https://www.top-zusteller.de/
https://www.top-zusteller.de/
PETA fordert Hundeführerschein
PETA fordert Hundeführerschein
16.03.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau/Stuttgart (red) - Die Tierschutz-Organisation PETA ist gestern mit der Forderung nach Einführung eines Hundeführerscheins an die Öffentlichkeit getreten. Anlass ist ein Vorfall am Mittwoch in Gaggenau: Dabei hat ein American Staffordshire-Terrier eine Frau durch Bisse schwer verletzt und einen ihrer beiden Hunde totgebissen (wir berichteten).

Der Nachweis eines Hundeführerscheins könne schwere Unfälle verhindern und ermögliche Hunden ein tiergerechteres Leben, argumentiert nun PETA. "Viele Halter können ihre Vierbeiner nicht richtig einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen - nicht beim Tier. Dass der Hund die Spaziergängerin angreifen und ihren Vierbeiner töten konnte, war fahrlässig und verantwortungslos", so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. "Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden - unabhängig davon, ob er einer ,Rasse' angehört oder ein Mix ist."

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis könne sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und dessen Signale richtig deuten.

Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sei unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittele das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.

Als erstes deutsches Bundesland habe Niedersachsen einen Sachkundenachweis beschlossen - der allgemeine Hundeführerschein sei dort seit Juli 2013 verpflichtend. Dadurch sei nach drei Jahren eine Reduzierung von Vorfällen erreicht worden. Wer in Berlin seit dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufgenommen hat, sei aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen.

PETA verweist auch auf Süddeutschland: Wer in München nach dem 1. Mai 2014 einen Hundeführerschein absolviert habe, könne sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gelte eine zweijährige Steuerbefreiung für Hunde, deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben.

Der Hundeführerschein habe einen weiteren Vorteil: Er könne Menschen, die sich nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem Impulskauf abhalten.

PETA abschließend: "Jedes Jahr landen 80 000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt ,angeschafft' wurden."

Wie berichtet, hatte eine Frau am Mittwoch nach 11 Uhr an der Michelbacher Straße ihre beiden Hunde mit dem Hund einer anderen Halterin toben lassen. Bei diesem handelte es sich um einen American Staffordshire Terrier. Diese Rasse wird in Baden-Württemberg als besonders gefährlich eingestuft.

Weil das fremde Tier aggressiv wurde, nahm die über 50-Jährige einen ihrer Hunde auf den Arm. Darauf wurde sie vom Terrier angegriffen und an Ober- und Unterarm verletzt. Er verbiss sich außerdem in den zweiten Hund und verletzte diesen tödlich. Die Polizei ermittelt gegen die Besitzerin wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die Verletzte kam in ein Krankenhaus. Der Stafford befindet sich derzeit in der Obhut seiner Besitzerin.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Baden-Baden
Vegan leben - Gewinn und Konsequenzen

14.03.2019
Vegan leben bringt Vorteile
Baden-Baden (red) - Rund 0,96 Millionen Menschen in Deutschland leben vegan. Damit können sie der Massentierhaltung entgegenwirken und zur Schonung der Ressourcen beitragen. Maja Lenz und Sophie Bosniak beleuchten die Vorteile des veganen Lebensstils (Foto: dpa). »-Mehr
Baden-Baden
Gefährliche Köder in Baden-Baden

25.02.2019
Gefährliche Köder in Baden-Baden
Baden-Baden (red) - Nach der Vergiftung von drei Hunden in Durmersheim, Iffezheim und Steinmauern sind am Freitag nun auch in der Lichtentaler Allee gefährliche Köder aufgetaucht. Es handelte sich um mit Nägeln gespickte Fleischstücke (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Die Zahl der Metzgerei- und Bäckereibetriebe geht im Südwesten weiter zurück. Kaufen Sie Fleisch oder Backwaren bewusst in Fachgeschäften?

Ja, immer.
Ja, meistens.
Eher nicht.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz