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Kleine Eheverbrechen versprechen Erkenntnisgewinn
Kleine Eheverbrechen versprechen Erkenntnisgewinn
25.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - "Ja, wir lieben uns - aber schlecht!" "Wenn ich schon sterben muss, dann nur durch dich! Ich will keine andere Frau, ich will keinen anderen Mörder!" Die Premiere von "Kleine Eheverbrechen" am Samstagabend im Theater Alte Turnhalle in Hilpertsau hält mit solchen Sätzen, was der Titel der schwarzen Komödie von Eric-Emmanuel Schmitt verspricht.

Im Duell der Geschlechter stehen sich Gilles und Lisa gegenüber. Sie überzeugend verkörpert von Andrea Trude, die schon mit dem Solostück "Emmas Glück" das Publikum begeisterte. Ihn mimte Holger Faß ebenso gefällig - beide hätten den Rosenkrieg auch durchaus beruflich ausfechten können. Trude arbeitete lange als Rechtsanwältin. Ihr Gatte und Widerpart kennt sich auch fern der Bühne mit Zwist bestens aus als "psychologischer Berater". Wie Regisseur Thomas Höhne vor dem ersten Vorhang weiter unterhaltsam berichtete, gingen beide ein Jahr lang durch seine Schauspielschule - und durften nun gemeinsam in "Kleine Eheversprechen" ihr Meisterstück bei ihm machen.

Krimiautor Gilles, dessen Büchlein "Kleine Eheverbrechen" von seiner Ehefrau gehasst wird, hat sein Gedächtnis verloren. Nach dem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt versucht Lisa verzweifelt, ihm alte Erinnerungen zurückzurufen. Erst scheint er wie ein Neugeborenes ohne Vergangenheit zu sein. Doch plötzlich weicht die witzige Siezerei der Eheleute immer neuen Kehrtwendungen. Kränkungen und Schmeicheleien wechseln sich genauso ab wie leise Stimmen und Gebrüll, Verständnis und spitze Vorwürfe - als Zuschauer ist man auch wie das verheiratete Paar bald genervt von den ständigen Emotionsausbrüchen in unterschiedliche Extreme.

"Warum hast du ein Alkoholproblem?", will Gilles ermitteln. Seine dem Wodka zugeneigte Ehefrau giftet zurück: "Ich habe kein Alkoholproblem! Ich trinke, um zu vergessen!", reicht Lisa den Schwarzen Peter einmal mehr umgehend weiter an den Partner, der genug hat von der "Giftsauferei". Bezichtigt sie am Ende des ersten Aktes den Krimiautor des Mordes, schlägt das Pendel nach der Pause in die andere Richtung zurück. Am Schluss einigen sich die beiden nach der emotionalen Achterbahnfahrt auf ein "Remis", weil Gilles "Mengenrabatt" auf alle Verletzungen gewährt. Eher ein "0:0" sieht Lisa halb zustimmend, ehe sie die 15 Ehejahre zum "Nullsummenspiel" degradiert. Dass nicht alles zum "Kotzen" ist, auch wenn er sich damals vor dem ersten Kennenlernen über ihrem Auto erbrach, lässt am Schluss auch einen Funken Hoffnung übrig für alle Ehepaare im Publikum. Diese Auto-Szene spielen die zuvor ausziehwilligen Streithähne in umgekehrter Rollenverteilung nach.

Für Bertolt Brecht war das höchste Ziel erreicht, wenn sich "Unterhaltung plus Erkenntnisgewinn" paarten, hatte Höhne vor der Premiere erzählt. Das Versprechen des Regisseurs erfüllte sich durch sein jüngstes Projekt: "Der Abend kann das schaffen!" Langer Applaus über mehrere "Vorhänge", die nicht vorhanden sind, weshalb die beiden Darsteller die Treppe zur Umkleide mehrfach hinauf- und hinabstiegen, bestätigte dies dem Dreigestirn.

Weitere Aussichten auf "Unterhaltung plus Erkenntnisgewinn" für 14 Euro bestehen noch in Hilpertsau am 29. und 30. März (jeweils 19.30 Uhr) sowie am Sonntag, 31. März, ab 18 Uhr. Vorverkauf in der Buchhandlung "Bücherwurm" in Gaggenau oder Reservierungen per E-Mail an theater@alteturnhalle.de oder über (01 76) 6 93 26 23.

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