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Hoffen auf "ein Ende der Reformwut"
29.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Er war gerne Polizeibeamter und er geht nun gerne in den Ruhestand. Das machte Karl Heck gestern Nachmittag deutlich. Nach fast 44 Jahren im Öffentlichen Dienst war für den Ersten Polizeihauptkommissar und stellvertretenden Leiter des Polizeireviers Gaggenau der letzte Arbeitstag gekommen. Im katholischen Gemeindehaus in Bad Rotenfels wurde er verabschiedet. Sein Nachfolger als Leiter der Führungsgruppe steht noch nicht fest.

Viel Lob und Anerkennung gab es für den mittlerweile 62-Jährigen, sei es von Revierleiter Jörn Hinrichsen oder von Karl-Heinz Ploß, dem Leiter der Direktion Polizeireviere bei der Polizeidirektion Offenburg. Letzterer stellte unter anderem Hecks großes Engagement im Dienst und "seine durchaus kritische Art einer ehrlichen Beratung im Führungskreis" heraus. Hecks direkter Vorgesetzter Hinrichsen würdigte ebenso aufrichtige Zusammenarbeit, seine Fähigkeit, "klare und ehrliche Worte" zu finden sowie seinen "Wortwitz".

An seinem letzten Arbeitstag legte der künftige Pensionär Karl Heck denn auch beredt Zeugnis ab von seinen Fähigkeiten: "Es tut immer gut, eine positive Resonanz zu erfahren, wenngleich ich auch weiß, dass zumindest ein Teil Anerkennung dem Anlass geschuldet ist", sagte er launig.

Die Bilanz seiner Jahre bei der Polizei ist eine gemischte. Unter anderem als Personalratsvorsitzender bei der Polizeidirektion Baden-Baden, als kommissarischer Leiter des Polizeireviers Baden-Baden, als Leiter des Führungs- und Einsatzstabes und von 2005 bis jetzt als stellvertretender Revierleiter in seiner Heimatstadt Gaggenau hat sich Karl Heck als profunder Kenner seiner Aufgabengebiete erwiesen.

"Personalsituation

ist total angespannt"

Einerseits stellte er fest: "Unsere Ausbildung und der Nachwuchs sind besser als je zuvor." Andererseits bilanzierte er mit Blick auf die insgesamt fünf Reformen, die er im Laufe von fast 42 Jahren bei der Polizei erlebte: Deren Ergebnis sei "insgesamt ernüchternd, die Personalsituation ist total angespannt und eine Besserung auf absehbare Zeit ist für mich nicht in Sicht". Dies angesichts der Tatsache, "dass immer neue Aufgaben auf die Polizei zukommen. Die bestehenden Aufgaben werden zugleich komplizierter und formal anspruchsvoller".

Dass Defizite bislang stets ausgeglichen werden konnten, sei letztlich "Improvisation, Motivation und Engagement" zu verdanken sowie dem inneren Zusammenhalt und der Kollegialität. "Bei aller Kritik gibt es auch gute und positive Entwicklungen", befand Heck weiter: "Unsere aktuellen Streifenwagen haben ein ausreichendes Platzangebot und eine aktuelle Sicherheitsausrüstung. Das war lange eine Forderung und notwendig, weil es eben Hauptarbeitsplätze für viele Kollegen sind." Polizeifunk und persönliche Ausstattung hätten sich ebenfalls verbessert; "bald werden auch alle Einsatzbeamten eine eigene Ausrüstung haben und sich die vorhandene nicht mehr teilen müssen". Insgesamt sehr gut sei die räumliche Situation im Polizeirevier und die Möbelausstattung.

Abschließend gab Heck seiner Hoffnung Ausdruck, "dass die Reformwut endlich ein Ende haben wird oder zumindest eine große Pause nimmt und die Polizei sich dafür um ihre eigentlichen Aufgaben mit mehr Personal kümmern kann".

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