wie sie in der Region in sechsstelliger Höhe flossen - sollen dies erleichtern.

Motivierte neue Kräfte hat er dafür: "Ich fand das Aufgabenfeld in Loffenau sehr ansprechend, bürgernah und persönlicher", zählt Riedinger die Gründe auf, warum sie von der Murgtal-Metropole ins beschauliche Bergdorf wechselte. Dort darf sich die Gaggenauerin in Ruhe einarbeiten. Eine noch im Amt befindliche Kollegin geht 2020 in den Ruhestand. "Wir legen Wert auf einen fließenden Übergang, damit der Erfahrungsschatz nicht verloren geht", betont Burger mit Blick auf sein sich rasant drehendes Personalkarussell.

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