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Zahlreiche Gespräche, keine Kandidatur
04.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Forbach - Von den 23 Städten und Gemeinden im Landkreis Rastatt hat die Gemeinde Forbach das Alleinstellungsmerkmal, die mit Abstand größte Gemarkungsfläche (131,86 Quadratkilometer, Quelle: Landratsamt Rastatt) zu haben. Auf kommunalpolitischer Ebene kommt nun ein zweites Novum hinzu: Als einziges amtierendes Gemeindeoberhaupt im Landkreis bewirbt sich Bürgermeisterin Katrin Buhrke nicht um ein Kreistagsmandat.

Hintergrund

"Selbstverständlich habe ich mich intensiv damit beschäftigt", blickt sie auf den Urnengang am 26. Mai, bei dem die 64 Mandatsträger gewählt werden. Sie bilden die Vertretung der Kreiseinwohner und das Hauptverwaltungsorgan des Landkreises Rastatt. Probleme, auch künftig kein Teil dieses Gremiums zu sein, sieht Katrin Buhrke nicht. Als Beispiel nennt sie den Anschluss des ländlichen Raums an das schnelle Internet: "Ein großes Thema des Kreistags war und ist der Aufbau des Backbone-Netzes - da kann ich beim besten Willen nicht erkennen, dass wir da irgendeinen Nachteil gehabt hätten."

Zudem verweist die Juristin auf die Murgtal-Kommunen Gernsbach und Loffenau sowie Weisenbach: Die beiden ersteren sind nach dem Wechsel auf dem Chefsessel in den Rathäusern derzeit auch nicht mit dem Bürgermeister im Kreistag vertreten, bei letzterer wird das mit dem Nachfolger von Toni Huber künftig so sein. "Auf der Arbeitsebene haben wir ohnehin fast täglich Kontakt zum Landratsamt", betont Buhrke. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Gemeinden durch andere Mandatsträger im Kreistag vertreten sind, die ihre Informationen im Zuge der kommunalpolitischen Arbeit ohnehin weitertragen. Zu den genauen Hintergründen ihres Verzichts auf eine Kreistagskandidatur möchte Katrin Buhrke gegenüber dem BT keine Auskunft geben.

Sie verweist lediglich darauf, dass sie zahlreiche Gespräche geführt habe. Zunächst mit der Forbacher SPD, wie deren Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, Horst Fritz, bestätigt. "Wir hätten ihr gerne einen Platz auf der Liste eingeräumt", betont der Unternehmer, der schon bei der Bürgermeisterkandidatur Buhrkes eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hatte. Seither sah sich die parteiunabhängige Nachfolgerin Kuno Kußmanns im schwarz geprägten Forbach öfter damit konfrontiert, eine der Sozialdemokratie nahestehende Bürgermeisterin zu sein. Nach BT-Informationen war das auch der Hauptgrund, warum sie sich gegen eine Kreistagskandidatur für die SPD entschieden hat. "Sie ist bis jetzt ohne Parteibuch aufge-





treten und möchte das auch beibehalten", antwortet Horst Fritz auf eine entsprechende Anfrage: Katrin Buhrke habe in ihrer bislang fünfjährigen Amtszeit "den Nachweis geführt, dass sie über alle Fraktionen hinweg neutral agiert", betont Fritz. Als parteiunabhängige Politikerin strebte die Forbacher Bürgermeisterin dann einen Listenplatz bei den Freien Wählern an. Wie diese Zeitung erfahren hat, seien die Gespräche für eine Kreistagskandidatur auch schon weit fortgeschritten. Als die Nominierungsveranstaltung kam, tauchte aber plötzlich Achim Rietz auf der Liste auf.

Der langjährige Gausbacher Ortsvorsteher hatte Ende 2018 bereits angekündigt, seine kommunalpolitische Laufbahn zu beenden und alle seine Mandate (Ortschafts- und Gemeinderat sowie Ortsvorsteher) abzugeben. Deshalb war Rietz prädestiniert für einen Platz im Gemeindewahlausschuss, den er bis kurz vor Toresschluss auch innehatte - aber dann entschied er sich doch noch für eine Kreistags-









kandidatur und füllte den letzten freien Platz der Freien Wähler im Wahlkreis 8 (Gernsbach, Loffenau, Weisenbach und Forbach) aus. Für den Gemeindewahlausschuss kommt man als Kandidat für den Kreistag nicht infrage.

Der Sinneswandel, wie es Rietz auf Anfrage nennt, habe bei ihm am Neujahrsempfang der Gemeinde Weisenbach eingesetzt. Dort sei er "von mehreren konkret angesprochen" worden, ob er seine langjährige kommunalpolitische Erfahrung künftig nicht im Kreistag für die Freien Wähler einbringen möchte.

"Da habe ich mir das überlegt und bin in meiner Fraktion bestärkt worden", erklärt Rietz. Seine Kandidatur habe überhaupt nichts damit zu tun, "Frau Buhrke eins auswischen zu wollen". Der scheidende Ortsvorsteher verfügt über 37 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik, auch in Führungspositionen wie an der Fraktionsspitze der Freien Wähler im Forbacher Gemeinderat. Auf seine Heimatgemeinde habe sich Rietz bis jetzt immer konzentriert, das sei nun abgeschlossen: Aber "ich fühle mich noch jung und fit genug" für den Kreistag "und habe Lust, meine Erfahrungen für die Region einzubringen".

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