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Die Sackgasse wehrt sich
30.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Sie wollen nicht noch mehr Verkehr, deshalb haben sie Unterschriften gesammelt. 130 davon hat Marita Großmann aus dem Wiesenweg gestern Oberbürgermeister Christof Florus übergeben. Die Unterzeichner kommen vor allem aus dem Wiesenweg und dem Freiligrathweg und wollen nicht, dass an der Hebelschule eine Kindertagesstätte eingerichtet wird. Denn bereits jetzt leide man unter Verkehrslärm und Gefahren durch mehr als 500 Pkw täglich in der Sackgasse Wiesenweg.

Die Standortentscheidung, die der Gemeinderat am 25. Februar "durchgewunken" habe, sei falsch, argumentieren die Unterzeichner. Bereits jetzt herrschten teilweise chaotische Zustände: Enormes Verkehrsaufkommen durch den Kindergarten St. Josef im Wiesenweg und den jetzigen Betrieb der Kinderkrippe Spielwiese mit 42 Plätzen in der Hebelschule. Hinzu komme der elterliche "Hol- und Bringdienst" für rund 160 Grundschüler der Hebelschule sowie die abendlichen Sportveranstaltungen in der Hebelschulturnhalle.

"Dazu täglich Lieferdienste per Lkw und Pkw. Des Weiteren ist am Ende der Sackgasse sowie des angrenzenden Areals ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche, mit und ohne Kfz, bis in die späten Abendstunden", argumentieren die Anwohner. Darüber hinaus registriere man Benz-Mitarbeiter, die ihre Autos abstellen.

Die Unterzeichner betonen, dass sie keine Verbesserung auf Kosten der Anwohner der Körnerstraße wollen.

Unterm Strich sei die Hebelschule der ungeeignete Standort, um 70 weitere Betreuungsplätze einzurichten. Denn: "Dadurch erhöht sich das Verkehrsaufkommen um 140 Hin- und Rückfahrten am Morgen und um 140 Hin- und Rückfahrten ab 12 Uhr plus circa 40 Fahrten der 16 Erzieherinnen plus Helfer, die benötigt werden." Pro Tag wären das künftig ohne Personal in der Summe weitere hunderte Autos, die an jedem Haus des Wiesenwegs vorbeifahren - entweder in Richtung Kita oder zurück.

Unterm Strich solle die neue Kindertagesstätte nicht an der Hebelschule eingerichtet werden, sondern in dem Baugebiet zwischen Hildastraße und Luisenstraße. Schließlich habe Bürgermeister Michael Pfeiffer gesagt, dass Kinder auch aus der Innenstadt und vom Hummelberg die neue Einrichtung besuchen werden.

An einem normalen Werktagmorgen hat Marita Großmann im Wiesenweg 168 Autos in einer Stunde gezählt. Es werde zu schnell gefahren, es herrsche extreme Stellplatznot vor dem Kindergarten; Halte- und Parkverbote würden missachtet.

"Es ist extrem gefährlich, weil die Autos über den Gehweg fahren - nicht langsam, sondern schnell", verweist Marita Großmann auf die Hektik der Eltern. Da der Wiesenweg eine Sackgasse ist, "kommt alles, was nach hinten fährt, wieder vor oder fährt über Freiligrath- oder Lützowweg." So wohne man zwar in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens, doch könnten Eltern aus der Nachbarschaft ihre kleinen Kinder keinesfalls die paar Meter dorthin alleine gehen lassen.

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